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Töpfern auf Kreta Krimi von Rebhandl, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.08.2015
  • Verlag: Czernin Verlag
eBook (ePUB)
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Töpfern auf Kreta

Rock Rockenschaubs vierter Fall: Der Superschnüffler steckt in einer schweren Midlife-Crisis und entdeckt ungewollt seine weichen Seiten. Kurz verliebt er sich sogar in eine Buchhändlerin, kehrt am Ende aber doch wieder in die sichere Obhut wahrer Männerfreundschaft zurück. Rock musste seinen 50. Geburtstag alleine feiern, nachdem alle seine Kumpels auf ihn vergessen haben, und wacht in einer Ausnüchterungszelle wieder auf. Guttmann, der Bulle, holt ihn dort raus und schenkt ihm nachträglich ein Hawaiihemd im dominierenden Farbton Grün, obwohl er Rot doch viel lieber hat. Von der Zelle geht es unausgeschlafen zu einer Umzugstasche, die an einer Bushalte- stelle steht. In ihr wurde die Leiche einer Frau gefunden, zusammengefaltet in der 'Schlafstellung des Yogi'. War es Mord? Und wem gehören die schmutzigen Männer- unterhosen, die auch in der Tasche sind? Rock kommt langsam wieder in die Gänge, als sich der Duke bei ihm meldet. Der Kumpel aus früheren Tagen hat sich in eine Buchhändlerin verknallt und Rock soll ihm helfen, bei ihr zu landen. Doch fühlt sich der Superschnüffler überraschend selbst zu der Lady hingezogen ...

Manfred Rebhandl, geboren 1966, lebt als Autor in Wien. Er schreibt Krimis, Drehbücher, Theaterstücke und Reportagen für Zeitungen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 28.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783707605440
    Verlag: Czernin Verlag
    Serie: Rock Rockenschaub Bd.4
    Größe: 1150kBytes
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Töpfern auf Kreta

Als ich mich schon darauf einstellte, etwas früher schlafen zu gehen, kam der Toni doch noch die Treppe heruntergerannt, die Zähne strahlender als sonst, und auch die Jeans waren enger und voller als am Vortag.

Ku packte gerade seine Golftasche zusammen, und so bat ich ihn, mir einen seiner Schläger zu geben, denn ich wollte die Sache mit Toni auf Gutsherrenart lösen.

Als ich ausholte, um den Schmalzkopf gegen die Tür zu schießen, griff der Toni ganz lässig in seine Hosen hinein, zog einen Geldschein nach dem anderen heraus und legte sie vor uns auf den Tisch. Zwar hatte er uns vorhin enttäuscht, als er nicht da war. Aber jetzt, wo er endlich da war, überraschte er uns, denn das war eine schöne Menge Cash. Toni lächelte und erklärte uns sein System:

Er hatte am Morgen den Sack mit Dope mitgenommen, das portionierte Zeug zwischen die Obdachlosenzeitungen gesteckt und die Leute angequatscht: "Seitung? Frische Seitung? Seitung?" Und wenn sie dann alle "Nein, zisch ab du verdammter Zigeuner!" sagten, dann sagte er, etwas leiser: "Haschisch? Frische Haschisch?" Zwei von dreien wurden hellhörig, wie er uns versicherte, und einer von den zweien griff zu.

"Und wisst ihr, was das Beste ist?", fragte er uns. "Die Zeitung kaufen diese Idioten dann auch noch!"

Und zwar, weil sie in ihm nicht mehr den Zeitungsverkäufer sehen, auf den sie herabblicken, wie uns Kubelka erklärte, sondern ein Rädchen im Getriebe, das die Welt am Laufen hielt. "Mehr noch: einen, der sie glücklich macht!"

So hatten alle was davon!

Ku war begeistert. "Wir haben ihn einfach falsch eingeschätzt. Toni ist kein Pfleger, er ist eher Betriebswirt, Logistiker, so was in der Art. Das kommt oft vor, dass einer seine Bestimmung erst finden muss. Und hör zu: Mit dem Geld können wir vielleicht sogar eine Rundum-Pflege für Lemmy organisieren!"

Ich sagte: "Vielleicht sogar zwei."

"Ganz legal ist es natürlich nicht, was du da machst, Toni. Aber diese Art der Kriminalität hat eine andere Qualität, eine irgendwie sympathische, was meint ihr?"

Ich meinte: "Eine sehr sympathische sogar."

"Und wenn du morgen um sieben Uhr kommst und das Zeug für den Tag und deine Kollegen portionierst und abholst", sagte Kubelka, "dann bist du der Fixanstellung einen ganzen Schritt näher!"

Ich sagte streng: "Sechs Uhr! Wir müssen es wie die Chinesen machen. Die stehen früher auf und duschen kälter! Schlüssel gibt's bei mir oben. Und he - den Rest legst du zurück in die Lade!"

"Okay, sechs", sagte Ku, während Toni das Zeug zurück in die Lade legte. "Und jetzt bring ich ihn nach Hause."

Wo immer das war.

Ich sagte: "Gute Nacht, Doc. Gute Nacht, Toni."

Und blieb mit Lemmy zurück. Drückte ihm wieder den Playboy in die Hand, blätterte nach vorne bis zu der Seite, wo sich Mandy wie ein Hündchen auf die Couch kniete, und sagte zu ihm: "Siehst du das hier? Sag Aaaaaaarsch ..."

Da glaubte ich, ein leises Zucken in seinen Mundwinkeln zu sehen.

Alter Doggystyler!

Als ich schlafen gegangen war, hatte ich mich richtig darauf gefreut, endlich - endlich! - meinen Rausch auszuschlafen, aber daraus wurde wieder nichts. Die Schelle läutete um 7.15 Uhr, ich ging ran. Es war Guttmann, und er sagte: "Schon wieder einer."

"Was?"

"Ein toter Zigeuner."

Ich musste mich erst ein wenig sortierten: toter Zigeuner, toter Zigeuner, ah ja, die toten Zigeuner! Ab drei ist es eine Serie, sagt man, ich fragte: "Wie viele haben wir denn schon?"

Er sagte: "Vier."

Ich war in meinem Geburtstagshemd eingeschlafen und stand in meinem Geburtstagshemd wieder auf. Die Frage war: Langsam ausnüchtern oder schnell nachkippen? Was war besser? Man verliert irgendwie die Sicherheit in den Entscheidungen, wenn man älter wird.

Ich entschied mich schließlich fürs Nachkippen, kam aber nicht mehr richtig in die Gänge, seit ich fünfzig war, auch nic

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