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Töten im Auftrag des Propheten Kommissar Loebs vierter Fall von Eisen, Maximilian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.06.2015
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Töten im Auftrag des Propheten

In Zürich tötet ein Mörder mittels Schächten unschuldige Opfer, weil ihre Tätigkeiten nicht den Vorgaben des Korans entsprechen. Die Rechtfertigung für seine Morde findet der Sohn jordanischer Einwanderer im Koran selbst. Lange Zeit tappt die Polizei im Dunkeln, weil der Mörder äußerst raffiniert und intelligent zu Werke geht. Nach einer ersten Verhaftung reagiert der Haftrichter, ein Gutmensch, naiv und ideologisch. Wann wird der Mörder einen Fehler begehen, der ihn in die Hände der Polizei spielt? Der Autor wurde 1945 in Baar-Zug/Schweiz geboren und studierte Arabistik im Libanon und in Jordanien. Seine bewegte Vita beinhaltet 15 Jahre Auslandsaufenthalte: Dolmetscher in Mexiko, Diplomat in den USA, Deutschland, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten, Kroatien, Übersetzer bei der Schweizer Bundespolizei. Neun Jahre war er in leitender Stellung im Fürsorge- und Asylwesen in der Westschweiz tätig. 18 Jahre leitete er sein eigenes, sehr erfolgreiches Unternehmen, das er 2010 verkaufte und seither zurückgezogen in der Schweiz lebt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 206
    Erscheinungsdatum: 19.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990481110
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 431 kBytes
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Töten im Auftrag des Propheten

Kapitel 2

"Diejenigen, die diese Bilder verfertigen, werden am Tag der Auferstehung bestraft werden. Man wird zu ihnen sagen: 'Macht lebendig, was ihr geschaffen habt!' ..."

Hadith, aus den Jahren 662 bis 677 stammend.

Imam Rashid eröffnete die Gesprächsrunde auf Arabisch. Seine diesbezüglichen Sprachkenntnisse waren zwar alles andere als perfekt, aber er konnte sich ziemlich gut verständlich machen. Es tönte etwas gestelzt und übertrieben feierlich, als er in fehlerhaftem Hocharabisch begann.

"Allah hat die Tat unseres Bruders Nabih gefallen. Nun können wir uns auf die nächste Eliminierung eines dieser satanischen Menschen konzentrieren. Dies bedingt aber genaueste Planung. Deswegen habe ich Mustafa hergebeten. Er kennt einen solchen Menschen, weiß um sein Leben und kann uns Hinweise geben, wie wir ihn aus der Welt schaffen können."

Nabih war ein wenig irritiert. Das tönte ja wie in einer Verwaltungsratssitzung mit dem Traktandum "Beseitigung von Umweltschäden". Aber es war Allahs Wille, dass man diesen Typ aus der Welt schaffte. In seinem jordanischen Dialekt meinte er:

"Wir brauchen keine langen Rechtfertigungen, weshalb man diesen Galeristen töten sollte. Allahs Wille ist klar. Wir gehen den gleichen Weg wie der Prophet - Allahs Segen über ihm - der seine Feinde ebenfalls vernichten ließ. Bilder sind verbotene Nachahmungen Allahs. Er alleine ist berechtigt, Dinge zu schaffen. Ich bitte deshalb Mustafa, uns die nötigen Infos anzuvertrauen."

Mustafa Boujeddine war ein großer, magerer Algerier mit riesigen, schwarzen Basedow-Augen und stark behaarten, langfingrigen Händen. Er kleidete sich meistens, wie heute auch, im Schlabberlook, wenn er nicht gerade die lange, weiße Gallabia 6 und das Kufi 7 trug. Hin und wieder sah man ihn mit einer einfachen weißen Stoffhose, einem Shirwal und einem bis an die Knie reichenden Hemd zu seiner Moschee im Quartier eilen. Trotz seiner erst 28 Jahre hatte er schon eine Vollglatze und litt entsprechend unter Minderwertigkeitskomplexen, obwohl er diese weiß Gott nicht nötig hatte. Sein Arbeitgeber hielt ihn für seinen unentbehrlichsten Informatiker und schätzte ihn außerordentlich. Er wusste, dass seine anwesenden Freunde sein Algerisch kaum verstanden, und antwortete deshalb in einem fehlerhaften Hocharabisch.

6 Das traditionelle weiße Hemd, das bis zum Boden reicht.

7 Käppchen, ähnlich der jüdischen Kippa oder dem Sennenkäppi.

"Ich kenne Gerhard Fehrenbach, weil er seine Galerie neben unseren Büros hat. Er hat mich einmal in meinem Shirwal gesehen, als ich vor dem Freitagsgebet etwas aus dem Büro holen musste, das ich dort vergessen hatte. Er hatte mich angesprochen und fragte, ob das die neue Hosenmode oder ob ich gläubiger Moslem sei. Wir kamen danach mehrmals ins Gespräch und gehen hin und wieder mal zusammen Mittagessen im 'Max & Moritz'. Er wollte immer viel über den Islam wissen, ob im Islam die Bekämpfung der Ungläubigen tatsächlich vorgeschrieben sei und ob man in den arabischen Ländern tatsächlich die Tiere quäle und die Frauen schlage, einfach solch blödes Zeug, das die Christen immer wissen wollen. Aber er wehrte sich, wenn ich ihn einlud, uns einmal in der Moschee zu besuchen. Er hasse Religionen und Dogmas, er wolle leben und leben lassen."

Imam Rashid unterbrach ihn.

"Ich weiß, dass du mit diesem Kuffar essen gehst. Du weißt doch, dass dies uns verboten ist."

"Ich esse dort ja nur Salat und trinke Kaffee oder Tee", rechtfertigte sich Mustafa und fuhr fort.

"Zudem kann ich mich doch nicht einfach abschotten von allen Leuten. Wir leben schließlich in einem christlichen Land, da muss ich doch mit denen auch s

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