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Song Dog Südafrika-Thriller. Kramer & Zondi ermitteln (1) von McClure, James (eBook)

  • Verlag: Unionsverlag
eBook (ePUB)
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Song Dog

Lieutenant Tromp Kramer vom Morddezernat Trekkersburg untersucht in Zululand ein Sprengstoffattentat, bei dem eine junge weiße Frau und ein Polizist ums Leben gekommen sind. Seine Ermittlungen werden jedoch permanent von inkompetenten Kollegen und korrupten Ärzten behindert, dazu kreuzt der Zulu Detective Sergeant Michael Zondi seinen Weg. Kramer heuert ihn für seine eigenen Untersuchungen an, und sie beginnen die gemeinsamen Ermittlungen. Je tiefer sie in den Fall einsteigen, desto rätselhafter wird er - bald schon machen Kramer und Zondi eine Entdeckung, die für beide zur tödlichen Gefahr wird. James McClure, geboren 1936 in Johannesburg, arbeitete als Fotograf und Lehrer, bevor er sich dem Schreiben widmete. Weil er offen über Polizeigewalt gegen schwarze Südafrikaner berichtete, wurde er von den Behörden überwacht und drangsaliert. 1965 emigrierte er mit seiner Familie nach England, wo er als Journalist tätig war. Bekannt wurde er mit seiner achtteiligen Krimiserie um das Ermittlerduo Kramer und Zondi. Für Steam Pig wurde er 1971 mit dem CWA Gold Dagger ausgezeichnet. Er starb 2006 in Oxford.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783293309555
    Verlag: Unionsverlag
    Serie: Metro 1
    Originaltitel: The Song Dog
    Größe: 6250 kBytes
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Song Dog

1

S chnell wie eine Katze war sie, ihre Hand schlug klatschend zu, und der Moskito klebte rot auf ihrem Schenkel.

"O je, er hat gut was rausgeholt aus dir", murmelte er. "Sieh nur all das Blut ..."

"Nie im Leben ist das mein Blut", sagte sie und schnippte das tote Insekt weg. "Die Chance habe ich dem kleinen Bastard nicht gegeben! Es muss deins gewesen sein."

"Das kann nicht sein", sagte er. "Dann hätte ich etwas gespürt."

Sie legten sich wieder hin auf die kahle Matratze. Sie lagen Seite an Seite, aber berührten sich nicht mehr.

Er war froh darüber; ihm war heiß, der Schweiß rann in Strömen.

"Puh!", sagte sie, und sie lachten beide, ehe sie in Schweigen versanken.

Draußen quakten Mangrovenfrösche; ein Krokodil glitt mit leisem Klatschen ins Wasser der Flussmündung; zwei Eulen schrien, die eine hoch, die andere tief.

O ja, ihm war heiß, er kochte förmlich, fühlte sich aber rundum wohl. Und was noch besser war, er schien wieder klar denken zu können, jetzt, da sie aufgehört hatte, seinem Geist wollüstige Rätsel aufzugeben; jetzt, da er alle Antworten kannte und wusste, wie sich jeder einzelne Teil ihres jungen Körpers anfühlte und wie sie schrie, wenn sie zum Höhepunkt kam. Er war auch gekommen bei ihrem heiseren Schrei, im gleichen Augenblick, und er freute sich schon darauf, ihn noch einmal zu hören, wenn sie sich erst eine Weile ausgeruht hatten.

Dann begann die Kerzenflamme, deren Docht rasch zu Ende ging, zu flackern, und ein Zittern ging durch alle Schatten, die sie warf. Manche Schatten waren lang und züngelten an den ungetünchten Wänden des Zimmers empor, andere stahlen sich über die Fußbodendielen in unordentliche Ecken, die voll lagen mit Angelgerät und schmutziger Wäsche. Bald schien sich auch das freiliegende Binsendach über ihren Köpfen beunruhigend zu bewegen und im wabernden Licht zu wanken.

Und er musste auf einmal an die jüngsten Ereignisse denken, verwundert, wie benommen und aus weiter Ferne, wie er plötzlich einer Versuchung erlegen war, gegen die er sich fünf Jahre und länger heftig gewehrt hatte, seit er sie kennengelernt hatte. Einer Versuchung, die so stark war, dass ihn zum Schluss nur noch die Worte einer verrückten schwarzen Hexe vom Abgrund zurückzuhalten vermocht hatten, von dem, was er als ewige Verdammnis fürchtete. Hüte dich, Isipikili, vor dem, was durch deine Adern schießt und wohin es dich mitreißt! Hüte dich, Isipikili, denn die Lieder, die ich höre, singen vom Tod, und sie greifen mir an mein altes Herz! Aber gütige Mutter, hatte er erwidert, alle meine Lieder singen doch vom Tod, was meinst du also damit? Und er hatte Angst bekommen, als sie ihm nicht antworten wollte.

Er stützte sich auf einen Ellbogen. "Wessen Blut?", sagte er und sah wieder den leuchtenden Fleck an, den der Moskito zurückgelassen hatte.

Sie zuckte die Achseln, die Augen geschlossen.

"Hör mal", sagte er, "eine Mücke, die so viel Blut gesaugt hat, fliegt nicht weit - sie ist zu schwer."

"Woher weißt du das?"

"Das ist doch einleuchtend. Wo hat sie also so viel Blut her?"

"Ist es wirklich viel?"

"Sieh doch selbst!"

Ihre Augen öffneten sich träge. "Du musst die Stirn nicht so runzeln", maulte sie. "Dann ziehen sich deine Augenbrauen in der Mitte zusammen, und das verdirbt dein gutes Aussehen." Und sie berührte ihn mit der Fingerspitze an der Stirn.

"Bist du sicher, dass dein verdammter Koch nicht doch hier ist? Dass niemand da ist?"

"Wie oft fragst du noch?", sagte sie. "Wie gesagt, ich habe ihm Ausgang gegeben für die Nacht, und er ging, um sich bei seinem Onkel zu betrinken. Wirklich, er kommt allerfrühestens am Morgen zurück. "

Er drehte sich um und schaute auf die geschlossenen Fensterläden. "Diese Mücke, sie muss von irgendwoher ganz in der Nähe gekommen sein", sagte er. "Und was ist mit Wilderer

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