text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tödliche neue Welt Kriminalroman von Weiler, Paul (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.04.2019
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)

10,99 €1

4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tödliche neue Welt

Im M nster der nahen Zukunft bricht ein weltber hmter K nstler auf dem Rathausbalkon der Giebelstadt vor tausenden Fans tot zusammen. Sein Brustkorb ist innerlich zerfetzt. Warum, ist unklar. Der ermittelnde Hauptkommissar Ivens sucht nach Antworten. Was er findet, ist beklemmend: In der Welt von morgen, in der wir T ren, Steckdosen und Haushaltsroboter ber Smartphones steuern, Drohnen und selbstfahrende Autos das Stadtbild pr"gen, kann ein Wahnsinniger von seinem Computer aus ganz Europa ins Verderben st rzen ... Paul Weiler wurde in M nster geboren, wo er heute wieder lebt und arbeitet. W"hrend der Ausbildung im Bereich Presse- und (TM)ffentlichkeitsarbeit schrieb er Texte f r zahlreiche Printmedien. Anschlieáend studierte er Betriebswirtschaftslehre und ver"ffentlichte zwei Sachb cher. Weiler ist Vater von zwei Kindern, Gesch"ftsf hrer eines bundesweit t"tigen IT-Dienstleisters und spielt Saxophon in einer Funk-Band. Dar ber hinaus widmet er sich mit Leidenschaft dem Schreiben von packenden Thrillern und Krimis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 348
    Erscheinungsdatum: 17.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839260180
    Verlag: Gmeiner-Verlag
Weiterlesen weniger lesen

Tödliche neue Welt

1

Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit grüßte Alexander Ivens zurück. Dieser Gruß war der erste Fehler des Tages - oder die erste glückliche Fügung, je nachdem, wie man es betrachtete. Die zweite Wendung des Tages, die ebenfalls je nach Standpunkt als Missgeschick oder Glücksfall angesehen werden konnte, folgte am frühen Nachmittag in Form eines unerwarteten Anrufes.

Doch bis dahin waren es noch knapp sieben Stunden. Jetzt zeigte die Uhr kurz nach neun, und Ivens war spät dran. Obwohl heute sein erster dienstfreier Tag seit Wochen war, stand ein wichtiger Termin auf der Agenda - zumindest hatte sein knurrender Magen entschieden, dass dieser Termin unaufschiebbar war. Er hatte einen Tisch in seinem Lieblingscafé reserviert, und von seinen zahlreichen vorherigen Besuchen dort wusste er, dass ein exzellentes Frühstücksbüfett auf ihn wartete.

Gerade hatte er die Wohnungstür hinter sich zugezogen und die ersten Stufen im Treppenhaus genommen, als ihm eine junge Frau über den Weg lief und ihm ein überschwängliches "Guten Morgen" entgegenschleuderte.

Normalerweise vermied Ivens jedes unnötige Wort in den frühen Morgenstunden, und an jedem anderen Tag wäre der Gruß unbeachtet verhallt wie das Dröhnen der ständig an seiner Innenstadtwohnung vorbeifahrenden Busse. Dabei war Ivens keineswegs ein unhöflicher Mensch. Es lag schlicht an der Uhrzeit - Ivens war ein absoluter Morgenmuffel. Heute jedoch hatte er ausgesprochen gute Laune, und daher grüßte er zurück.

Prompt nahm die junge Dame seine Freundlichkeit als Anlass zu einem kurzen Small Talk.

"Das müssen Sie sehen. Es ist einfach unglaublich!"

Ivens hob die Augenbrauen. "Was ist unglaublich?"

"Ach, kommen Sie! Raten Sie einfach, was er gemacht hat."

"Was wer gemacht hat?" Ivens begann, an dem Verstand der Frau zu zweifeln. Kurz überlegte er, wo er die etwas pummelige Blondine mit den rosa gefärbten Haarsträhnen und den waghalsig hohen Stöckelschuhen einordnen sollte. Wohnte sie hier? Er konnte sich nicht erinnern, sie schon einmal im Haus gesehen zu haben. Vermutlich eine Freundin des Studenten von oben, spekulierte Ivens.

"Sie haben wohl nicht auf dem Schirm, was heute abgeht, oder?", durchbrach sie seine Gedankengänge. "Mensch, heute ist CD! Komohoto übertrifft einfach alles, was bisher dagewesen ist."

Augenblicklich wich Ivens' gute Laune, als hätte ihm jemand eine schallende Ohrfeige verpasst. Wortlos drehte er sich um und nahm die Treppenstufen zurück in seine Wohnung. Dort kramte er eilig seine alte Sonnenbrille aus dem Schlafzimmerschrank.

Als Ivens auf die Straße trat, tobte in der Innenstadt bereits der Mob. Die Touristen tummelten sich wie Ameisen um einen saftigen Leckerbissen, zahllose menschliche Körper, dicht aneinandergedrängt, so weit das Auge reichte. Unzählige Minidrohnen, ausgestattet mit winzigen hochauflösenden Kameras, erfüllten die Luft mit einem lautstarken Brummen. Mehrere Fernsehsender hatten Gerüste aufgebaut, die meterhoch aufragten wie Flutlichtmasten. Oben auf den Plattformen sammelten riesige Objektive unablässig die Farben, Formen und Bewegungen der Szenerie und schickten sie hinaus in die ganze Welt. Weiter unten angebrachte Richtmikrofone selektierten aus dem Stimmengewirr der Massen die spontanen Meinungsäußerungen, um daraus das allgemeine Stimmungsbild wiedergeben zu können.

Ivens war sich sicher, wie dieses Meinungsbild ausfallen würde - nämlich so wie immer: ein Jahrhundertwerk; ein Fest für die Sinne; unbändige Kreativität im gekonnten Spiel zwischen Moderne und Geschichte.

Zum Glück filterten die dunklen Gläser seiner Sonnenbrille das Schlimmste dieser "unbändigen Kreativität" heraus.

Ivens drängte sich durch die Menschentrauben, die die Fassaden der mittelalterlichen Giebelgebäude und Kirchen der Innenstadt bestaunten. Doch weit kam er nicht. Gerade als er neben dem Rathaus eine schmale, fast menschen

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen