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Stimme des Blutes von Murphy, Gloria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.09.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)

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Stimme des Blutes

Spannend bis zur letzten Seite - raffinierter Nervenkitzel von einer Meisterin des Psychothrillers! In einem Vorort von Boston wird der dreijährige Kevin Matthews entführt. Die Eltern sind verzweifelt; von dem Entführer fehlt jede Spur. Als Monate später die Leiche eines Kindes gefunden wird, identifiziert Neil Matthews sie offiziell als die seines vermissten Sohnes. Nur Chris, seine Frau, kann sich mit dem Verlust ihres Kindes nicht abfinden und glaubt fest daran, daß Kevin noch lebt. Und eines Tages scheint die Vergangenheit aufzuerstehen...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 319
    Erscheinungsdatum: 12.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955305345
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1859 kBytes
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Stimme des Blutes

Kapitel 1

Der fünfjährige Junge kniete neben dem Mann auf dem Holzboden und wiederholte dessen Worte: "Lieber Gott, mach aus Davie einen besseren Jungen. Laß dieses verrückte Zeug aus seinem Kopf verschwinden und begrab es irgendwo. Amen." Danach hüpfte der Junge ins Bett und zog sich die Decke über. Der Mann stand auf und fuhr mit seinen Fingern, denen das Nägelkauen anzusehen war, durch seine störrischen, roten Haare.

"Gute Nacht, Davie."

Stille.

"Gute Nacht, Davie", wiederholte der Mann.

Mit beiden Fäusten hielt der Junge den Saum der rauhen Wolldecke fest. "Gute Nacht, Fletcher", sagte er schließlich, obwohl er wußte, daß Davie nicht sein richtiger Name war.

Die Tür ging zu, und wie immer war der Junge froh, daß es dunkel war und daß er endlich allein war. Dies war die Zeit, in der er mit ihnen sprach. Er drehte sich auf den Bauch, schloß die Augen und wartete...

Endlich sah er sie, und er hörte, wie sie ihm zuriefen: "Hallo, wo bist du, Kevin?" fragte Mami. "Ich kann dich nicht sehen."

"Hier bin ich, Mami, hier in Fletchers Haus", antwortete er leise in sein Kopfkissen. "Kannst du mich jetzt sehen?"

Sie lächelte - dasselbe Lächeln, das immer all die unheimlichen Gedanken aus seinem Kopf verschwinden ließ.

"Ich vermisse dich, Kevin. Ich liebe dich."

"Ich dich auch", sagte er, dann holte er tief Luft und zeigte seine Zähne. "Guck mal. Heute habe ich mir dreimal die Zähne geputzt."

"Du bist aber ein braver Junge, Kevin", sagte sie. Er wußte, daß er nicht wirklich ein braver Junge war. Aber Mami fragte nie nach den schlimmen Dingen, die er tat, und so erzählte er ihr auch nichts davon.

"Kann ich jetzt nach Hause kommen, Mami, Daddy? Bitte?"

"Bald, Kevin", antwortete Daddy. "Eines Tages, sehr bald, wirst du aus deinem Schlafzimmerfenster hinausschauen, und wir werden dasein, direkt vorm Haus."

Er wollte aber jetzt nach Hause gehen! Ihm brannten die Tränen unter den geschlossenen Lidern, und er vergrub sein Gesicht im Kopfkissen, so daß Mami es nicht sehen konnte. "Vielleicht morgen, Daddy?"

"Ja, vielleicht morgen, Kevin."

Und da war Mami wieder. "Möchtest du jetzt eine Geschichte hören, Kevin?"

Er nickte.

"Also dann ... Du darfst dir etwas aussuchen. Willst du etwas Lustiges, etwas Fröhliches, oder lieber etwas Abenteuerliches?"

"Etwas Lustiges", sagte er.

"Gut. Aber als erstes mußt du dich entspannen, ganz locker sein. Alles ausschütteln, Beine, Arme, Finger, damit die großen Muskeln ganz locker sind."

Leise kichernd wälzte sich der Junge im Bett herum.

Als er wieder ruhig lag, begann Mami zu erzählen: "Es war einmal ein Kauz, der Oskar hieß. Alles in allem war er ein ganz normaler Kauz, denn er tat alles, was seine Freunde auch taten - bis auf eine Sache. Und diese Sache war für einen Kauz absolut unerhört: Oskar kaute Kaugummi."

Kevin lächelte - dies war keine Geschichte aus irgendeinem Buch, sondern eine von Mamis selbstgemachten Geschichten. Kurz bevor er einschlief, hörte er Mamis vertrautes Flüstern noch einmal an seinem Ohr: "Hab Geduld, Kevin. Bald bist du wieder zu Hause."

Am nächsten Morgen rannte Kevin gleich zum Fenster, voller Hoffnung, daß heute der besagte Tag sei. Aber all

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