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Tödliches Treibgut Kriminalroman von Meyrick, Denzil (eBook)

  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Tödliches Treibgut

Zerklüftete Felsen reichen bis in die Brandung hinein, ein entstellter Körper liegt verdreht dazwischen im Sand. Dieser Anblick bietet sich DCI Jim Daley, den es von den rauen Straßen Glasgows an die sonst beschaulichen Strände der Kintyre-Halbinsel verschlägt: Mit seinem Partner DC Scott wird er in das Fischerdorf Kinloch beordert, da sich die örtliche Polizei mit der dort angespülten Frauenleiche überfordert zeigt. Während sie innerhalb der verschworenen Dorfgemeinschaft ermitteln, müssen die beiden feststellen, dass jemand bereit ist, dafür zu töten, dass bestimmte Fragen ungestellt bleiben ... 'Breit angelegte Kriminalgeschichte, spannend und unterhaltsam zugleich.' Buchkultur ''Tödliches Treibgut' von Denzil Meyrick überzeugt vor allem durch die Figuren und ihre Beziehungen zueinander. Beides nimmt breiten Raum ein. Die raue Schönheit der westschottischen Küste zieht rasch in ihren Bann. Man wandert zwischen Klippen umher und wird ordentlich durchgepustet, um sich hinterher im örtlichen Pub ein wärmendes Getränk zu gönnen.' Aachener Nachrichten 'Fesselnd und mitreißend ...' The Wall Street Journal 'Die richtige Prise Authenzität ... ein packender Stil ... höchst beachtlich.' The Herald 'Meyrick versteht es, eine gute Geschichte zu erzählen und noch der unwichtigsten Nebenfigur Leben einzuhauchen.' Scots Magazine 'Denzil Meyrick wird bald in einem Atemzug mit Alex Gray, Denise Mina und Stuart MacBride genannt. Sehr beeindruckend.' Lennox Herald Denzil Meyrick wurde in Glasgow geboren und wuchs an der schottischen Küste in Campbeltown auf. Nach einem Politikstudium arbeitete er als Polizist, freier Journalist und Geschäftsführer einer Whisky-Destille.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 416
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959676649
    Verlag: HarperCollins
    Serie: DCI Jim Daley Bd.1
    Originaltitel: Whisky From Small Glasses
    Größe: 1907 kBytes
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Tödliches Treibgut

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11

Sie wollte die Arme bewegen, doch zu ihrer Überraschung konnte sie es nicht. Sie machte nichts anders als sonst auch, wenn sie versucht hatte, sie zu bewegen, nur gehorchten sie ihr einfach nicht.

Sie fühlte sich benommen. Ihr war kalt, sehr kalt, und das lag daran, dass sie nackt war, so viel war ihr klar. Sie bemühte sich, ihre widerspenstigen Gliedmaßen dazu zu zwingen, ihren Willen zu erfüllen, aufzustehen und die Bettdecke um sich zu ziehen. Aber sie schaffte es nicht, ihrem Körper die leiseste Reaktion abzuringen.

Sie bewegte die Augen langsam und ungesteuert wie als Kind, wenn sie kurz vor dem Einschlafen gestanden hatte. Damals war sie dann immer stiller geworden, bis ihr die Augen zufielen und ihre Oma sie vom Sofa hob und die Treppe hinauf ins Bett trug. Nur so hatte sie einschlafen können. In einem dunklen Raum alleine zu sein, rief alle möglichen Gespenster wach - die Ängste einer überreizten Fantasie, hatte ihre Oma immer gesagt. Sobald sie die Augen nicht mehr offen halten konnte, verflüchtigten sich diese Ängste. Sie hatte sich den Wünschen ihrer Oma gefügt wie ein braves Kind. Es war sehr lange her, dass sie sich so gefühlt hatte. Das Kinn sank ihr auf die Brust. Sie konnte nichts dagegen tun, ihr Kopf war so schwer. Wenn sie die Augen so weit nach oben verdrehte, bis es wehtat, konnte sie gerade so eben die Bettkante sehen. Sie musterte die Hand, die schlaff darüber herunterhing, mit vollkommenem Desinteresse, selbst wenn das Blut, das über die Finger auf den Teppich tropfte, sie mit einer eigenartigen Faszination erfüllte.

Geräusche wurden laut. Es klang, als ob man unter Wasser eine Stimme hörte - auch das eine Kindheitserinnerung, diesmal an das Schwimmbecken in der Schule. Die Schreie und Rufe ihrer Freunde, dumpf und verzerrt durch das Rauschen und Gurgeln des Wassers in ihren Ohren. Ja, genauso klang es nun auch, obwohl sie ziemlich sicher war, dass sie sich nicht unter Wasser befand. Ein Gedanke blitzte kurz in ihrem Kopf auf. Wasser? Doch sosehr sie sich bemühte, sie konnte ihn nicht festhalten.

Dann etwas Neues. Andere Laute, und aus dem Augenwinkel eine Bewegung: Beine, bestiefelte Füße. Ein stumpfes Knuffen. Gedanken wie durch Watte. Das Bett bewegte sich. Ein Rums. Gemurmel.

Als Kind hatte sie einen lebensgroßen Puppenkopf besessen. Eine leere Leinwand, auf die man Make-up auftragen, Haare, die man frisieren konnte. Ein Übungsstück, um kleine Mädchen mit frischen Gesichtern in geschminkte, gepflegte Frauen zu verwandeln. Dieser Kopf starrte sie jetzt an, doch die Augen waren leer, und die Zunge hing ihm aus dem Mund. Sie merkte, wie etwas auf ihre Beine tropfte. Rote Rinnsale liefen zu ihren Füßen hinunter wie Regentropfen an einem Fenster. Der Kopf baumelte an strähnigen Haaren, die eine schwarz behandschuhte Hand gepackt hielt.

Sie spürte das Blut auf ihren Beinen. Sie sah die Spritze aus ihrem Arm ragen, gehalten von der Nadel, die tief in ihrem Fleisch steckte. Sie fühlte Hände unter den Achseln. Die Szene veränderte sich, als sie halb aus dem Bett gehoben, halb geschleift wurde. Sie versuchte, sich auf die Masse aus Fleisch, Knochen und Blut auf dem Bett zu konzentrieren, wurde jedoch zu schnell weggezerrt. Ihr Schenkel blieb an etwas Scharfem hängen, als sie über den Boden gezerrt wurde.

Mehr Schmerz. Ihr Gesicht prallte auf eine harte Oberfläche. Ein dumpfes Getöse erfüllte ihren Schädel, während Wellen der Qual über ihr zusammenschlugen. Weiteres Gemurmel. Etwas Spitzes in ihrem Hintern. Eine Enge in ihrer Brust: Das war Furcht. Plötzlich überwältigte sie das Entsetzen. Ein Sturm von Geräuschen ließ sie zusammenzucken, durchdrang eine Welt, die wie aus Watte war. Die Stimme - diese schreckliche Stimme - so klar und deutlich jetzt.

Sie kniete, und nicht nur das G

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