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Stiller Schmerz Bonus-Story zu "Bittere Wunden" - Short Thriller von Slaughter, Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2014
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
1,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Stiller Schmerz

Der Short-Thriller "Stiller Schmerz" bietet exklusives Bonusmaterial als E-Book und erzählt, was vor den Ereignissen in "Bittere Wunden" passiert: Am Atlanta International Airport wird Detective Will Trent Zeuge, als ein kleines Mädchen entführt wird. Doch sein Verdacht beruht lediglich auf einem zufällig mitangehörten Gesprächsfetzen. Will setzt auf seinen Instinkt und sich selbst über seine Befugnisse hinweg. Aber wie soll er den Entführer und sein Opfer wiederfinden, nachdem sie in die Menschenmassen des Atlanta International Airport eingetaucht sind? Karin Slaughter, Jahrgang 1971, stammt aus Atlanta, Georgia. 2003 erschien ihr Debütroman Belladonna, der sie sofort an die Spitze der internationalen Bestsellerlisten und auf den Thriller-Olymp katapultierte. Ihre Romane um Rechtsmedizinerin Sara Linton, Polizeichef Jeffrey Tolliver und Ermittler Will Trent sind inzwischen in 37 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 35 Millionen Mal verkauft worden.

Produktinformationen

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Stiller Schmerz

1 . Kapitel

S pecial Agent Will Trent saß in der hintersten Kabine der Herrentoilette zwischen den Gates C38 und C40 am Hartsfield-Jackson International Airport von Atlanta. Er starrte auf die geschlossene Kabinentür und versuchte, den Mann am Urinal nicht hören zu müssen. Aus den Lautsprechern an der Decke drang Fahrstuhlmusik: Lady Antebellums "Need You Now". Anfangs hatte der Song Will an seine Freundin Sara Linton erinnert. Doch dann war er immer wieder abgespielt worden, mindestens sechzehn Mal in den vergangenen fünf Stunden, und Will wollte inzwischen nichts lieber, als in eine Steckdose zu greifen und sich selbst einen tödlichen Stromschlag zu versetzen, um ihn nie wieder hören zu müssen.

Im Georgia Bureau of Investigation gab es eine Menge Jobs, die die Ermittler als unattraktiv erachteten – Hintergrundrecherchen über Gemischtwarenhändler, die Lottoscheine verkaufen wollten, verdeckte Ermittlungen in Bingo-Casinos, die verhindern sollten, dass ältere Damen übers Ohr gehauen wurden –, aber kein Auftrag war so verhasst wie die polizeiliche Überwachung der Herrentoiletten am meistfrequentierten Passagierflughafen der Welt.

Das Internet war voll von Websites über die besten Toiletten für männliche Reisende, die auf anonyme Abenteuer aus waren, und Hartsfield war dafür eine der ersten Adressen. Es gab Hinweise auf die besten Zeiten für Streifzüge, welcher Typ Mann in welcher Abflughalle vorherrschend war, sowie Tipps zu den diversen Kabinenwand-Verrenkungen, die an den verschiedenen Örtlichkeiten am beliebtesten waren.

Will war es egal, was zwei Erwachsene einvernehmlich miteinander trieben. Es wäre ihm allerdings lieber, sie würden es nicht an einem öffentlichen Ort tun, zu dem auch Kinder Zutritt hatten. Für gewöhnlich brachte er die erste halbe Stunde jedes Morgens mit einer Kontrolle der einschlägigen Treffpunkte zu und postete dann anonym, er habe einen Polizeibeamten entdeckt, der die Kabinen im Auge habe.

Und trotzdem tauchten diese Idioten immer wieder auf.

Neunundachtzig Millionen Passagiere pro Jahr. Fünf Rollbahnen. Sieben Abflughallen. Über hundert Restaurants. Doppelt so viele Läden. Ein Passagier-Beförderungssystem. Ein U-Bahnhof. Fast sechshunderttausend Quadratmeter Fläche, die sich über zwei Countys, drei Städte und fünf Gerichtsbarkeiten ausdehnte. Siebenhundertfünfundzwanzig Toilettenkabinen. Dreihundertachtunddreißig Urinale.

Dieser Teil der Statistik war besonders verdrießlich. Will würde wahrscheinlich jedes einzelne dieser Urinale zu Gesicht bekommen haben, ehe er das Zeitliche segnete.

Und das alles nur, weil er nicht zum Friseur gehen wollte.

Das Handbuch verlangte von den Angestellten des GBI , dass die Haare im Nacken mindestens eins Komma drei Zentimeter über dem Kragen enden mussten. Amanda Wagner, Wills Chefin, hatte ihm ein paar Tage zuvor ein Lineal an den Nacken geklatscht. Wills Haar war exakt auf dem Punkt gewesen, doch Amanda war niemand, die sich in ihren Überzeugungen von Fakten abbringen ließ. Als Will nicht sofort zum Friseur gestürzt war, hatte sie ihn bis auf Weiteres zum Toilettendienst am Flughafen verdonnert. Aber da würde Amanda lange warten müssen, bis Will einknickte. Sara mochte seine Haare lang. Sie fuhr ihm gern mit den Fingern hindurch, zog ihre Fingernägel gern über seine Kopfhaut.

Was bedeutete, dass Will wohl bis ans Ende seiner Tage den Moralapostel von Hartsfield würde abgeben müssen.

Ein Mann betrat die Toilette. "Ich hab ihr gesagt: Wenn es dir nicht passt, kannst du ja ausziehen."

Will lehnte den Kopf an die Wand und schloss die Augen. In den letzten Tagen

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