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Sommertod Spannungsroman

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Sommertod

Das Blut im Pool ist nur der Anfang. Jemand treibt Alex Mason in den Wahnsinn - oder in den Tod ... Alle sieben Jahre, so erzählen sich die Kinder am Lagerfeuer, verschwindet aus dem Feriencamp ein Junge. Jetzt ist es wieder soweit. Und tatsächlich fehlt von Joey Proctor plötzlich jede Spur. Das ängstliche Kind war von einem Betreuer allein auf einem Floß im See zurückgelassen worden. Seither wird Joey vermisst - und bleibt es. Zwanzig Jahre später ist aus Alex Mason, dem Betreuer von damals, ein millionenschwerer Immobilieninvestor geworden. Von den Ereignissen jenes Sommers hat Alex niemandem erzählt. Aber wie kommt auf einmal Blut ins Wasser seines Pools? Wer filmt nachts seine Familie im Schlaf? Und das ist erst der Anfang des Albtraums. Ist Joey zurückgekommen, um sich zu rächen? J.P. Smith wurde in New York City geboren, begann seine Karriere als Schriftsteller allerdings in England. Dort lebte er mehrere Jahre mit seiner Familie und veröffentlichte seinen ersten Roman. J.P. Smith arbeitet zudem als Drehbuchautor. Mit "Sommertod" erscheint erstmals eines seiner Werke auf Deutsch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 20.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641243197
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Drowning
    Größe: 1061 kBytes
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Sommertod

6

J oeys Eltern saßen Dave, Nancy und Steve gegen über im Büro des Eigentümers in der Hütte, in der Dave und Nancy während der Campsaison wohnten, ein Stück weit abseits der Baracken, am Hang unterhalb des Speisesaals. Alan und Diane Proctor waren kurz vor elf angekommen und wurden jetzt über die Suchaktion und deren geplante Fortsetzung informiert.

Der Anruf am Morgen hatte sie aus einem tiefen Schlaf gerissen. Sie schliefen nicht mehr in einem gemeinsamen Bett, zumal jetzt nicht, da Joey im Camp war; Diane hatte in den sechs Wochen seiner Abwesenheit bereitwillig im Zimmer ihres Sohnes geschlafen. Sie ging immer noch zu ihrer Therapeutin, und gemeinsam waren sie zu dem Schluss gekommen, dass ihre Ehe nicht mehr zu retten sei. Sie konnte zwar nichts beweisen, aber sie hatte den Verdacht, dass ihr Mann in irgendwelche illegalen Aktivitäten verwickelt war, die die Familie ruinieren und ihn ins Gefängnis bringen konnten. Es gab einen russischen Geschäftsmann, mit dem er manchmal zu tun hatte und der ihn zu unmöglichen Zeiten aus Moskau, London oder sonst woher anrief. Immer wieder diese Anrufe. Immer wieder geschlossene Türen. Aber ihre eigentliche Sorge galt Joey. Wie würde er mit der bevorstehenden Trennung und schließlich mit der Scheidung zurechtkommen?

"Bevor Sie losgehen und mit einem Anwalt sprechen, denken Sie an die guten Zeiten, die Sie mit Ihrem Mann hatten", hatte die Therapeutin ihr geraten.

"Warum sollte ich das tun?"

"Ich möchte etwas finden, das wenigstens einen kleinen Rest dieser Beziehung retten kann. Um Ihres Sohnes willen. Erst recht, wenn Sie sich scheiden lassen. Denn Joey ist der einzige Mensch, an den Sie beide denken sollten. Und er muss wissen, dass er Eltern hat, die immer noch höflich miteinander umgehen können."

Gute Zeiten hatte es gegeben. Die beste war die um Joeys Geburt gewesen, aber dann war alles schnell schal geworden. Sie hatte an postnatalen Depressionen gelitten, und ihr Mann brachte keine Geduld dafür auf, erst recht, als er wegen der Wirtschaftskrise einen Kunden nach dem anderen verlor.

Sie schaute die Therapeutin an. "Nach der Hochzeit waren wir in Europa."

"Flitterwochen?"

"Drei Wochen."

"Und das war gut?"

"Es war wunderbar. Ich war aus dem Ballettensemble ausgeschieden, meinem Rücken ging es nach dem Unfall allmählich besser, und ich fand, es sei an der Zeit, eine Familie zu gründen."

"Und Ihrem Mann war das recht?"

"Er war begeistert. Joey wurde in Paris gezeugt."

Alle glücklichen Augenblicke, an die sie sich erinnern konnte, hatten also mit Joey zu tun. Die Pläne. Die Schwangerschaft. Das Baby. Und jetzt, da er verschwunden war und sie in dieser Hütte saß und sich anhörte, dass niemand wisse, wo er sei, da war es, als sei ihr ganzes Leben nichts mehr wert. Am liebsten wäre sie nach Hause gefahren, hätte das Apartment angezündet, ihr Geschäft zertrümmert und sich selbst großen Schaden angetan.

"Alle örtlichen Instanzen sind alarmiert worden", berichtete Dave Jensen ihnen. "Die Polizeibehörden von Lenox, Lee, Pittsfield und Stockbridge koordinieren ihre Bemühungen. Straßensperren sind auf allen Haupt- und Neben..."

"Ein paar davon haben wir auf dem Weg hierher gesehen", sagte Joeys Vater. Dann fuhr er sich mit beiden Händen durch das schüttere Haar und ließ sie dort, während er zu Boden starrte.

"Ich möchte wissen, wie es meinem Sohn ging", sagte Diane und sah Steve an. "Sie sind sein Betreuer. War er glücklich, wurde er gehänselt? War er besorgt, deprimiert oder ...?" Ihr fehlten die Worte, und sie spreizte die Hände. Es musste doch einen Grund geben, weshalb ihr Sohn einfach aus dem Lager davonspazierte. Sie dachte daran, wie nervös er ihr in dem Schnellrestaurant vorgekommen und wie seine Anspannung ansteckend geworden war. Sie hatte beschlossen zu telefonieren, denn die Stimme ihres Gesprächspartners würde ihr

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