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Tödliches Solo von Bracht, Brigitte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2009
  • Verlag: Waxmann
eBook (ePUB)
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Tödliches Solo

Sommer 1967: In einer Kleinstadt im Saarland kommt eine junge Frau in den Flammen ihres brennenden Hauses um. Ein bedröhnter Teenager stürzt sich in den Tod, und beim Konzert der besten Schülerband der Welt in der Lüdenscheider Schützenhalle wird eine 17-Jährige brutal erschlagen. Doch es gibt kein Motiv, niemand zieht die richtigen Schlüsse, und so verlaufen die Ermittlungen im Sande. Als sich fünfundzwanzig Jahre später die Lebenswege der Beteiligten erneut kreuzen, nehmen die Ereignisse schicksalhaft ihren Lauf. Aus der Schülerband von einst sind inzwischen 'Die Zwillinge und die Blechgang' geworden. Beim Münsteraner Stadtfest stehen sie auf der Bühne und spielen, ohne es zu ahnen, die Musik zum Solo eines erbarmungslosen Serienmörders ... 'Dieser Krimi mit seinem furiosen Showdown in den österreichischen Alpen hat mich derartig gepackt, dass ich spontan beschloss, noch mit 61 Jahren das Skifahren anzufangen.' Steffi Stephan, Bassist des Panikorchesters ... spannende Verstrickungen zwischen den Protagonisten. Ein Reißer ohne reißerisch zu sein - mit amüsanten Einblicken in die Musikszene. Hans-Dieter Hillmoth, Programmdirektor Radio/Tele FFH, Frankfurt a.M. ... ist es auch die Generation zwischen Beat Club mit sechzehn und Rotwein über fünfzig, die diesen Roman prägt ... Götz Alsmann, WDR-Moderator, Musiker und Entertainer Die Autoren Brigitte und Gerhard Bracht leben in Münster. Brigitte Bracht ist Lehrerin und unterrichtet Sport und Deutsch an einer Gesamtschule. Gerhard Bracht ist freischaffender Musiker.

Brigitte und Gerhard Bracht leben in Münster. Brigitte Bracht ist Lehrerin und unterrichtet Sport und Deutsch an einer Gesamtschule. Zur Zeit ist sie stellvertretende Vorsitzende des Personalrates für Gesamtschulen bei der Bezirksregierung in Arnsberg. Gerhard Bracht ist freischaffender Musiker.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 01.03.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783830971214
    Verlag: Waxmann
    Größe: 919 kBytes
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Tödliches Solo

– 1 –

D ie Hauptattraktion waren an diesem Abend die "Equals", die Band, die im Jahr 1966 "Baby come back" herausgebracht hatte, vor allem im benachbarten Holland und Deutschland ziemlich erfolgreich tourte und von den Radiosendern rauf und runter gespielt wurde. Neben den "Equals" sollten auf dem Jugendball noch "Creation" und außer uns ein paar andere lokale Bands auftreten.

Ob wir früh oder eher spät, als Vorgruppe oder als Hauptband, auftraten, war uns egal. In den 60er Jahren waren die Hallen schon zu Beginn eines Festivals voll, erst viel später, in den 90er Jahren, war es wichtig für eine Band, auf keinen Fall als Erste zu spielen, denn am frühen Abend waren kaum Zuhörer da. Für uns war es wichtig, dass wir überhaupt dabei waren. Wir waren "Hi-You--There", selbstverständlich die beste aller Lüdenscheider Beatbands, und wir schafften es immer wieder, einen "Termin" bei einem der Lüdenscheider Jugendbälle zu bekommen. Damals hieß das so: "Termin". Wir hatten viele davon, alle in der näheren Umgebung, die meisten natürlich in Lüdenscheid, aber auch mal in Heedfeld, dem kleinen Dorf sechs Kilometer nördlich von Lüdenscheid oder, südlich der Bergstadt, in Herscheid, Peterchens Heimatdorf. Dabei kam es uns nicht darauf an, ein paar Mark Gage mit nach Hause zu nehmen, wir wollten einfach nur spielen, spielen, spielen. Erst Jahre später – Hi-You-There gab es schon gar nicht mehr – machten wir es dann wie die Amerikaner und nannten unsere Auftritte "Gig". Bis wir das dann, Mitte der 70er, affig fanden. Von da an hießen unsere Auftritte "Strippen". Wer von uns Musikern das Wort eingeschleppt hatte, weiß ich nicht mehr; es hatte nichts mit Striptease, wie Richi meinte, zu tun, wahrscheinlich spielte es einfach auf die Strippenzieherei an, mit der es Musiker in den 70ern mehr und mehr zu tun bekamen, als die Anlagen immer aufwändiger und größer und natürlich auch lauter wurden.

Der Jugendball fand schon zum vierten oder fünften Mal statt, und die Beatfans standen schon ab vier Uhr vor den Türen der Lüdenscheider Schützenhalle, um eine Eintrittskarte zu ergattern. Mein Zwillingsbruder Richi und ich wurden von Mutter Waltraud mit unserem Equipment – wir hatten noch keinen Führerschein – zum Bühneneingang an der Rückseite der Halle gefahren. Dort trugen wir unsere Instrumente die wenigen Stufen hinauf, um sie im hinteren Bühnenbereich, hinter dem schweren roten Vorhang abzustellen. Viel hatten wir damals noch nicht. Richi spielte eine Halbakustikgitarre, irgendeinen namenlosen Gibson-Nachbau, Peterchen spielte seine halbakustische Framus, und ich hatte dem Bassisten von "Sir John and the Starfighters" aus Iserlohn einen Beatlesbass abgekauft, für stolze vierhundert DM. Unsere Verstärker waren von der deutschen Firma Echolette, Richi hatte den Showstar, ich einen BS 40. Mein Traum war ein Bassverstärker von Vox oder ein Orange, aber das war für uns als Schülerband nicht zu bezahlen. Und dann war da noch der Leinensack, in dem früher die Stangen von Tante Lores Steilwandzelt verpackt waren, mit den drei Mikrofonstativen. Das Schlagzeug und Peterchen mit seinen Instrumenten waren noch nicht eingetroffen, Richi und ich waren die Ersten.

Es war ein gutes Gefühl, am Bühneneingang nicht groß erklären zu müssen, dass wir die Band Hi-You-There waren, sondern direkt vom Türsteher erkannt zu werden.

"Hallo Jungs, ihr seid aber früh dran, ihr spielt doch erst um acht!"

Ich antwortete, "Hi Alter" – ich sagte immer Alter, wen

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