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Stumme Hechte von Wittkamp, Rainer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.04.2016
  • Verlag: Grafit Verlag
eBook (ePUB)
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Stumme Hechte

Sie kennen sich seit der Ausbildung: Jedes Jahr machen die vier hochrangigen Polizeibeamten Lutz Büchler, Max Hartl, Steffen Reifenberg und René Walcha eine Woche Männerurlaub. Aber dieses Mal findet die gemeinsame Radtour ein jähes Ende, als nach einer durchzechten Nacht unweit der Campingstelle einer der vier ermordet aufgefunden wird. Für die Kommissare Martin Nettelbeck und Wilbert Täubner spricht vieles für Selbstmord und sie rechnen mit einem schnellen Abschluss. Doch dann mauern die drei überlebenden Freunde plötzlich bei der Befragung. Nettelbeck nimmt Witterung auf, aber bei diesen Ermittlungen kommt es auf viel Fingerspitzengefühl an - schließlich sind die drei Verdächtigten einflussreiche Kollegen. Gleichzeitig wird der Kommissar von einem alten Fall eingeholt, und als die kleine Tochter seiner Lebensgefährtin Philomena entführt wird, liegen Nettelbecks Nerven blank.

Rainer Wittkamp wurde in Münster/Westfalen geboren. Er führte bei diversen Fernsehserien Regie und betätigte sich als Producer, Dramaturg, Headwriter und Stoffentwickler für namhafte Produktionsfirmen. Seit Mitte der Neunzigerjahre schreibt er auch Drehbücher. Als Kriminalschriftsteller debütierte Wittkamp 2013 mit dem ersten Fall für Martin Nettelbeck Schneckenkönig. Für seinen zweiten Roman Kalter Hund wurde der Autor mit dem Krimiblitz, dem Publikumspreis der krimi-couch.de für den besten Krimi eines Jahres geehrt. Zuletzt erschien Frettchenland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783894251970
    Verlag: Grafit Verlag
    Serie: Martin Nettelbeck Bd.4
    Größe: 416 kBytes
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Stumme Hechte

25

Kai Holm saß an seinem Schreibtisch und tippte auf einer der Tastaturen herum.

Nadine schritt die Regale ab und schätzte, dass dort mindestens viertausend CDs verstaut waren. Vermutlich noch viel mehr. Sie kannte allerdings kaum einen der Musiker.

"Mensch, hast du viele CDs. Die müssen ja ein Vermögen gekostet haben."

"Sind fast nur Rezensionsexemplare, alles umsonst gekriegt. Ich habe früher für ziemlich wichtige Musikzeitschriften geschrieben."

"Echt? Ist ja irre!"

"Für Sounds, Tempo, Fachblatt Musikmagazin und andere. Außerdem noch für diverse Stadtzeitungen."

"Klasse, da hast du bestimmt tierisch Kohle gemacht."

"Na ja, geht so. War nicht schlecht. Suche mal Tubeway Army raus. Zweite Reihe von oben."

"Welche denn? Hier stehen mehrere von denen."

"Replicas."

Nadine brachte Kai die CD und er schob sie in den Player. "Absolut geile Scheibe. Habe ich damals für die Spex besprochen. Muss in deren erster oder zweiter Nummer gewesen sein."

"Wahnsinn! Ich steh ja unheimlich auf Eminem. Und auf 50 Cent . Schreibst du auch über die?"

"Ich lehne es grundsätzlich ab, Hip-Hop zu besprechen."

"Ach so."

"Ich verfasse überhaupt keine Musikkritiken mehr. Techno hat alles kaputt gemacht. Und dieses abartige Verbot der Tabakwerbung. Das haben die Zeitschriften nicht über ... Sekunde mal."

Plötzlich hämmerte Holm wie verrückt in die Tasten.

Nadine trat an den Schreibtisch und sah ihm über die Schulter.

GutMenschHasser

Statt hier mit ihren Kopftuchmädchen Islampropaganda zu machen, sollen sich diese Hassprediger erst mal uns Deutschen anpassen! Müssen wir auch in ihren muslimischen Drecksdiktaturen!

Holm las einen Kommentar auf seinen Post und hämmerte dann erneut in die Tastatur.

GutMenschHasser

Wenn uns Christen von diesen Verbrechern der Kopf abgeschlagen wird, ist keine Zeit mehr, um groß rumzuquatschen. Dann sollten wir endlich handeln! Und zwar umgehend! Sonst garantiere ich für nichts!

Holm las den Kommentar des anderen und tippte weiter.

GutMenschHasser

Dann mach diesen Kameltreiber doch zu deinem Schwiegersohn. Dein Gesicht möchte ich sehen, wenn deine Tochter nur noch mit 'ner Burka rumlatscht! Da kannst du dir auch gleich den Strick nehmen!

Grinsend wartete Holm auf die Erwiderung. Die kam und er hackte los.

GutMenschHasser

Ich scheiß auf deine Religionsfreiheit, du Weichei! Hier ist Europa, nicht das beschissene Morgenland! Wir sind christlich geprägt! Wir brauchen keine islamischen Hassprediger! Never!

Holm schaute auf den anderen Monitor und wechselte blitzschnell die Tastatur. Nahtlos begann er, in einer anderen Kommentarschiene zu schreiben.

blue-collar-hero

Die Arbeitszeit in Deutschland gehört schon längst flexibilisiert. Aber diese sogenannten Gewerkschaften blockieren ja alles nur. Kennt man ja! Faule Säcke! Bloß nicht richtig ranklotzen!

Holm lachte leise auf, als er die Antwort las, und hackte weiter.

blue-collar-hero

Ich möchte mir nämlich etwas leisten für meine Arbeit, dafür schaffe ich gern ein bisschen mehr. Sie wollen doch nur die DDR zurück, Sie geschichtsvergessene rote Socke. Wohl Hartz-Vier-Bezieher, was?

Er wartete, bis ein neuer Kommentar abgesetzt wurde, und schrieb gleich eine Erwiderung.

blue-collar-hero

Anstatt dass Sie auch mal ein paar Stündchen mehr arbeiten, soll ich Sie wohl noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag mit durchfüttern! Da haben Sie sich aber geschnitten, Sie kommunistische Ausgeburt!

"Wieso schreibst du diese ganzen Kommentare?", fragte Nadine. "Ist das dein Hobby?"

"Nein, nein, ich werde pro Kommentar bezahlt."

"Echt? Wie viel kriegst du für einen?"

"Die Masse macht's

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