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Tödlicher Klüngel Drei Köln Krimis von Gottwald, Christoph (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.02.2018
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Tödlicher Klüngel

Womit alles begann: 'Tödlicher Klüngel' und seine Kult-Nachfolger in einem Band Mit dem ersten Köln Krimi - nicht nur von Christoph Gottwald, sondern überhaupt - kam die Lawine ins Rollen: Der Regio-Krimi war geboren. 'Tödlicher Klüngel' war und ist ebenso wie sein Nachfolger 'Lebenslänglich Pizza' eine Sensation: Rasant, rotzig und schnörkellos treibt uns der 'Raymond Chandler vom Rhein' durch das raue Köln der 1980er Jahre. Im Großstadt-Thriller 'Marie, Marie' begegnet uns Manni Thielen, Zocker und Gelegenheits-Detektiv aus Geldnot, in den 90ern zum dritten Mal wieder. Christoph Gottwald, geb. 1954, M.A. der Germanistik, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt Köln als Schriftsteller, Drehbuchautor, Dokumentarfilmer, Regisseur und Theatermacher.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 22.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960413721
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 2997 kBytes
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Tödlicher Klüngel

I

"Gib mir noch ein Kölsch", lallte er.

"Geh nach Hause, Manni, du bist voll", raunzte Joe, der Wirt des Golden Hill, über den Tresen.

"Noch ein Kölsch, hab ich gesagt!" Manni kniff die Augen zusammen.

"Du kriegst nichts mehr, du hast genug, Mann." Joe war jemand, der es nicht gewohnt war, etwas zweimal zu sagen.

Manni blickte an der Theke lang. "Jeden dummen Säufer pumpst du ins Delirium, und mich schickst du nach Hause, du blöder Hund!"

Der Wirt hielt ein Glas unter den Zapfhahn. "Halt's Maul und verschwinde", sagte er und stellte das Bier vor den fetten Riesen, der seine Umgebung mit endlosen Seemannsgeschichten nervte.

Die suppentellergroße Hand des redseligen Matrosen näherte sich behäbig dem Glas, aber Manni war schneller, er schnappte sich das Bier und setzte es an die Lippen. Eine schwere Pranke schloß sich um seinen Oberarm. Manni schüttete den Gerstensaft in zwei Zügen durch die Kehle und stellte das leere Glas auf den Tresen zurück. Der Druck um seinen Arm verstärkte sich.

"Nimm deine dreckige Pfote weg, du Fettsack", sagte er angewidert.

Der Matrose sprang vom Hocker, riß Mannis Körper herum und holte aus. Manni sah in zwei schmale Säuferaugen, und er sah die Faust kommen. Er wich aus und trat zu. Er traf genau zwischen die massigen Schenkel, der feiste Kopf sackte röchelnd ab; Manni erwischte mit der Rechten das Kinn, mit der Linken die Nase. Krachend knallte der Seemann gegen den Flipperautomaten und sackte in sich zusammen wie ein kaputter Luftballon. Zwei Männer rissen Manni die Arme auf den Rücken, ein dritter schlug ihm in den Magen, auf die Ohren, in den Nacken. Joe hielt die Schwingtür auf, die Männer warfen ihn auf den Bürgersteig.

"Euch mach ich fertig", stöhnte Manni, "einen nach dem anderen." Er rappelte sich hoch und wankte, gegen die Häuserwand gestützt, die Straße entlang.

Jetzt gab es nur noch eins: Rita's Saloon auf dem Friesenwall. Früher ein teurer Strip-Laden, heute ein mieses Rattenloch mit rotem Licht, vergilbten Pornobildern an den Wänden und schmutzigen Klos.

Wie jede Nacht um diese Zeit war der Laden voll und heiß wie Rio im Hochsommer.

"Wie siehst du denn aus, Kleiner?" grinste Rita und klimperte mit ihren falschen Wimpern. Ihr Gesicht sah aus, als hätte jeder ihrer Liebhaber eine Falte hineingekerbt, ihr Körper war aufgequollen - an den entscheidenden Stellen ganz besonders, ihr Gebiß nicht mehr vollzählig, aber ihr wülstiger, knallrot bemalter Mund noch immer eine Sensation. Sie machte Manni ein Bier. "Wann zahlst du deinen Deckel?" fragte sie und grinste nicht mehr.

"Morgen", sagte Manni, "du kannst dich darauf verlassen."

"Okay, ich verlaß mich darauf." Sie schaute den Bierdeckel an, auf dem Mannis Alkoholkonsum registriert war. "Sechsundachtzig Mark, ganz ordentlich."

"Scheiße!" Manni rieb sich die dröhnenden Schläfen.

"Mich geht's zwar nichts an", sagte Rita leise, "aber mich würde doch mal interessieren, wie du wieder aus dem Dreck rauskommen willst."

"Arbeitsamt", sagte Manni, "irgendwann müssen die mich vermitteln."

"Und wie zahlst du deine Miete zur Zeit?"

"Überhaupt nicht, der Vermieter wird langsam ungeduldig."

Ritas Stirn zeigte einige zusätzliche Falten, dann glitzerte etwas in ihren Augen. "Hör mal, mein Junge", sagte sie, "ich kenne da einen ziemlich runtergekommenen Privatdetektiv; ich bin sicher, er könnte gut einen gebrauchen wie dich, einen, der zäh ist und nicht viel zu verlieren hat."

"Privatdetektiv?" Manni kratzte sich am Kopf. "Schreib mir mal seine Adresse auf."

Rita bekritzelte einen Bierdeckel, er steckte ihn ein.

"Zwei Whisky mit Eis", sagte eine Stimme hinter ihm. Manni drehte sich um.

"Was haben sie denn mit dir gemacht?" fragte Monika.

"Nichts von Bedeutung", erwiderte er und starrte auf das Streichholz, das er langsam zerstückelte.

"Du siehst schlimm aus, i

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