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Task Force Hamm - ertränkt, erhängt, erschossen von Schmidt, Dirk (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: Grafit Verlag
eBook (ePUB)
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Task Force Hamm - ertränkt, erhängt, erschossen

"Was ist Hamm? Für Sie, Scholz, ist Hamm die letzte Ausfahrt vor der Wand." Nachdem er Haus, Hof und Smartphone beim Roulette verzockt hat, wird Kommissar Scholz kurzerhand strafversetzt. Nach Hamm, in die Stadt, die den Ruf hat, das graue Grauen am Rande des Ruhrgebiets zu sein, und vom Rest des Landes ignoriert wird. Ideale Voraussetzungen, um als Auffangbecken für die Problemfälle der Polizei zu dienen. Und so bekommt Scholz Kollegen wie den schwulen Ditters, der seine Aggressionen nicht im Griff hat, und den gutmütigen, aber strohdoofen Hobby-DJ Latotzke. Chef Vorderbäumen schiebt eine ruhige Kugel und konzentriert sich auf seine Nebentätigkeiten im Möbelbusiness. Professionell ist anders. Dann wird die Leiche von Horst Terjung gefunden. Der Metzger wurde ertränkt, erhängt und mit einem Bolzengerät erschossen. Offensichtlich waren starke Emotionen im Spiel - und Verdächtige gibt es viele. Die aus dem Katalog georderte Thai-Ehefrau, den Vater, der nur Schlechtes über seinen Sohn zu berichten weiß, und den alten Zockerkumpel Gerd Möhse, der plötzlich verschwunden ist. So sehr Scholz seine neue Zwangsheimat verabscheut, er will diesen Fall aufklären - koste es, was es wolle. Nach dem großen Erfolg der Hörspielreihe rund um die Hammer Ermittlertruppe im ARD-Radio-Tatort legt Dirk Schmidt nun sein erstes Buch zu den beliebten Chaoten um Kommissar Scholz vor. Dirk Schmidt, geboren 1964, studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Er arbeitet als Werber, Autor und Schriftsteller, verfasste zahlreiche Kriminalhörspiele und schrieb mehrere Drehbücher. Seit 2011 verantwortet Dirk Schmidt mit seiner Task Force Hamm die Beiträge des WDR für den ARD-Radio-Tatort.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783894251888
    Verlag: Grafit Verlag
    Größe: 2450 kBytes
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Task Force Hamm - ertränkt, erhängt, erschossen

KRAMSKI

"Rien ne va plus."

Scholz' Blick scheint bereits die endlose Leere seiner Zukunftsaussichten zu ermessen, als die Kugel losschnellt. Drei Stunden und eintausendneunhundert Euro ist es her, dass er am Roulettetisch Platz genommen hat. Alles, was Vorfreude, Hoffnung und Zuversicht war, ist Müdigkeit gewichen, mehr noch, einer so tief empfundenen Ermattung, dass Scholz zum ersten Mal in seinem Leben versteht, warum manche Menschen sich nach einem Spielbankbesuch das Leben nehmen. Das immerhin wäre ein Leichtes. Im Handschuhfach seines geleasten Mittelklassefahrzeugs in der Metallicsonderlackierung Polaris White, das gerade mal achtzehntausend Kilometer auf dem Tacho hat, befindet sich eine Pistole, Modell SIG Sauer P6. Er hätte acht Schüsse. Die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg liegt, ganz im Gegensatz zu allem, was Scholz heute Abend in der Spielbank versucht hat, bei hundert Prozent.

"Siebzehn."

Die Siebzehn ist seine Glückszahl. Scholz hebt den müden Blick und erwidert das freundliche Nicken des Croupiers mit einem gequälten Lächeln. Er hat gewonnen. Fast vierhundert Euro. Etwa ein Viertel der Summe, die er heute Abend verspielt hat. Schön, aber zu spät, viel zu spät.

Ein einsamer Barmann poliert seinen Tresen, der Pianist spielt zum dritten Mal Back for good und im Salon Bella Vista brummt ein Staubsaugerroboter. Scholz lockert mit einer Hand seine geliehene Krawatte und schiebt mit der anderen dem Croupier einen Jeton über den Tisch. Er darf nicht vergessen, die Pistole aus dem Handschuhfach zu nehmen, bevor er den Wagen morgen früh zurück zum Autohändler bringt und versucht, sich irgendwie aus dem Leasingvertrag zu lügen. Aus dem Augenwinkel bemerkt er, dass sich jemand neben ihn setzt. Die nächste arme Sau, die blöd genug ist, ihr Leben auf das Klack-Klack einer Elfenbeinkugel zu setzen. Und dann hört er noch ein Klack-Klack.

Eine leicht schwankende, etwas zu blonde, etwas zu dünne, etwas zu blasse Frau stöckelt durch das gekachelte Foyer, dann dämpft der Teppich das Geräusch ihrer Pumps. Scholz' Blick folgt ihr. Wäre es nicht viel günstiger, den Frauen und nicht dem Glück im Spiel nachzujagen? Aber am Ende des Tages bringt Sex es irgendwie nicht. Beim Sex ist man - im Idealfall - in Gesellschaft und Scholz zockt vielleicht auch deshalb, weil er im Moment der Momente ganz mit sich allein sein möchte.

Die Frau stöckelt weiter, bleibt für einen Augenblick stehen und schüttelt kurz, aber heftig den Kopf. Ihre Lider hängen auf halbmast, aber ihr Gang ist jetzt wieder gerade, die Schritte sicherer. Der Pianist zwinkert ihr zu. Scholz kann aus seiner Position nicht erkennen, ob sie die Geste erwidert oder vielleicht sogar angefangen hat mit der Zwinkerei.

Der Mann am Klavier trägt einen Ohrstecker. Aus Gold, mit Brilli drin. Und eine dazu passende Krawattennadel. Mit noch einem Brilli drin. Zwischenfazit: Für einen Typen, der hier und heute die Werktagsspätschicht abreißt (und jetzt auch noch die Unverfrorenheit besitzt, And that's why they call it the Blues anzuspielen), hat der Pianist entschieden zu viel Geld.

Die Frau setzt sich umstandslos auf einen relativ hohen Barhocker. Sie rührt mit dem kleinen Finger in ihrem Drink - nicht im Mindesten betrunken. Scholz hatte sie nicht weiter beachtet, als sie zu den Toiletten ging, weil sie sich ganz normal bewegte. Erst ihr Schwanken hat seine Aufmerksamkeit geweckt.

Stellt sich die Frage, ob der Pianist hier der Haus- und Hofdealer oder ihr Zuhälter ist. Sie braucht den Stoff bestimmt, weil sie sonst nicht durch die Nacht kommt. Hundert Euro darauf, dass der Pianist für mindestens fünfhundert Ocken Koks in der Tasche hat. And that's why they call it deutscher Kriminalbeamter. Warum funktioniert Scholz' Instinkt nicht so prima, wenn es um Rot oder Schwarz und Ich-mach-für-heute-mal-Schluss geht?

"Und ... welche Zahl bringt heute

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