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Sonnensturm Roman von Larsson, Åsa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2013
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
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Sonnensturm

Im schwedischen Kiruna sind die Winter dunkel und klirrend kalt. Eines düsteren Tages beleuchtet das Polarlicht eine gespenstische Szenerie: Viktor Stråndgard liegt tot in der Kirche. Nicht das erste Mal. Als Jugendlicher war er nach einem Unfall scheintot, hatte Kontakt mit Gott und Engeln. Dieses Erlebnis hat ihn zum umschwärmten Star einer einflussreichen Sektengemeinde gemacht. Jetzt wurde er brutal erstochen, und zwei furchtlose Frauen sind entschlossen, Licht in das Dunkel zu bringen. Rebecka Martinsson, eigentlich Steueranwältin in Stockholm, eilt in ihren Heimatort zurück, um Viktors Schwester beizustehen. Doch Sanna ist inzwischen Hauptverdächtige, und auch Rebecka wird von der Vergangenheit eingeholt. Die hochschwangere Polizeiinspektorin Anna-Maria Mella nimmt die Ermittlungen auf. Aber die Kirchenmitglieder sind so schweigsam wie die Kirchenmauern. Ist die brüderliche Liebe in Hass umgeschlagen? Oder ist der Täter außerhalb der Kirche zu suchen? Unerbittlich, witzig und höchst raffiniert schildert Åsa Larsson die Suche der beiden Frauen nach der Wahrheit und hält die Spannung mit funkelnden Dialogen und psychologischem Tiefsinn bis zum fulminanten Schluss.
Åsa Larssons erster Thriller begeistert mit atmosphärischer Dichte, spannendem Detailwissen und ist durchwirkt mit schwarzem Humor. Eine außergewöhnliche Autorin am Beginn einer internationalen Karriere.
Ausgezeichnet als bestes schwedisches Krimidebüt 2003.

Åsa Larsson, 1966 geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Kiruna. Sie arbeitete als Steueranwältin, bis sie beschloss, Autorin zu werden. Mit ihrem ersten Krimi "Sonnensturm" machte sie in Schweden sofort Furore (ausgezeichnet als bestes Krimi-Debüt). Inzwischen gibt es bereits vier Bücher mit den beiden sympathischen Ermittlerinnen Rebecka Martinsson und Anna-Maria Mella. Åsa Larsson lebt mit ihren beiden Kindern in Südschweden, in der Nähe von Gripsholm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 31.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641126476
    Verlag: C. Bertelsmann
    Serie: btb 73600
    Originaltitel: Solstorm
    Größe: 2906 kBytes
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Sonnensturm

Montag, 17. Februar

REBECKA MARTINSSON wurde von ihrem Keuchen geweckt, als die Unruhe ihren Körper erfasste. Sie riss in der Dunkelheit die Augen auf. Genau an der Grenze zwischen Traum und Wachen hatte sie das deutliche Gefühl, dass da jemand in ihrer Wohnung war. Sie blieb ganz still liegen und lauschte, aber sie hörte nur ihr eigenes Herz, das wie ein verängstigter Hase durch ihre Brust zu jagen schien. Ihre Finger tasteten nach dem Wecker auf dem Nachttisch und fanden den kleinen Leuchtknopf. Viertel vor vier. Vier Stunden zuvor war sie schlafen gegangen, und nun war sie bereits zum zweiten Mal aufgewacht.

Das liegt an der Arbeit, dachte sie. Ich arbeite zu viel. Und deshalb kommen meine Gedanken nachts ebenso wenig zur Ruhe wie ein Hamster in einem ungeölten Laufrad.

Ihr Kopf und ihr Nacken taten weh. Offenbar hatte sie im Schlaf mit den Zähnen geknirscht. Da konnte sie auch gleich aufstehen. Sie wickelte sich in ihre Decke und ging in die Küche. Ihre Füße fanden den Weg auch im Dunkeln, deshalb brauchte sie kein Licht. Sie schaltete Kaffeemaschine und Radio ein. Immer wieder erklang das Pausensignal, wie ein tonloser Gebetsruf, während das Wasser in den Filter tropfte und sie duschte.

Ihre langen Haare mussten von selbst trocknen. Sie trank Kaffee und zog sich gleichzeitig an. Während des Wochenendes hatte sie ihre Garderobe für die kommende Woche gebügelt und in den Schrank gehängt. Jetzt war Montag. Auf dem Montagskleiderbügel hingen eine kreideweiße Bluse und ein marineblaues Kostüm von Marella. Sie schnupperte an ihren Strümpfen vom Vortag, die mussten noch einen Tag halten. Sie beulten am Spann ein wenig aus, aber wenn sie sie straff zog und unter ihren Fuß stopfte, fiel das nicht weiter auf. Sie durfte eben tagsüber ihre Schuhe nicht abstreifen. Aber das war nicht wichtig. Um Unterwäsche und Strümpfe könnte sie sich noch Gedanken genug machen, wenn die Möglichkeit bestand, dass jemand ihr beim Ausziehen zusehen würde. Ihre Unterwäsche war verwaschen und grau.

Eine Stunde später saß sie in ihrem Büro am Computer. Der Text plätscherte wie ein Gebirgsbach durch ihren Kopf, durch ihre Arme und bis hinaus in ihre über die Tastatur jagenden Finger. Bei der Arbeit fand sie Ruhe. Ihr Unbehagen von vorhin war wie weggeblasen.

Das ist schon seltsam, dachte sie. Die ganze Zeit jammere ich mit den Kollegen darüber, wie schrecklich die Arbeit doch ist. Aber wenn ich arbeite, komme ich zur Ruhe. Finde fast eine Art Freude. Wenn ich dagegen nicht arbeite, dann überkommt mich die Unruhe.

Das Licht der Straßenlaternen bahnte sich mühsam einen Weg durch die großen, vielfach unterteilten Fenster. Noch immer waren im Klangbild von draußen einzelne Autos zu unterscheiden, aber schon bald würde die Straße sich in ein dumpfes Verkehrsdröhnen verwandeln. Rebecka ließ sich in ihrem Schreibtischsessel zurücksinken und begann mit dem Ausdrucken. Im dunklen Gang draußen erwachte der Drucker zum Leben und machte sich an den ersten Auftrag des Tages. Dann fiel die Tür bei der Rezeption ins Schloss. Rebecka seufzte und schaute auf die Uhr. Zehn vor sechs. Ihre Einsamkeit hatte ein Ende.

Sie konnte nicht hören, wer da gekommen war. Die weichen Teppiche auf dem Gang dämpften alle Schritte, aber nach einer Weile wurde die Tür zu ihrem Zimmer geöffnet.

»Darf man stören?«

Es war Maria Taube. Sie stieß die Tür mit der Hüfte auf, denn sie hielt in jeder Hand eine Kaffeetasse. Rebeckas Computerausdruck klemmte unter ihrem rechten Arm.

Beide Frauen arbeiteten als frischgebackene Anwältinnen mit Spezialgebiet Steuerrecht in der Kanzlei Meijer & Ditzinger. Die Kanzlei lag im Obergeschoss eines schönen Jugendstilgebäudes in der Birger Jarlsgatan. Der Flur war von semi-antiken Perserteppichen bedeckt, und an einigen Stellen standen gediegene Sofas und bequeme Sessel aus altem Leder. Alles strahlte Erfahrung, Einfluss, Geld und Komp

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