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Tödliche Verdächtigungen Kriminalroman von Stolzenburg, Silvia (eBook)

  • Verlag: Bookspot Verlag
eBook (ePUB)
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Tödliche Verdächtigungen

Stuttgart, November 2015: Als Anna Benz an den Fundort einer Leiche gerufen wird, traut sie ihren Augen nicht. Denn bei der Toten handelt es sich um die Galerie-Assistentin ihres leiblichen Vaters, Roland Kirchberger. Erst kürzlich hat sich die Oberkommissarin ein Herz gefasst und Kontakt zu dem berühmten Maler aufgenommen, doch das Verhältnis zwischen Vater und Tochter ist kein einfaches. Nicht zuletzt weil Roland Kirchberger an einer bipolaren Störung mit psychotischen Schüben leidet und in einer Schaffensphase schon mal seine Medikamente absetzt. Als ihn Anna und ihr Kollege Markus Hauer zu seiner Assistentin befragen, fängt er prompt an, wilde Verschwörungstheorien zu spinnen. Kann ihr Vater Schein und Realität nicht mehr auseinanderhalten? Doch bevor Anna ihre Zweifel an seiner Aussage ausräumen kann, erfahren ihre Kollegen, in welchem Verhältnis sie zum Hauptverdächtigen Roland Kirchberger steht, und Anna wird vom Fall abgezogen. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, bleibt ihr nur eine Möglichkeit: Anna ermittelt auf eigene Faust weiter. Und gerät dabei tief ins Stuttgarter Drogenmilieu, womit sie nicht nur sich selbst in tödliche Gefahr bringt ...

Dr. phil. Silvia Stolzenburg studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Tübingen. Im Jahr 2006 promovierte sie dort über zeitgenössische Bestseller. Kurz darauf machte sie sich an die Arbeit an ihrem ersten Roman. Sie lebt mit ihrem Mann auf der Schwäbischen Alb, fährt leidenschaftlich Rennrad, gräbt in Archiven oder recherchiert vor Ort bei Kripo, LKA, SEK und der Rechtsmedizin - immer in der Hoffnung, etwas Spannendes zu entdecken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956690709
    Verlag: Bookspot Verlag
    Serie: EDITION 211 Bd.3
    Größe: 2650 kBytes
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Tödliche Verdächtigungen

Kapitel 2

Tübingen, 8. November 2015

Das Klingeln des Telefons riss Anna Benz aus dem Schlaf. Lautstark und nervtötend röhrte ihr Handy Smells Like Teen Spirit von Nirwana - den Klingelton, den sie ihrem Vater, Roland Kirchberger, zugeordnet hatte.

"Scheiße", murmelte sie, drehte sich auf die andere Seite und drückte das Kopfkissen aufs Ohr. Vor dem Fenster herrschte noch stockfinstere Nacht und sie hatte nicht vor, an diesem Sonntag vor den Vögeln aufzustehen. Falls es überhaupt noch Vögel in Tübingen gab und sich nicht alle in den warmen Süden verdrückt hatten. Wenn sie könnte, würde sie es ihnen nachmachen. Der verdammte Nebel ging ihr allmählich auf den Wecker, genau wie das triste Grau und Braun. Nur noch vereinzelt leuchteten bunte Blätter an den Bäumen. Aber auch die ließen immer mehr die Köpfe hängen. Bald würde es anfangen zu schneien und Anna konnte sich wieder jeden Morgen den Arsch abfrieren, bis ihr Audi endlich warm wurde.

Das Handy hörte auf zu klingeln.

Nur um sofort wieder anzufangen.

"Geh doch ran", brummte Jens, ihr Mann. Er stupste sie in die Seite, als sie lediglich ein Grunzen von sich gab.

Smells Like Teen Spirit verstummte erneut. Dann legte das Telefon noch einmal los.

"Mann, es ist mitten in der Nacht!", motzte Anna. "Was will er denn um diese Uhrzeit?" Sie wickelte sich ärgerlich in ihre Bettdecke und tapste aus dem Schlafzimmer, ohne das Licht anzumachen. Draußen tastete sie nach ihrem Handy und drückte ungehalten auf "Annehmen".

"Ich hoffe, es ist wichtig", grollte sie. Seit sie sich vor beinahe einem halben Jahr ein Herz genommen hatte und auf ihren leiblichen Vater zugegangen war, hatte sich ihre Beziehung von steifer Unbeholfenheit auf Annas Seite zu einer beinahe unheimlichen Vertrautheit entwickelt. Auch wenn sie bis vor eineinhalb Jahren nicht einmal etwas von seiner Existenz gewusst hatte, waren sie sich inzwischen näher als Anna ihrer Mutter jemals gewesen war. Der Frau, die ihren damaligen Schüler, Roland Kirchberger, im zarten Alter von siebzehn Jahren verführt hatte.

"Anna, du musst sofort kommen", keuchte es ihr ins Ohr. Er klang benebelt.

"Was ist los?", fragte sie ungehalten. "Hast du schon wieder deine Pillen abgesetzt?"

"Nein. Ja. Das ist nicht wichtig!"

Sie hörte, wie er um Atem rang.

"Das ist schon wichtig!", brauste sie auf, nahm sich aber sofort wieder zusammen. "Warst du joggen? Du klingst abgehetzt."

"Es ist alles ..., alles rot!", stammelte er. Seine Stimme überschlug sich. "Sie ist tot. Glaube ich."

Mit jedem Wort hörte es sich mehr danach an, als sei er betrunken oder high.

"Wer ist tot?", fragte Anna. Halluzinierte er? Hatte Dr. Heinemann nicht gesagt, dass es vorkommen könnte, dass jemand mit seinem Krankheitsbild Wahnvorstellungen hatte? Vor allem, wenn er seine Medikamente absetzte? Und das war leider immer wieder der Fall, wenn Roland sich in einer Schaffensphase befand. Auch wenn sein Arzt ihm davon abriet, befolgte er diesen Rat nur selten. Seiner Ansicht nach raubten ihm die Tabletten die Kreativität, fesselten seine Sinne, wie er es ausdrückte.

"Anna! Bitte! Kannst du kommen?" Er gab einen Laut von sich, der verdächtig nach einem Schluchzen klang.

Die Sorge um ihn verdrängte allmählich Annas Unmut. Roland konnte zwar eine Nervensäge sein, aber er bedeutete ihr inzwischen mehr als sie jemals für möglich gehalten hätte. Schon bei ihrer ersten Begegnung war etwas zwischen ihnen gewesen, das Jens im Nachhinein als "gruselig" beschrieben hatte. "Das war fast so, als ob wir uns schon ewig kennen würden", hatte er gesagt.

Anna knipste das Licht an und setzte sich mitsamt Decke auf den Boden. "Roland, atme erst mal tief durch", versuchte sie, ihn zu beruhigen. "Und dann erzähl mir, was genau passiert ist. Wer ist tot?"

"Ich ..."

Anna hörte im H

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