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Tempe Brennans erster Fall (4) von Reichs, Kathy (eBook)

  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Tempe Brennans erster Fall (4)

Wie alles begann... Es ist Dezember, und an der Anthropologischen Fakultät der Universität von North Carolina sitzt Temperance Brennan an ihrer Doktorarbeit. Als zwei Cops ihr Labor betreten, ändert sich Brennans Leben schlagartig. Die Detectives Slidell und Rinaldi untersuchen den gewaltsamen Tod eines Arztes, dessen stark verbrannte Leiche in einem Wohnwagen gefunden wurde. Ob Tempe mit ihrer Erfahrung im Analysieren menschlicher Überreste die Identität des Opfers bestätigen kann? Ihr erster Kriminalfall stellt nicht nur ihr ganzes Können auf die Probe, sondern bringt auch das Leben der Detectives und ihr eigenes in große Gefahr... Kathy Reichs, geboren in Chicago, lebt in Charlotte und Montreal. Sie ist Professorin für Soziologie und Anthropologie, eine von nur einhundert vom American Board of Forensics Anthropology zertifizierte forensischen AnthropologInnen und war jahrelang unter anderem für gerichtsmedizinische Institute in Quebec und North Carolina tätig. Ihre Romane erreichen regelmäßig Spitzenplätze auf internationalen und deutschen Bestsellerlisten und wurden in dreißig Sprachen übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641204501
    Verlag: Blessing
    Größe: 1089 kBytes
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Tempe Brennans erster Fall (4)

1

Ich saß auf einem Stuhl, den ich dicht an sein Bett gezogen hatte, und unter meinem Brustbein schwelte eisige Hitze. Angst.

Durch die Glasschiebetür kamen gedämpft Krankenhausgeräusche. Eine Aufzugtür, eine ratternde Rollbahre, ein piepsender Pager. Im Zimmer das leise, rhythmische Pingen der Vitalzeichensensoren.

Sein Gesicht wirkte hager und grünlich-grau im Schein der Maschinen, die seinen Puls und seine Atmung überwachten. Hin und wieder warf ich einen Blick auf den Monitor. Sah die Linien in einem unregelmäßigen Zickzackmuster hüpfen. Hoffte inständig, dass das Pingen und Hüpfen weiterging.

Chirurgische Intensivstation. So kalt. So steril. Und doch, eine menschliche Spur. Ein Fleck wie ein Mickymausohr auf einem der Gitter des komplizierten Betts. Schon komisch, was einem unter Stress auffällt.

Ein Laken bedeckte ihn vom Hals abwärts, nur seine Arme lagen frei. Ein gegabelter Schlauch versorgte ihn durch die Nasenlöcher mit Sauerstoff. Eine Nadel infundierte ihm Flüssigkeiten in eine Ader am Handgelenk. Der Arm mit der Infusion lag eng am Körper. Der andere ruhte auf seiner Brust, am Ellbogen in stumpfem Winkel gebeugt.

Ich sah seinen Brustkorb unter dem Laken sich heben und senken. Irgendwie wirkte sein Körper kleiner als sonst. Geschrumpft. Oder es war eine Illusion, die von der Aquariumsbeleuchtung erzeugt wurde.

Er bewegte sich nicht, zwinkerte nicht. In dem gespenstischen Licht wirkten seine Lider durchscheinend lila, wie die abgeschälte Haut einer roten Zwiebel. Die Augäpfel lagen tief in den Höhlen.

Hollywoods dramatische Todesszenen sind Unfug. Eine Kugel, die in einen Körper eindringt, zerstört knapp sechzig Gramm Gewebe, nicht mehr. Eine Kugel bringt einen Mann nicht unbedingt sofort um. Um sofort zu töten, muss man in den Kopf oder weit oben in die Wirbelsäule schießen oder starke Blutungen hervorrufen, indem man eine Schlagader oder das Herz trifft. Nichts davon war ihm passiert. Er hatte überlebt, bis ein spätabendlicher Spaziergänger mit seinem Hund ihn gefunden hatte, zwar bewusstlos und stark blutend, aber noch mit tastbarem Puls.

Der Anruf in den frühen Morgenstunden hatte mich aus einem tiefen Schlaf gerissen. Sofort schoss mir das Adrenalin durch den Körper. Mit zitternder Hand griff ich nach dem Telefon. Mit hämmerndem Herzen fuhr ich durch die Stadt. Vor der Intensivstation stritt ich, bis man mich einließ. Ich hielt mich nicht lange mit Höflichkeiten auf.

Tod durch Schusswaffen hängt von mehreren Faktoren ab: ein Projektil, das tief genug eindringt, um lebenswichtige Organe zu erreichen; Erzeugung eines dauerhaften Hohlraums entlang des Wegs der Kugel; Erzeugung eines temporären Hohlraums durch Übertragung der kinetischen Energie der Kugel; Zersplitterung von Kugel und Knochen. All diese Dinge waren ihm passiert.

Die Chirurgen hatten getan, was sie konnten. Sie hatten leise und einfühlsam gesprochen, die Stimme ruhig vor Erschöpfung, der Blick sanft vor Mitleid. Die inneren Verletzungen seien zu schwerwiegend. Er liege im Sterben.

Wie konnte das sein? Männer seines Alters starben nicht. Aber sie taten es. Amerika war bis an die Zähne bewaffnet, und niemand war sicher.

Ich spürte ein Beben in der Brust. Kämpfte dagegen an.

Der gleichgültige Tod war dabei, ein Loch in mein Leben zu reißen. Über die kommenden Wochen wollte ich lieber nicht nachdenken. Die Monate. Wir hatten so viel miteinander getan. Hatten uns gegenseitig Kraft gegeben, physisch und emotional. Trotz der gelegentlichen Distanziertheit, Barschheit. Die hitzigen Diskussionen. Die unbegründeten Rückzüge. Die Wortwechsel waren nicht immer angenehm, aber sie trieben den Prozess voran, halfen uns, mehr zu erreichen, als wir allein geschafft hätten. Jetzt sah die Zukunft düster aus. Unerträgliche Traurigkeit hüllte mich ein wie ein Leichentuch.

Er war ein guter Mann. Kompetent. Sehr engagiert in seiner Arbeit. Immer beschäf

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