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Suche mich nicht Thriller von Coben, Harlan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.06.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Suche mich nicht

Für Simon wird ein Alptraum wahr, als seine Tochter Paige von einem Tag auf den anderen verschwindet. Hinterlassen hat sie eine Botschaft, in der sie klar macht, dass sie nicht gefunden werden will. Panisch begibt sich Simon auf die Suche, und als er Paige im Central Park tatsächlich entdeckt, erkennt er seine Tochter nicht wieder. Denn diese junge Frau ist völlig verstört und voller Angst. Sie flieht vor ihm, und Simon hat nur eine Chance, wenn er sie retten will: Er muss ihr in die dunkle und gefährliche Welt folgen, in deren Sog sie verloren ging. Und was er dort entdeckt, reißt ihn und seine gesamte Familie in einen Abgrund ... Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Thriller wurden bisher in über 40 Sprachen übersetzt und erobern regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Harlan Coben, der als erster Autor mit den drei bedeutendsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet wurde - dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award - gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 18.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641220723
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Run Away
    Größe: 2479 kBytes
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Suche mich nicht

EINS

S imon saß auf einer Bank im Central Park - in Strawberry Fields, um genau zu sein - und spürte, wie ihm das Herz brach. Das bemerkte natürlich niemand - zunächst jedenfalls nicht. Erst als die Fäuste flogen und zwei Touristen, ausgerechnet aus Finnland, zu schreien anfingen, während neun weitere Parkbesucher aus den unterschiedlichsten Ländern den ganzen abscheulichen Vorfall mit ihren Handys filmten.

Aber bis dahin sollte noch eine Stunde vergehen.

In Strawberry Fields gab es weder Erdbeeren, noch konnte man diesen knapp einen Hektar großen Parkabschnitt als "Feld" (Einzahl) bezeichnen, und "Felder'" (Plural) traf die Sache schon gar nicht. Aber der Name spielte auch nicht auf eine aktuelle oder frühere Nutzung dieser Fläche an, vielmehr bezog er sich auf den Beatles-Song Strawberry Fields Forever . Strawberry Fields ist eine dreieckige Fläche im Central Park West auf Höhe der 72nd Street und ist dem Andenken John Lennons gewidmet, der direkt gegenüber im Dakota Building erschossen wurde. Das Herzstück der Gedenkstätte ist ein rundes Mosaik aus schwarzen und weißen Steinen, die in dessen Mitte ein einzelnes Wort bilden:

IMAGINE

Tief bestürzt blickte Simon vor sich hin, nur gelegentlich blinzelte er. Touristen strömten herbei und machten Fotos mit dem berühmten Mosaik - Gruppenbilder, Selfies, manche knieten sich auf die Steine, manche legten sich darauf. Wie an fast jedem Tag war der Schriftzug IMAGINE mit frischen Blumen geschmückt, heute in Form eines Peace-Zeichens aus den Blütenblättern von roten Rosen, die seltsamerweise nicht wegwehten. Die Besucher warteten geduldig, bis sie an der Reihe waren - vielleicht weil es eine Gedenkstätte war - und dieses ganz besondere Foto machen konnten, das sie dann auf Snapchat, Instagram oder einer anderen von ihnen bevorzugten Social-Media-Plattform mit einem John-Lennon-Zitat posteten, zum Beispiel ein paar Zeilen aus einem Beatles-Song oder etwas aus jenem Lied, in dem alle Menschen in Frieden lebten.

Simon trug Anzug und Krawatte. Er hatte die Krawatte nicht gelockert, als er sein Büro im World Financial Center in der Vesey Street verlassen hatte, um hierherzukommen. Ihm gegenüber saß eine - wie nannte man sie heutzutage? Obdachlose? Berberin? Drogenabhängige? Psychisch Kranke? Bettlerin? - ganz nah am berühmten Mosaik und spielte für Kleingeld Beatles-Songs. Die "Straßenmusikerin" - vielleicht eine wohlwollendere Bezeichnung - schrammelte auf einer verstimmten Gitarre herum und krächzte mit gelben Zähnen etwas über Penny Lane, die "in her ears and in her eyes" sei.

Eine befremdliche oder zumindest komische Erinnerung schoss Simon durch den Kopf: Simon war ständig an diesem Mosaik vorbeigekommen, als seine Kinder klein gewesen waren. Paige musste etwa neun, Sam sechs und Anya drei Jahre alt gewesen sein, als sie von ihrem Apartment, das nur fünf Blocks von hier entfernt zwischen der Columbus Avenue und Central Park West an der 67th Street lag, regelmäßig über Strawberry Fields zur Alice-in-Wonderland-Statue am Ostrand des Parks spazierten. Was sonst fast nirgends auf der Welt erlaubt war, hier war es kein Problem. Kinder durften auf den gut drei Meter hohen Figuren von Alice, dem verrückten Hutmacher, dem weißen Kaninchen und ein paar scheinbar unpassenden Riesenpilzen herumklettern und -krabbeln. Und Sam und Anya liebten das, sie wuselten auf den Figuren herum, wobei Sam irgendwann immer zwei Finger in Alice' Bronze-Nasenlöcher steckte und Simon zurief: "Dad! Guck mal, Dad! Ich popel in Alice' Nase!", woraufhin Sams Mutter Ingrid unweigerlich seufzte und leise "Jungs" murmelte.

Aber Paige, ihre Erstgeborene, war schon damals ruhiger gewesen. Sie setzte sich mit einem Malbuch und unbeschädigten Wachsmalstiften auf eine Bank - sie mochte es nicht, wenn ein Stift zerbrach oder sich die Papierhülle löste&

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