text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Terrorland Ein De-Bodt-Thriller - von Ditfurth, Christian von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2020
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Terrorland

Politische Anschläge in Berlin - und das kurz vor dem Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten ...
Eine Anschlagsserie erschüttert Berlin. Ein Touristenbus fliegt in die Luft. Ein Flugzeug wird vom Himmel gesprengt. Der russische Botschafter kommt um, sein Nachfolger wird mitsamt Frau und Kind ermordet. Während die deutschen Sicherheitsorgane keinen Schritt weiter kommen, geht Kommissar de Bodt, eigensinnigster Ermittler der Berliner Polizei, der Sache mit ungewöhnlichen Methoden auf den Grund. Hat es einen Geheimnisverrat in Moskau gegeben? Ermordet ein russischer Geheimdienst Mitwisser? Und was wird erst passieren, wenn US-Präsident Ronald Dump kurz vor den amerikanischen Wahlen bei der Kanzlerin zu Gast ist?


Christian v. Ditfurth, geboren 1953, ist Historiker und lebt als freier Autor in Berlin und in der Bretagne. Neben Sachbüchern und Thrillern wie »Der 21. Juli« und »Das Moskau-Spiel« hat er Kriminalromane um den Historiker Josef Maria Stachelmann veröffentlicht. Seit 2014 ermittelt Eugen de Bodt erfolgreich - sein zweiter Fall »Zwei Sekunden« wurde mit dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet, zuletzt erschien »Ultimatum«.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 01.08.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641251864
    Verlag: C. Bertelsmann
    Serie: Eugen de Bodt 6
    Größe: 1994 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Terrorland

1.

City Sightseeing Berlin. Der Bus bremste, rot, mit gelber Kindersonne. Haltestelle Unter den Linden/Friedrichstraße.

»Nun drängelnse doch nicht ...« Mit einer Hand schob er seine Frau nach hinten, um sie zu schützen. Die andere schlug durch die Luft. Zwischen sich und dem jungen Paar. Das sich von der Seite in die Schlange schob. So tat, als wären die anderen nicht da. Sie mit großer Sonnenbrille und einem Pappbecher in der Hand. Stöpsel in den Ohren. Die Hüften zuckten im Takt. Er mit Bierflasche und Basecap. »Ist ja gut, Opa«, sagte er. Schob die Hand weg und stellte sich vor den Alten und seine Frau.

Die junge Frau wackelte mit den Hüften.

»Unverschämtheit«, zischte der Alte.

Das junge Paar fand die letzte Sitzbank oben im Doppeldeckerbus. In der Sonne, dem Riesengrill.

Es war August, die Stadt überschwemmt von Touristen, und der Bus konnte nicht alle Fahrgäste aufnehmen.

»Bald kommt der nächste!«, rief der Fahrer. Auf Deutsch, auf Englisch.

Die Tür schloss sich endlich. Der Alte stieg die Treppe vom Oberdeck hinunter. »Alles voll«, sagte er zu seiner Frau.

Im Unterdeck waren zwei Plätze frei. Einer auf der letzten Bank, der andere hinter der rückwärtigen Tür.

Der Bus ruckelte. Fuhr los. Bremste. Der Fahrer fluchte. Dann rollte der Bus los.

Der Stadtführer begann zu reden. Auf Englisch. Der alte Mann drehte sich um, sah nach hinten. Wechselte einen Blick mit seiner Frau.

»Friedrichstraße«, sprach der Reiseführer ins Mikrofon. Es schepperte aus den Lautsprechern, die über den Sitzen eingelassen waren. Der Alte verstand nichts weiter. »Komische Oper on the left ...« Danach »the Russian embassy«.

Der Bus bremste, hielt an. Der Fahrer schimpfte. Der alte Mann roch etwas. Wie verbrannt. Wenn Kabel schmolzen. Dann spürte er einen Riesenschlag. Den Knall hörte er schon nicht mehr.

2.

»Diesmal steigt ihr ab«, sagte Salinger.

»Du hast doch keine Ahnung.« Yussufs Hertha-Wimpel zitterte vor Wut. Als wäre er bestimmt, Yussufs Gefühle auszudrücken.

De Bodt saß auf seinem Stuhl neben der Tür. Er war irgendwo. Vielleicht überlegte er gerade, wie sich der Geist in einem Wimpel ausdrücken könnte. Vielleicht war er einfach müde. Seit er verspätet im Büro erschienen war, wirkte er abwesend. Vielleicht dachte er über den Pfad des Widersinns nach, der ihn in dieses Büro führte. Tag für Tag. Ausgenommen die Wochenenden. Ausgenommen, wenn er einfach nicht auftauchte. Wie es in jüngster Zeit mehrfach geschehen war. Was Salinger und Yussuf ausbadeten, weil sie Erklärungen erfinden mussten. Es war umso schwieriger, da die Berliner beschlossen hatten, sich gerade nicht gegenseitig umzubringen. Sie leisteten Amtshilfe für Münchener Kollegen, die einen Sexualmord in Berg am Laim ausgegraben hatten. Sie suchten jeden Mann, der vor zwölf bis fünfzehn Jahren dort gewohnt hatte. Ein paar Berliner waren darunter, die nun eine DNS-Probe abgeben sollten. Per Wattestäbchen, das ihren Speichel aufnahm.

Die Tür knallte auf. Im Raum stand Tilly. Der Kriminalrat schwitzte. Seine Hände zitterten. Wie seine Stimme. Obwohl er entschlossen klingen wollte. »Bombenanschlag ... Unter den Linden ... gegenüber sowjetischer ... russischer Botschaft. Ein Bus ...«, stotterte er.

»Ja?«, fragte Salinger. Weil ihr nichts Besseres einfiel.

»Sie übernehmen«, sagte Tilly. »Sie übernehmen«, wiederholte er. »Der Erste Hauptkommissar de Bodt ... haben Sie verstanden?« Große Augen blickten de Bodt an. Gefühle mochten sich vielleicht nicht im Zittern eines Wimpels ausdrücken, aber die Angst in den Augen.

De Bodt nickte.

Der Kriminalrat starrte ihn an, immer noch über de Bodt gebeugt.

»Sie gestatten«, sagte de Bodt. Erhob sich. Tilly sprang fast zurück.

3.

»Tilly hatte keine Wahl«, sagte Salinger. »Das hat er sich mit der Beförderung eingebrockt. Herr Erster

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen