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Täuschung Meyer und Palushi ermitteln in Thailand. Kriminalroman. Meyer & Palushi ermitteln (3) von Ivanov, Petra (eBook)

  • Verlag: Unionsverlag
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Täuschung

Was ist das Geheimnis um Jasmin Meyers Vater? Er hat sie verlassen, als sie noch ein Kind war, hat sich nach Thailand abgesetzt, war dort in dubiose Geschäfte verwickelt und gilt seit nunmehr zehn Jahren als verschollen. Die Mutter verstummt, wenn die Rede auf ihn kommt, und wirft so immer drängendere Fragen auf anstatt sie zu beantworten. Jasmin beschließt, nach Thailand zu reisen und sich auf die Suche zu machen. Die Reise stellt sie und ihren Freund Pal Palushi vor ungeahnte Herausforderungen. Sie sucht im ganzen Land, unter Einheimischen und Schweizer Auswanderern, in geheimnisvollen Höhlen und dubiosen Bars nach Puzzlestücken der Vergangenheit. Mächtige Clans wollen sie ausschalten. Zuletzt stößt sie auf Dinge, die sie und ihre Familie im Innersten erschüttern.

Petra Ivanov verbrachte ihre Kindheit in New York. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz absolvierte sie die Dolmetscherschule und arbeitete als Übersetzerin, Sprachlehrerin und Journalistin. Heute ist sie als Autorin tätig und gibt Schreibkurse an Schulen und anderen Institutionen. Ihr Debütroman Fremde Hände erschien 2005. Ihr Werk umfasst Kriminalromane, Jugendbücher und Kurzgeschichten. Petra Ivanov hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u. a. den Zürcher Krimipreis (2010).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783293309463
    Verlag: Unionsverlag
    Größe: 2606 kBytes
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Täuschung

3

Sechs Wochen zuvor

D rei Anrufe in Abwesenheit. Alle von ihrer Mutter. Jasmin steckte das Handy in die Innentasche ihrer Lederjacke und verließ den Baumarkt, in dem sie seit Kurzem arbeitete. Ihr stand nur eine halbe Stunde Mittagspause zu, ihre Mutter würde warten müssen. Edith Meyer hatte sich noch nicht an Jasmins neuen Tagesablauf gewöhnt. Fast ein Jahr lang war Jasmin jederzeit erreichbar gewesen. Als private Ermittlerin hatte sie nur einen einzigen Personenschutzauftrag an Land gezogen. Noch immer wurde ihr kalt, wenn sie daran dachte. Der Auftrag hatte sie zurück an den Abgrund geführt, an dem sie stand, nachdem sie Opfer eines Verbrechens geworden war - und sie beinahe alles gekostet, was ihr etwas bedeutete.

Die Schiebetür ging auf, und Jasmin trat ins Freie. Kühle Winterluft schlug ihr entgegen. Jasmin schloss die Augen und legte den Kopf in den Nacken. Unvorstellbar, dass der erste Advent bereits vor der Tür stand. Gerade noch hatten sich die Blätter an den Bäumen zu verfärben begonnen. Sie überquerte die Straße und schlenderte auf einen Imbissstand zu, aus dem sich der Duft von Grillhähnchen verbreitete. Im Industrieviertel herrschte kaum Betrieb, der Großteil der Kunden würde die Möbelhäuser und Einkaufszentren erst am späten Nachmittag aufsuchen, wenn sich die Dämmerung über die Agglomeration von Zürich legte und die Lichterketten Weihnachtsstimmung aufkommen ließen.

Den Morgen hatte Jasmin damit zugebracht, Regale für Baumschmuck aufzubauen, leuchtende Rentiere und Weihnachtsmänner ans Stromnetz anzuschließen und künstlichen Schnee für die Dekorateure herbeizuschaffen. Zu ihrem Erstaunen hatte ihr die Arbeit gefallen. Obwohl die Tätigkeit kaum Fachwissen voraussetzte, genoss Jasmin das starke Drehmoment des Akkuschraubers, den Geruch des verdampfenden Öls und das Klicken des Seitenschneiders beim Kürzen der Drähte. Dass man das Ergebnis der Arbeit sah, befriedigte sie ebenfalls. Als Polizistin hatte sie über Monate hinweg die gleichen Fälle bearbeitet, der Abschluss war oft alles andere als zufriedenstellend gewesen.

Vor dem Imbissstand hatte sich eine Gruppe Möbelauslieferer versammelt. Jasmin studierte die Tafel, die neben der Theke angebracht war, und bestellte ein halbes Hähnchen mit Pommes frites. Sie setzte sich an einen der Kunststofftische und riss einen Ketchupbeutel auf. Die Möbelauslieferer beobachteten sie unverhohlen. Sie klopften Sprüche in ihre Richtung, doch Jasmin ignorierte sie. Sie schob sich eine Handvoll Pommes in den Mund, spülte sie mit Cola herunter, dann nahm sie das Hähnchen in beide Hände und biss hinein. Fett lief ihr über das Kinn und tropfte auf den Kartonteller. Als einer der Möbelauslieferer mit geschwellter Brust an ihr vorbeistolzierte, kehrte sie ihm den Rücken zu.

Die Arbeit im Baumarkt war bis Weihnachten befristet. Vielleicht würde sie sich anschließend um eine Feststelle bewerben, überlegte Jasmin. Mal schauen. Ein Schritt nach dem anderen. So hatte es ihre Therapeutin ihr eingeschärft. Erst wenn Jasmin sicher sei, dass sie der Boden unter ihren Füßen trage, solle sie den nächsten wagen. Sie hatte eine beachtliche Strecke zurückgelegt, seit sie die Klinik verlassen hatte. Sie war bei Pal eingezogen, schaffte es, die Wohnung ohne Panikattacken zu verlassen, nun ging sie sogar einer geregelten Arbeit nach. Pal war der Meinung gewesen, sie unternehme zu viel aufs Mal, und hatte ihr angeboten, für ihren Unterhalt zu sorgen, aber Jasmin wollte nichts davon wissen. Sie hatte fast alles verloren, an das bisschen Selbstachtung, das ihr geblieben war, klammerte sie sich hartnäckig.

Ihr Handy klingelte. Jasmin biss sich auf die Zunge. Verärgert legte sie das Hähnchen auf den Teller zurück. Obwohl sie verstand, dass sich ihre Mutter Sorgen machte, meinte sie manchmal, an der Fürsorge zu ersticken. Edith Meyer war nie eine Glucke gewesen. Nachdem ihr Man

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