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Sylter Sündenfall Thevs und Schimmelreiter ermitteln von Oliver, Sophie (eBook)

  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)

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Sylter Sündenfall

Ein verschollen geglaubtes Meisterwerk eines bayerischen Malerfürsten soll ausgerechnet auf Sylt enthüllt werden. Seine Besitzerin, Henriette Schimmelreiter, ist vor Ort. Dann gibt es einen Mord, einen Diebstahl und einen Skandal und Henriette findet sich an der Seite des nordisch-spröden Detektivs Tehvs Behrens wieder, um hinter das Geheimnis der "Sünde" zu gelangen. Dabei muss sie sich über die feine Sylter Gesellschaft sehr wundern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 192
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962152505
    Verlag: Edel Elements
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Sylter Sündenfall

Forellenweiher

(Franz von Stuck, 1890, Radierung, 30x25cm, Metropolitan Museum of Modern Art, New York)

Präzise in dem Moment, als das Wasser in ihre Gummistiefel schwappte, erhellte ein Blitz den grauen Nachmittagshimmel, unmittelbar gefolgt von krachendem Donner. Das Gewitter stand direkt über Hettie. Es dauerte ein wenig, bis sich ihre Gänsehaut wieder legte. Sie hasste kalte Füße, nasse kalte Füße noch mehr, und es war sicherlich kein Intelligenzbeweis, dass sie sich während eines Unwetters in einem Bach aufhielt. Aber was getan werden musste, duldete keinerlei Aufschub.

Mit einem gemurmelten "Ist eh schon wurscht" ging sie in die Knie. Dabei schwappte das Wasser über ihre Oberschenkel, doch was machte das noch für einen Unterschied? Nasser als nass war schließlich nicht möglich. Es goss wie aus Kübeln. Mit beiden Händen griff sie beherzt in das Absperrgitter des Bachlaufs. Büschelweise rupfte sie Schlingpflanzen, Laub und Schilf heraus und warf sie ans Ufer, wieder und wieder. So lange, bis das Gitter frei war und das Wasser wieder ungehindert hindurchfließen konnte. In letzter Minute hatte Hettie den Bach vor dem Überlaufen bewahrt. Die Fische würden ihr diesen furchtlosen Einsatz hoffentlich danken. Ein erneuter Blitz rief sie zur Vernunft. Mit schmatzendem Schuhwerk rannte sie über die Wiese, den Hügel hinauf und zur Hintertür des herrschaftlichen Anwesens, welches ihn krönte. Bevor sie hineinging, schlüpfte sie aus ihren Gummistiefeln und kippte das darin befindliche Wasser in einen Geranientopf, der neben dem altmodischen Klingelzug stand. Vor dem Garderobenspiegel packte sie ein kurzer Moment des Grausens. Erst gestern war Hettie beim Friseur gewesen, hatte für Ansatzfarbe, Schneiden und Glattföhnen der Locken einen obszön hohen Geldbetrag bezahlt. Und jetzt sah ihr rotblondes Haar wie ein nasser Topfreiniger aus. Um genau zu sein, fühlte es sich auch so an. Die saftigen Geräusche, die ihre Socken auf dem Fliesenboden machten, ermahnten sie, sich zuerst um größere Probleme wie die völlig durchnässte Kleidung zu kümmern, und erst danach um die Frisur. Beinahe schaffte sie es ins obere Stockwerk, doch ein Knarzen der alten Holzstufen alarmierte Hetties Mutter.

"Henriette!"

Wie kann eine Frau Mitte siebzig während eines Gewitters ein derartig leises Geräusch durch mehrere Wände und Türen hindurch hören?, fragte sie sich entnervt. Einen Moment lang befürchtete Hettie, ihre Mutter würde in Ohnmacht fallen.

"Wie siehst du aus! Vollkommen verdreckt! Nass! Und deine Frisur! Du hattest doch ordentlich geföhnte Haare."

"Ich musste den Bachlauf frei machen."

"Das ist Gregors Aufgabe!"

"Der Gärtner hat geregelte Arbeitszeiten, Mutter. Es ist nicht mehr so wie früher, wo man rund um die Uhr Zugriff auf das Dienstpersonal hatte, weißt du? Heute ist Sonntag, da arbeitet der Gregor nicht."

"Deswegen musst du noch lange nicht ..."

"Muss ich wohl. Gregor hätte die Absperrung schon letzte Woche reinigen sollen. Hat er aber nicht gemacht. Und jetzt wäre der Bach beinahe übergelaufen bei dem starken Regen. Dann hätten wir die Forellen von der Wiese aufklauben können. Wäre dir das lieber gewesen?"

"Gute Güte, nein. Selbstverständlich nicht." Nachdenklich spielte ihre Mutter mit der Perlenkette um ihren Hals. Enerviert wedelte sie mit der Hand. "Gerade wo sich deine Tante für übermorgen angesagt hat. Natürlich mit ihren Enkelkindern, allen fünf! Die werden genug Dreck machen, da brauchen wir nicht auch noch ein Fischsterben. Jetzt bring dich erst einmal in einen ansehnlicheren Zustand, der Tee wird sonst kalt."

Fünfzehn Minuten und eine heiße Dusche später betrat Hettie in einem knielangen Strickkleid den traditionell möblierten Salon und stellte erfreut fest, dass im Kamin Feuer brannte.

"Besser." Unter dem kritischen Blick ihrer allzeit eleganten Mutter kam sich Hettie wie eine Achtjährige vor, obwohl sie bereit

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