text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tödlicher Lavendel Kriminalroman von Eyssen, Remy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.04.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)

8,99 €1

3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tödlicher Lavendel

Eigentlich hatte sich Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter auf einen entspannten Job in der Sonne gefreut. Doch kaum im Örtchen Lavandou angekommen, liegt schon sein erster Fall auf dem Tisch. Ein Mädchenmörder geht in der Provence um und alle Spuren laufen scheinbar ins Leere. Leon Ritter, ein Mann mit großem Sinn für Ordnung und Details, versucht die Ermittelungen voranzutreiben. Doch die südfranzösischen Kollegen ermitteln anders. Als die Tochter seiner Kollegin Isabelle Morell entführt wird, wird es heiß in Lavandou, sehr heiß sogar. Und Ritter merkt zu spät, dass auch sein eigenes Urteilsvermögen getrübt ist.

Remy Eyssen (Jahrgang 1955), geboren in Frankfurt am Main, arbeitete als Redakteur u.a. bei der Münchner Abendzeitung. Anfang der 90er Jahre entstanden die ersten Drehbücher. Bis heute folgen zahlreiche TV-Serien und Filme für alle großen deutschen Fernsehsender im Genre Krimi und Thriller. Mit seiner Krimireihe um den Gerichtsmediziner Leon Ritter begeistert er die Leserinnen und Leser und landet regelmäßig auf der Bestsellerliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 08.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710947
    Verlag: Ullstein
    Serie: Ullstein Taschenbuch 28699
    Größe: 4974 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tödlicher Lavendel

1. KAPITEL

Der Airbus der Lufthansa legte sich 400 Meter über dem Mittelmeer in eine Rechtskurve. Jetzt konnte man sogar schon mit bloßem Auge die Menschen erkennen, die auf ihren weißen Motoryachten durch das tiefblaue Wasser pflügten und eine Ansicht wie auf einer Postkarte boten. Einige Passagiere zückten ihre Handys und fotografierten.

Dr. Leon Ritter hatte nicht das geringste Interesse am postkartenschönen Ausblick auf die Côte d'Azur. Er krallte sich mit beiden Händen in die Sitzlehnen und sehnte den Moment herbei, wenn die Maschine endlich landen würde. Sein Körper stand unter Hochspannung. Er spürte, wie ihm trotz Klimaanlage der Schweiß unterm Hemd ausbrach. Ritter fixierte mit starrem Blick den Griff für den Notausstieg gleich neben seinem Sitz. Er versuchte flach zu atmen, um die aufkommende Übelkeit zu bekämpfen.

Es gab Zeiten, da hatte ihm das Fliegen kaum etwas ausgemacht, aber in den letzten Jahren waren seine Ängste schlimmer geworden. Bis schließlich das geschah, was sein ganzes Leben ändern sollte. Dr. Ritter versuchte die Gedanken zu verdrängen, seinem Gehirn zu verbieten, die schrecklichen Bilder aufzurufen. Aber sie kamen, stürzten auf ihn ein, und er konnte nichts dagegen tun. Ritter atmete schneller, gegen die aufkommende Panik, bis er endlich den erlösenden Stoß spürte, der signalisierte, dass die Räder auf der Rollbahn aufgesetzt hatten.

»Herzlich willkommen in Nizza«, säuselte die Stewardess über Lautsprecher, »die Temperatur beträgt 36 Grad. Und es soll die ganze kommende Woche heiß und sonnig bleiben. Kapitän Bauer und die Besatzung wünschen Ihnen einen wunderschönen Aufenthalt an der Côte d'Azur.«

Als Leon Ritter mit den anderen Passagieren die Maschine über die Treppe verließ, traf ihn die Hitze wie ein Schlag. Es waren keine fünfzig Meter bis zum Flughafengebäude, aber der aufgeheizte Boden schien sich durch die Sohlen seiner Schuhe zu brennen.

Im Ankunftsterminal waren die automatischen Schiebetüren ausgefallen. Die Reisenden drängten sich vor dem Eingang. Die Sonne glühte vom Himmel, und es gab nirgendwo Schatten. Geschäftsleute begannen sich lautstark zu beschweren und mit ihren Handys gegen die Scheiben zu trommeln. Ein Touristenpaar in bunten Bermudas stöhnte und hielt sich die Bild-Zeitung schützend über den Kopf.

Nur Leon war glücklich - endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Er stand einfach da, schlank und entspannt in seinen Jeans, Poloshirt und einem hellen Leinensakko, zwischen all den aufgebrachten Passagieren, und blinzelte in die Sonne. Je hektischer die Lage wurde, um so ruhiger schien Leon zu werden. Eine besondere Fähigkeit, die ihm schon oft geholfen hatte, in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Er schätzte die Ruhe in den kühlen Kellern der Pathologie, weit weg von der Hektik des Klinikalltags. Hier konnte er sich ganz »seinen Patienten« widmen, wie er die Toten nannte. Zuhören, was die Opfer ihm zu »erzählen« hatten. Das war einer der Gründe, warum Dr. Ritter seinen Beruf als Gerichtsmediziner so liebte.

Nach endlosen Minuten erschien auf der anderen Seite der Glastür ein Techniker. Er stocherte mit einem Schraubenzieher im Schließmechanismus herum. Augenblicke später glitten die Scheiben auseinander und gaben den Eingang zum Empfangsgebäude frei.

Die Klimaanlage hatte die Ankunftshalle in eine Kühlkammer verwandelt, und Leon drängte es Richtung Ausgang, zurück in die Hitze des Sommertages. Doch das Gepäckband rührte sich nicht. Auch nach zehn Minuten war noch kein Koffer aufgetaucht. Das Paar in den Bermudas, das neben Leon Ritter stand, wandte sich an den Mann vom Bodenpersonal.

»Pardon ... luggage. Frankfurt ... wo, where is our luggage?«, sagte der Deutsche und sah verärgert zu seiner Frau, »... jetzt sag du doch auch mal was.«

»Je ne parle que Français«, antwortete der Mitarbeiter vom Bodenpersonal, ohne die beiden To

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen