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Stille Nacht, grausige Nacht Ein frostiger Winterthriller von Schmöe, Friederike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.10.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Stille Nacht, grausige Nacht

Hast du dir jemals vorgestellt, ein Buch aufzuschlagen und deine eigene Geschichte darin zu lesen? Und noch schlimmer: zu erfahren, dass heute der letzte Tag deines Lebens ist! Die Reporterin Trisha hat ausgerechnet am Abend des 23.12. im verschneiten Thüringer Wald eine Autopanne. Zwangsweise übernachtet sie in einem einsamen Hotel. Als sie auf der Suche nach Lesestoff auf ein zerfleddertes Manuskript stößt und anfängt darin zu lesen, gefriert ihr das Blut in den Adern. Der Text erzählt ihre eigene Geschichte bis zur heutigen Nacht und endet in einer Drohung: Noch in dieser Nacht wirst du sterben ...

Geboren und aufgewachsen in Coburg, wurde Friederike Schmöe früh zur Büchernärrin - eine Leidenschaft, der die Universitätsdozentin heute beruflich frönt. In ihrer Schreibwerkstatt in der Weltkulturerbestadt Bamberg verfasst sie seit 2000 Kriminalromane und Kurzgeschichten; sie gibt Kreativitätskurse für Kinder und Erwachsene und veranstaltet Literaturevents, auf denen sie in Begleitung von Musikern aus ihren Werken liest. Ihr literarisches Universum umfasst u.a. die Krimireihe um die Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy und eine Krimiserie mit der Münchner Ghostwriterin Kea Laverde als Hauptfigur. Ihre Kurzgeschichte "Das geheime Wissen der Zofe" erhielt 2014 den Homer für historische Literatur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 245
    Erscheinungsdatum: 07.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839248669
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2526kBytes
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Stille Nacht, grausige Nacht

2. Kapitel

Ron Faber. Der Stern am Himmel einer großen deutschen Volkspartei. Einer, dem man bisher nicht ans Bein pinkeln konnte. Er hat alles richtig gemacht: keine plagiierte Doktorarbeit im Lebenslauf, im Gegenteil, gar nicht promoviert. Ein Hüne mit blondem Haar, einer ebenso blonden Frau und drei blonden Kindern. Na ja, der Kleinste hat einen rötlichen Einschlag. Die Familie würde dem Merian-Schweden-Heft auf der Titelseite alle Ehre machen. Individuelle Freiheit im Internet, das ist momentan ein Thema, und Faber hat es zu seinem gemacht, mit markigen Worten, gegen den Willen von ein paar wichtigen Nasen in seiner Partei. Schließlich vor einem knappen Jahr der Sturz: Ron Faber hat Kinderpornos auf seinem Dienstrechner in seinem Leipziger Büro. Landtagsmandat: futsch. Karriere: im Eimer. Individuelle Freiheit: in Gefahr. Familie: zerrüttet. Im vergangenen Herbst wurde ihm der Prozess gemacht.

Ron Faber redete sich von Anfang an raus. Gab sich auf Pressekonferenzen als tapferer Soldat Schweijk: Er hat damit nichts zu tun! Jemand will ihm Übles! Die Politik ist ein Vipernnest, leuchtet doch ein! So ein Dienstrechner ist manipulierbar, oder? Steht der nicht oft genug unbeobachtet im Büro, und jeder, der vorbeigeht, kann ran?

Der Volvotyp und ich, wir sitzen in einem McCafé irgendwo in der Pampa. Weihnachtslieder blubbern aus Lautsprechern. Um uns versinkt Thüringen in Dunkelheit. Der 23.12. geht zu Ende. Wenige Kilometer weiter liegt die Autobahn unter Blech und Schnee in tiefer Stille. Ich bin heilfroh, von dort weg zu sein. Dann franze ich mich nachher eben durch die Bergstraßen nach Süden. Das habe ich schon öfter gemacht, immerhin ist die Strecke stauanfällig, zu allen Jahreszeiten, vor allem wegen der vielen Baustellen, zu Ferienzeiten insbesondere, und daher gibt es keine Ausfahrt an der A9, die ich nicht irgendwann zwangsweise ausprobiert habe. Und auf meinen Vater muss ich im Alter von 29 ja wohl nicht mehr hören. Vor lauter Erleichterung über die gelungene Flucht via Standspur erzähle ich dem Volvotypen alles über meine letzte Story.

Der wiegt den Kopf. "Ich habe einiges in der Presse über Ron Faber gelesen. Ich meine, das hat die Runde gemacht, aber hallo! Zumal er sich echt gewieft aus der Affäre gezogen hat. Glauben Sie an den Fensterputzer?"

Ich blicke auf seine Hände. Kein Ring.

"Faber machte geltend, dass er zu den Zeiten, als die Downloads stattfanden, gar nicht in seinem Dienstzimmer war. Mehrmals befand er sich auf einer Sitzung und wurde dort auch gesehen. Das konnte er beweisen. Somit wirkt es plausibel, dass ein anderer sich an dem Rechner zu schaffen gemacht hat. Gemacht haben könnte !"

"Schlechtes Alibi. Man kann einen Rechner so programmieren, dass er zu einer bestimmten Zeit Dateien runterlädt."

"Aber ihm konnte nichts dergleichen nachgewiesen werden, und die haben seinen PC auf Herz und Nieren durchgecheckt." Es ist müßig, sämtliche Details über Kreditkartenabrechnungen, Logprotokolle, Suchstichworte, die von Fabers Rechner ausgingen, und all den anderen Kram zu beschreiben. "Er ist davongekommen. Ein anderer musste sich vor Gericht verantworten."

"Ein Fensterputzer! Da lache ich ja."

"Sieht vorgeschoben aus, gebe ich zu. Glauben Sie mir, ich habe sämtliche Akten, Papiere, Gerüchte daraufhin überprüft, ob es auch nur den kleinsten Hinweis gibt, dass eine politische Intrige im Gange ist. Da war nichts. Aber Faber ist hiermit sowieso ausrangiert. Seine Politikerkarriere kann er vergessen."

"Tut Ihnen das leid?" Der Volvotyp sieht mich an, den Kopf schief gelegt.

Ich muss lächeln, schaue schnell weg; zurzeit lächle ich nicht oft, wenn ein Mann in der Nähe ist. Der letzte, der mich zum Lächeln brachte, hieß Joker alias Gregor, und das Lächeln hielt nicht lange an. Ich gucke auf den angebissenen Donut auf meinem Teller. Auf die Kerze, die auf dem Tischchen brennt. "Nein. Tut es nicht.

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