text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tödliche Tin-Tun Killergeschichten von Kastura, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2014
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tödliche Tin-Tun

Sie ist verdammt schnell, unverschämt sexy und immer tödlich. Die tschuktschische Profikillerin Tin-Tun kennt keine Gnade. Und sie gibt sich richtig Mühe in der globalen Personendezimierungsbranche. Denn ein Kill muss Klasse haben. Unter Anleitung ihres Geschäfts- und Gefechtspartners Doktor Adrian Phoenix reist Tin-Tun nach Malibu Beach, Grönland, Korsika oder an den Niederrhein. Ob sie ein berüchtigtes IT-Girl oder eine eiskalte Drogenqueen ausschaltet - Tin-Tun führt ihre Aufträge stets phantasievoll und mit vollem Körpereinsatz aus. Fünf Killergeschichten mit einem echten Killer-Babe. Totlachen garantiert! Thomas Kastura, geboren 1966, lebt in Bamberg und arbeitet als Autor für den Bayerischen Rundfunk. Er veröffentlichte zahlreiche Erzählungen, Jugendbücher und Kriminalromane, u. a. 'Der vierte Mörder' (Platz 1 auf der KrimiWelt-Bestenliste). Neu im Herbst 2012: 'Drei Morde zu wenig. Brandeisen & Küps ermitteln'. www.thomaskastura.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 58
    Erscheinungsdatum: 25.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958651050
    Verlag: 110th
    Größe: 102 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tödliche Tin-Tun

Ist das ein Delphin, ein Hai oder ein Blue Marlin? Schwimmt ungewöhnlich schnell. Und stur geradeaus, wie an einer Schnur gezogen. Warum bewegt er sich direkt auf mich zu?

Das waren Mikeys letzte Gedanken, bevor der Torpedo in dem Landungssteg einschlug und alles hochging. Diese ewige Fragerei!

Ein Feuerball von der Größe eines Einkaufszentrums erleuchtete den Privatstrand der Coconut Bay. Die Explosion legte auch das Bootshaus in Trümmer und schleuderte den Golfcart, mit dem Mikey immer zu seinem Badeplatz zockelte, in einen Palmenhain am anderen Ende der Insel. Von den giftgrünen Bermudas, in denen Mikeys Stachelbeine an diesem Morgen steckten, blieb nicht mal der Innenslip übrig.

"Gestochen scharf." Tin-Tun legte die Spezialkamera weg, mit der sie alles festgehalten hatte. Sie löste ihren Bikini von der Antenne und schob den Gashebel nach vorn.

"Ich mag diesen Job." Die Turbinen brüllten auf, und das Thunderboat schoss über die Wellenkämme davon, hinaus aufs offene leuchtende Meer. Dank neuester Tarnkappentechnik war es für jedes Radar unsichtbar.

Vanuatu, ein Inselstaat im Südpazifik. Die französische Marine veranstaltete in diesen Gewässern gerade ein Zielschießen. Dabei gingen immer mal wieder Torpedos verloren. Die Frogs würden die Detonation einem Irrläufer zuschreiben und den Vorfall vertuschen. Berühmter Regisseur verschwindet auf mysteriöse Weise beim Schnorcheln , würde es heißen. Und Mikey würde die Nichte eines Mafiabosses nicht mehr über seine Besetzungscouch prügeln und mit ihr eklige Dinge anstellen, um ihr die Rolle dann doch nicht zu geben. Nein, das würde er nicht mehr tun. Ein Torpedo war nicht besonders elegant, Tin-Tun hatte diesen Auftrag schnell erledigen müssen. Nachts per Schleichfahrt in die Bucht. Auf Mikey warten, der hier jeden Morgen schwimmen ging. Dann Sonnenbaden auf dem Deck, den Bikini abstreifen und an die Antenne knoten. Sich ein wenig räkeln, bis Mikey mit Stielaugen über den Landungssteg stolperte. Und dann: Rohr frei. Schöne, tödliche Tin-Tun.

Die Arbeit war getan. Jetzt zum Vergnügen, dem Killerspiel. Dieser abgefahrene Wettbewerb eines wahnsinnigen, schwerreichen Wracks, Roderick van Larven. Sie konnte es kaum erwarten.

"Zieh dir was an", sagte Doktor Phi, die vertraute Stimme in ihrem Headset. "Sonst erkältest du dich."

Doktor Adrian Phoenix: Späher, Mentor, Geschäfts- und Gefechtspartner, Freund. Tin-Tuns virtueller Schatten, wenn man so wollte. Von einem mobilen Kontrollzentrum aus überwachte er jeden ihrer Schritte. Kameras waren seine Augen, Sensoren seine Hände. Wenn nötig, hackte er sich in Militärdrohnen, knackte Datenbanken, zapfte Geheimdienste und Terrororganisationen an.

"Einsam, Doc?"

"Ich bin nicht aus Stein. Nimm bitte Rücksicht auf meine Gefühle."

Tin-Tun schlüpfte in lachsfarbene Hotpants und zog ein weißes Stricktop über. "Besser?" Sie winkte in das Objektiv über dem Armaturenbrett.

"Geht so."

Seit Phoenix den Außendienst an den Nagel gehängt und Tin-Tun in die globale Personendezimierungsbranche eingewiesen hatte, führten sie eine Fernbeziehung. Sie durften nie zusammen gesehen werden, sich nie treffen. So lautete die Regel. Umgeben von Monitoren saß Doktor Phi in einem schäbigen Lieferwagen, der in einer Seitenstraße von Brisbane, Australien, abgestellt war. Die Cola war alle, der Pizzakarton leer, er musste dringend duschen - während seine beste Schülerin über die Wogen der Korallensee donnerte. Gischtspritzer bildeten einen glänzenden Film auf ihrer bambushellen Haut. Das Stricktopp brachte die Rundungen ihres gestählten Körpers voll zur Geltung. Ihr langes pechschwarzes Haar flatterte im Wind wie ein Banner des Todes. Schöne, unerreichbare Tin-Tun.

Doktor Phi wurde ihres Anblicks nie müde. Aus väterlichem Stolz, versteht sich. Inzwischen hatte sie sich zur besten Nachwuchskillerin beider Hemisphären gemausert, Speziali

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen