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Tödliche Schlei von Nicolaisen, Gea (eBook)

  • Erschienen: 14.03.2016
  • Verlag: Midnight
eBook (ePUB)
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Online verfügbar

Tödliche Schlei

Lisei ist am Boden zerstört, weil sie ihren Verlobten bei einem Unfall verloren hat. Nun lebt sie allein in seinem großen Haus und verliert kurz darauf ihren Job. Als auch noch auf sie geschossen wird, vermeintlich unabsichtlich, ist sie völlig am Ende. Wer könnte ihren Tod wollen? Zum Glück hilft ihr der geheimnisvolle Trajan, den sie gerade erst kennen gelernt hat. Gemeinsam mit ihm versucht sie dahinterzukommen, wer ihr nach dem Leben trachten könnte. Hat etwa ihr Verlobter, der mit Ethnokunst gehandelt hat, illegale Geschäfte gemacht? Oder steckt seine neidische Familie hinter dem Attentat? Als Lisei und Trajan ihren Nachbarn tot auffinden, ahnt Lisei bereits, dass sie in ihrer Villa am See nicht mehr sicher ist. Und dass Trajan ihr nicht die ganze Wahrheit über sich erzählt hat ...
Bei Midnight sind von Gea Nicolaisen erschienen:
Zündstoff
Mord am Schleiufer
Tödliche Schlei
Midnight: Seite für Seite Nervenkitzel!

Gea Nicolaisen wurde in Bremerhaven geboren und verbrachte ihre Kindheit und Jugend auf Sylt. Nach dem Studium in Kiel zog sie in die Nähe von Schleswig, wo sie seitdem mit ihrer Familie und einigen Pelzträgern auf Samtpfoten lebt. Sie schreibt mit Leidenschaft Krimis, Thriller und Abenteuer, die sie am liebsten zu ihrer eigenen Melange vermischt und mit Romantik garniert.

Produktinformationen

    Größe: 5724kBytes
    Herausgeber: Midnight
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 323
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783958190665
    Erschienen: 14.03.2016
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Tödliche Schlei

Kapitel Eins

Verärgert rief ich nach meinem Hund. "Taggi!"

Warum musste er ausgerechnet jetzt weglaufen? Ich hatte doch schon genug Zeit vertan, wegen dieser Meldung in den Schleswiger Nachrichten und überhaupt ... Darum hatte ich mit Tagdieb noch ein zweites Mal laufen müssen und mich entschieden, gleich ganz um den See zu gehen, weil ich nicht nur meinen Schrecken verarbeiten musste, sondern mich vielmehr wappnen wollte, bevor ich die lange Fahrt antrat. Bis Fulda würde ich sicherlich sechs Stunden unterwegs sein, und wenn Taggi die ganze Zeit über rumorte, würde die Tour doppelt nervig.

Ich fuhr ungern längere Strecken, aber seit fast meine ganze Familie wegen Lukas in den Süden gezogen war, blieb mir nichts anderes übrig, und an diesem Samstag brauchte ich persönlichen Trost, nicht nur übers Telefon, auch wenn mir das gegen den Strich ging. Ich war wirklich durcheinander an diesem Morgen, und daran hatte die kleine Emily nur wenig Schuld, auch wenn der Artikel über sie es war, der mich zu diesem blöden Spaziergang verleitet hatte. Oder nein, das war Taggi, der Tagdieb, sein Name passte echt ideal.

"Ach verdammt", murrte ich, bevor ich erneut laut nach ihm rief. "Taggi! Nun komm endlich! Sonst lass ich dich bei Opa Krüger!"

Der würde sich bedanken. Er konnte Tiere nicht leiden, soweit ich das in den letzten Wochen rausgefunden hatte. Ballerte ständig auf die Rehe, die sich in seinen Garten stahlen, zwar mit einem Luftgewehr und angeblich wirklich nur in die Luft, aber wo kamen wir da hin, wenn ein grimmig gelaunter alter Sonderling den ganzen See terrorisierte? Mir taten die winterhungrigen Rehe leid - und Taggi schien ihre Fährte aufgenommen zu haben. Er ließ sich nicht blicken. Trotzdem spazierte ich weiter.

Der Pfad schlängelte sich an dieser Stelle zwischen kahlen Weidenstümpfen entlang, matschig vermutlich, wenn kein Frost mehr im Boden war, und mündete in ein Brückchen, das aus kaum mehr als ein paar nebeneinander liegenden Brettern mit einem Geländer auf der rechten Seite bestand, da, wo der Abfluss des Sees als moorbrauner Bach eine Unterwasserstufe hinabrauschte, sogar heute, obwohl es Stein und Bein fror. Taggis Pfotenabdrücke zeichneten sich im Schnee jenseits der Brücke ab, den das jämmerliche Tauwetter Anfang der Woche nicht hatte schmelzen können. Noch immer war es ringsum weiß, sogar im Unterholz, wenn auch von schmuddeligem oder seltsam vergilbtem Weiß. Der Schnee wurde alt. Taggi japste irgendwo unsichtbar vor mir durch den Dschungel, der ab hier den See säumte, bis man zu der Straße gelangte, die die einzige Autozufahrt bot. Auf der rechten Seite stand verborgen Krügers Reetdachhäuschen, auf der linken Seite, noch ein Stück weiter um die Biegung und malerisch am Wasser, meine Villa.

"Meine Villa", flüsterte ich, zwei Wörter, die mir seit ein paar Wochen öfters rausrutschten, wenn ich an das imposante Backsteingebäude aus den frühen zwanziger Jahren dachte. Schließlich gehörte es mir erst seit Jahresbeginn, oder auch ein paar Tage länger. Bernhard hatte mir das Anwesen vermacht. Ich wischte mir eine Träne aus dem Auge und versuchte, nicht an ihn zu denken. Dafür schlich sich sofort Emilys Bild vor mein geistiges Auge; immerhin war sie seine Enkelin.

Ihre hellblonden Haare trug sie auf dem Zeitungsfoto zu zwei dürren Zöpfen geflochten. Der Kragen ihres Kleides war pink, ihr Lächeln entblößte zwei pferdeartig wirkende, noch ganz neue Schneidezähne. Emily blickte aufgeweckt und fröhlich in die Kamera. Ich mochte mir nicht vorstellen, was ihre Mutter empfunden hatte, als sie das Bild herausrückte in dem Wissen, dass man es in die Zeitung setzen würde, damit jeder Leser wusste, wie das siebenjährige Mädchen aussah, das seit zwei Tagen vermisst wurde.

Vermutlich war Andrea halb wahnsinnig vor Sorge. Ich hatte zwar keine Kinder und mochte diese kleinen Quälgeister nicht mal sonderlich, aber ich konnte mir gut vorstellen, wie es si

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