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Teufelszeug Thriller von Ivar, Katja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2020
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Teufelszeug

Tote, die aus dem Nichts auftauchen, eine eigenwillige Kommissarin und eine Landschaft, die einem den Atem raubt - jetzt für kurze Zeit zum Einführungspreis von 4,99?! Lappland, 1952: Es ist der Höhepunkt des Kalten Krieges und Finnland mit seiner Grenze zur Sowjetunion ein schneebedecktes Pulverfass. Die eigenwillige Hella Mauzer - erste weibliche Ermittlerin der Mordkommission Helsinki und in die klaustrophobische Einöde Lapplands zwangsversetzt - leitet den Fall eines Vermissten, der sie mitten in eine internationale Verschwörung zu führen scheint. Oder irrt sie sich? Schafft Hella es, die eigenen Dämonen zu besiegen und das Verbrechen aufzuklären? Katja Ivar wurde in Moskau geboren und verbrachte ihre Teenagerjahre in Dallas, Texas. Sie studierte Linguistik und Zeitgeschichte an der Sorbonne-Universität. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Paris. "Teufelszeug" ist ihr erster Roman und der Beginn einer Serie um die Kommissarin Helle Mauser.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 01.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641218430
    Verlag: btb
    Serie: btb 71628
    Originaltitel: Evil Things
    Größe: 2387 kBytes
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Teufelszeug

1.

Sie musste die Augen zusammenkneifen, um das Dorf zu erkennen. Nur ein winziger grauer Fleck auf der Karte, tief verborgen in den zerklüfteten Felsspalten der uralten, gefrorenen Landschaft. Umgeben von Sümpfen und flachen, schief gewachsenen Sträuchern, wie sie typisch für den Permafrostboden waren. Die Einwohner, hauptsächlich Skoltsamen, lebten von Ackerbau, Jagd und Fischfang. Nicht unbedingt das Ziel für eine Urlaubsreise.

Sie musste verrückt geworden sein, auf die Fahrt dorthin zu bestehen, um dort ... was zu tun? Ein Verbrechen aufzuklären, das ihr Chef nicht einmal für eines hielt?

"Für mich hört sich das nach einem Unfall an." Hauptkommissar Järvi spitzte die vollen Lippen.

Er stand neben ihr vor der Landkarte an der Wand seines frisch renovierten, zwanghaft ordentlichen Büros, in dem es unerklärlicherweise nach Fischöl stank.

"Es könnte ein Verbrechen gewesen sein", sagte Helle. Sie achtete darauf, nicht zu selbstsicher und energisch zu klingen. Järvi konnte ihre "bestimmende Art", wie er es nannte, nicht leiden, und sie war nun mal auf ihn angewiesen, ob ihr das nun passte oder nicht.

"Da wird ein älterer Mann vermisst, der fast wie ein Einsiedler gelebt hat. Das ist kein Verbrechen. Wahrscheinlich hat er sich im Wald verlaufen oder ist in den Sümpfen ertrunken. Oder er ist über die Grenze zu den Russen, wie sie es alle machen, und hat sich drüben bis zur Besinnungslosigkeit mit Kremlevskaya volllaufen lassen. Mehr steckt nicht dahinter."

"Der Mann ist in diesen Wäldern aufgewachsen. Er kann sich unmöglich verlaufen haben. Und dass er zum Saufen rüber zu den Russen ist, glaube ich auch nicht. Er hat einen kleinen Jungen allein zu Hause gelassen. Seinen Enkel."

"Ach, das ist der Grund!" Vorwurfsvoll hob Järvi den Finger. "Er hat ein Kind zurückgelassen. Deshalb denken Sie sofort, er muss einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein. Ich kann Ihre Reaktion durchaus verstehen, wirklich. Aber deshalb muss noch keine Straftat vorliegen. Unfälle passieren ständig. Und wahrscheinlich war der alte Mann kein so treusorgender Großvater, wie Sie es sich vorstellen."

Lennart Järvi trat hinter seinen Schreibtisch und ließ sich auf den nagelneuen Drehstuhl fallen, der unter seinem Gewicht ächzte. Für ihn war dieses Gespräch beendet. Aber nicht für Helle. Sie vergaß all ihre klugen Vorsätze und sprach laut und deutlich weiter:

"Da schreibt also diese Pfarrersfrau, Irja Waltari, einen Brief an die Polizei, sie mache sich Sorgen, weil ein alter Mann seit sechs Tagen vermisst wird und einen kleinen Jungen allein zurückgelassen hat, und Sie sagen, wir sollen nichts unternehmen? Wir legen den Brief einfach zu den Akten und vergessen das Ganze?"

Järvi sah sie irritiert an. "Bei der Polizeiarbeit geht es nicht um Emotionen", antwortete er nach einer Weile. "Es geht nicht darum, ob sich jemand Sorgen macht, sondern darum, das zu tun, was gut, richtig und effizient ist. Wir haben darüber zu entscheiden, was das Beste für die Allgemeinheit ist - wann unser Einsatz gerechtfertigt ist und wann nicht."

"Dann sollte ich ihn wohl lieber wegwerfen", sagte Helle. "Den Brief, meine ich. Um das Beweismittel zu vernichten. Wenn es nämlich wirklich ein Verbrechen war und wir es nicht aufgeklärt haben, obwohl wir davon Kenntnis hatten, zerstört das unsere Rekordaufklärungsquote von einhundert Prozent."

Järvi rutschte auf seinem Stuhl unbehaglich hin und her. Sie wusste, dass sie gewonnen hatte. An der Polizeiarbeit selbst hatte der Hauptkommissar wenig Interesse, aber er besaß einen ausgeprägten Sinn für Ordnung und Effizienz. Unter seiner Leitung konnte sich die Polizei von Ivalo mit der höchsten Aufklärungsquote des Landes brüsten. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich bei den gelösten Fällen nur um kleine Diebstähle oder hin und wieder einen vergifteten Hund handelte. Ihm ging es nur um die Zahlen.

Und jetzt zögerte Järvi

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