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Sterbenszeit Kriminalroman von Kibler, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2014
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Sterbenszeit

Der Mord an einem Neugeborenen scheint für Ricarda Zöller von der SoKo Mainz ein unlösbarer Fall. Bis die Tatwaffe einen Zusammenhang zu einem früheren Verbrechen in Heidelberg preisgibt. Handelt es sich um denselben Täter? Ricarda wendet sich an Lorenz Rasper vom Bundeskriminalamt Wiesbaden. Kaum hat der Spezialist seine Ermittlungen aufgenommen, werden sie an einen neuen Tatort gerufen: Die Mutter des Baby wurde ebenfalls getötet ... Michael Kibler, geboren 1963 in Heilbronn, ist heute leidenschaftlicher Darmstädter. Nach Studium und Promotion arbeitet er als Texter und Schriftsteller. Seit 2005 veröffentlicht er erfolgreiche Kriminalromane um die Darmstädter Ermittler Steffen Horndeich und Margot Hesgart. Mit "Sterbenszeit" erschien 2014 außerdem sein erster Krimi um den BKA-Hauptkommissar Lorenz Rasper.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 15.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492966689
    Verlag: Piper
    Größe: 1422 kBytes
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Sterbenszeit

SAMSTAG, 7. SEPTEMBER

Der Kleiderschrank, auf den er blickte, war nicht sein Kleiderschrank, das erkannte Lorenz Rasper sofort. Er hätte niemals einen Schrank aus dunkler Eiche gekauft. Und er hätte schon gar keinen Kleiderschrank gekauft, an dem nicht wenigstens an einer Tür ein Ganzkörperspiegel montiert gewesen wäre.

Als er sich nur leicht bewegte, hörte er den Rost des Bettes vernehmlich quietschen. Nicht sein Bett. Denn er hasste quietschende oder knarrende Bettenroste. Und er mochte auch keine zu weichen Matratzen. Also auch nicht die, auf der er gerade lag. Das Kissen war auch zu klein. Und er mochte Bettbezüge aus Satin. Und keinen Biberbettbezug.

Alles in diesem Hotelzimmer war für ihn nicht zufriedenstellend. Sein Blick fiel auf die andere Seite des Bettes. Nun gut, er durfte nicht generalisieren. Die junge Dame neben ihm, sie war ... Das Wort "zufriedenstellend" wäre abwertend gewesen. Attraktiv.

Wie war noch gleich ihr Name? Marie? Maria? Mary? Irgend so was. Und wie war sie noch mal in sein Bett gekommen? Er erinnerte sich an Cabernet Sauvignon. Zu viel Cabernet Sauvignon.

Er hatte am Vorabend einen Vortrag über die Abteilung SB des Bundeskriminalamts gehalten, vor Studenten und Studentinnen an der "Deutschen Hochschule der Polizei" hier in Münster. Die Abteilung SB , das war sein Baby, seine Abteilung, seine Idee. Und er war immer noch überzeugt davon, dass die Idee gut war. Uwe Lennart, Vizepräsident des BKA , wie alle das Bundeskriminalamt abkürzten, hatte ihn zu dem Vortrag verdonnert. So was tat er in letzter Zeit immer öfter.

Lorenz Rasper hatte sich schon vor Jahren starkgemacht für die Idee einer schnellen Eingreiftruppe auf Bundesebene. Eine der Konsequenzen des Zweiten Weltkriegs bekam die Polizei ja tagtäglich zu spüren: Polizeiarbeit war Sache des jeweiligen Bundeslandes. Und schwere Verbrechen, die vom selben Täter in verschiedenen Bundesländern verübt wurden, wurden oft erst nach Monaten oder Jahren in Zusammenhang gebracht. Innenminister auf Landesebene sperrten sich auch zu oft dagegen, Kompetenzen in großen Fällen abzugeben. Der Öffentlichkeit bekannt waren die Morde des "Nationalsozialistischen Untergrunds". Zwei der Täter hatten sich erschossen, der noch verbliebenen Täterin wurde derzeit der Prozess gemacht. Schnell wurde klar, dass die Kollegen der Polizei und die Nichtkollegen der Geheimdienste gemeinsam dem Trio deutlich früher hätten auf die Schliche kommen können. Doch die Spur des Terrors hatte sich mit neun Mordopfern durch neun Städte gezogen, verteilt über fünf Bundesländer, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Lorenz hatte schon viel früher die Idee zu solch einer "Schnellen Eingreiftruppe" gehabt, die frühzeitig Fälleübernahm, die Bundeslandgrenzen überschritten, um diese dann effizient zu lösen, als Koordinator mit den jeweiligen Beamten vor Ort. Seine Chefs hatten der Idee skeptisch gegenübergestanden.

Der BKA -Vize hatte sich dann aber dafür eingesetzt und schließlich das Bundeskriminalamt bewogen, eine solche Zelle einzurichten, die blitzschnell reagieren konnte, wenn schwere Serienstraftaten in mehreren Bundesländern ermittelt werden mussten. Solch eine Abteilung zu gründen, das war schon eine Herkulesaufgabe gewesen. Herkules' ganze Sippe musste hingegen hinzugezogen werden, damit die Innenministerkonferenz dieser Abteilung die Kompetenz zubilligte, Fälle an sich nehmen zu dürfen. Der Kompromiss war, dass der Präsident Lorenz zum Eingreifen ermächtigen musste.

Und nun hatte er gestern wieder seinen Standar

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