text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Töchter der Triaden - Band1 von Buthe, Hef (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2014
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Töchter der Triaden - Band1

Der junge Jurist Perkin ist Spross einer angesehenen Anwaltsfamilie in Singapur. Nach dem Unfalltod seines Vaters muss er dessen Kanzlei übernehmen und erfährt, mit welchem Klientel dieser reich wurde ... eine mächtige Triade, die asiatische MAFIA. Zu spät für Perkin, um weitere Aufträge der 'Ehrenwerten Gesellschaft' abzulehnen. Diese beharrt darauf, dass Perkin die Zusammenarbeit so fortführt, wie es mit seinem Vater abgemacht war. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, werden zwei Morde konstruiert, die Perkin als Täter in der Öffentlichkeit darstellen. Perkin hat keine Chance, seine Unschuld zu beweisen. Auf der Fahrt zum Haftrichter wird er von einer anderen Triade entführt, was ihm die lokale Justiz als Flucht und Schuldeingeständnis auslegt... Es beginnt für ihn eine Odyssee in den Fängen zweier rivalisierender Triaden, die beide Perkin brauchen, um die Lizenzen für das Spielerparadies Macau zu bekommen.

Hef Buthe, geboren 1946, durchstreifte von 1968-1975 die USA, Südamerika und Südostasien und berichtete als Reporter über den Vietnamkrieg, den Bürgerkrieg in Nicaragua und Yom Kippur. Danach folgten Aufenthalte auf Borneo, in Japan und Sibirien. Während seines anschließenden Studiums der Wirtschaftswissenschaften gründete er mit einem Freund eine Beraterfirma in Hongkong. 2000 zog er sich aus den Geschäftsleben zurück. Heute wohnt er mit seiner Frau, einer bekannten Drehbuchautorin, in Deutschland und widmet sich dem Schreiben von Krimis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 308
    Erscheinungsdatum: 10.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958650268
    Verlag: 110th
    Größe: 759 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Töchter der Triaden - Band1

Harry's war eine Institution, die auf dem Film Casablanca basierte. Nur trafen sich hier kaum Gestrandete, was die Preise nicht zuließen. Hier traf man sich aus der Geschäftswelt der nahe gelegenen Börse und prahlte über Erfolge. Misserfolge gab es nicht. Jeder übertrumpfte jeden mit seinen Tagespekulationen. Und, die Bar hatte einen unbezahlbaren Vorteil: hier durfte noch geraucht werden.

Wie Jean, eigentlich ein Belgier und Inhaber, das bewerkstelligt hatte, verriet er niemandem. Seine füllige Frau Babette führte die Küche und wohl auch Jean, der sich selbst gerne mal der beste Gast war. Beide waren vor etwa zwanzig Jahren hier hergekommen und hatten aus einer Seemannsspelunke ein "In-Lokal" gemacht, das einfach zum Bild vom alten Singapur gehörte. Und noch jemand war da, auf den ich heute gerne verzichtet hätte. James Cheer.

Jean stellte unaufgefordert ein kleines Gedeck an meinen Platz an der Bar und verdrehte die Augen in Richtung James.

"Der sucht wieder einen, den er anpumpen kann. Diesmal ein ganz dickes Geschäft. Garantiert fünfundzwanzig Prozent Gewinn im halben Jahr. Der wird nie schlau." Jean schüttelte den Kopf. "Warum den noch niemand erschlagen hat, ist mir ein Rätsel. Irgendetwas mache ich hier falsch." Er zwirbelte seinen schwarzen Schnauzbart und prostete mir so zu, dass Babette ihn nicht sah.

Die Bar füllte sich mit den Schlipsträgern. Es war Börsenschluss und in wenigen Minuten kein Stehplatz mehr zu bekommen. Ich nannte es das Ritual der Lemminge, das in ziemlich genau sechzig Minuten vorüber sein würde. Dann warteten die Ehepartner und/oder Taxis, um die Fuhre nach Hause zu karren. Der Weg war dann frei für die niedrigen Angestellten, die billigere Getränke bestellten, an denen sie sie sich länger festhielten. Aber, das kannte und mochte ich. Hier war ich unter Lebenden mit meinen Gedanken allein, die versuchten aus meiner Schädeldecke ein Schiebedach zu machen. Die Menge ließ mich fühlen, dass ich noch ein Mensch und noch kein Roboter war, den irgendwer programmierte und nur das Ergebnis gegen den Anschaffungspreis hochrechnete. Irgendwie lief zurzeit bei mir alles schief. Es war, als mache jemand Treibjagd auf mich. Aber wer? Es gab verschiedene Möglichkeiten, die sich alle verdammt viel Zeit ließen, mich vor eine endgültige Forderung zu stellen.

Dass das Erbe meines Vaters kein Zuckerlecken sein würde, hatte ich geahnt. Aber dass es derartige Konsequenzen nach sich zog, davon war ich nicht ausgegangen.

"Perkin ...", quiekte James Cheer und quetschte sich durch die Menge.

Ich legte das Geld auf den Tresen und versuchte, den Ausgang zu erreichen.

James war schneller. "He, du wirst mir doch nicht abhauen. Komm ich gebe noch einen aus, Jean!"

James war ein Windhund und ständig voller Ideen, wie er reich werden konnte. Ein mittelgroßer Ire, mit feuerrotem Schopf, einer blassen, fast weißen Haut, die eine Million Sommersprossen gnädig übertünchten. Aber schlimm war an ihm, außer seiner permanenten Selbstüberschätzung, seine kastratenhafte Quiekstimme, die einem das Knochenmark gefrieren ließ.

"Ich habe kein Geld und auch keine Nerven für deine Geschäfte", versuchte ich eine Abwehr. Es war sinnlos. James hatte sich wieder etwas in den Kopf gesetzt und quiekte weiter drauf los. "Weiß ich doch, alter Kumpel. Das pfeift ja schon die Presse von den Dächern, dass dich das Finanzamt am Arsch hat." Er pulte in der Nase und besah sich das Ergebnis. "Ich will doch kein Geld von dir. Ganz im Gegenteil. Ich bezahle dich."

Das war in mehr als zwanzig Jahren das erste Mal, dass mich James bezahlen wollte. Das stank bereits zum Himmel und war bestimmt wieder einer seiner Tricks, die sich gut anhörten, aber im Nachhinein so viele Fallen enthielten, in die er gerne andere laufen ließ.

"Na schön", prostete ich ihm zu. "Du hast noch 45.000 Dollar Schulden vom letzten Geschäft bei mir. Ich nehme es gerne bar. Du

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen