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Tiefe Stiche Thriller von Vlugt, Simone van der (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2016
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Tiefe Stiche

Die erste Frau wird auf dem Parkplatz eines Supermarkts niedergestochen. Die zweite in einem Wohngebiet. Kurz darauf wird eine Schwerverletzte auf einem Radweg mit knapper Not gerettet. Ganz Alkmaar steht unter Hochspannung: Wen wird es als Nächstes treffen? Kommissarin Lois Elzinga hat weder eine brauchbare Spur noch ein hilfreiches Täterprofil. Jemand scheint wahllos Frauen anzugreifen. Erst als der Täter wieder zuschlägt, begreift Lois, wie viel dieser Fall mit ihr selbst zu tun hat - und wie wenig Zeit ihr bleibt ...

Simone van der Vlugt, geboren 1966, eroberte mit ihrem ersten Psychothriller 'Klassentreffen' die internationalen Bestsellerlisten und ist seitdem aus dem Spannungsgenre nicht mehr wegzudenken. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Alkmaar in den Niederlanden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 09.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641165468
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Lois Elzinga Bd.3
    Originaltitel: Vraag niet waroom
    Größe: 1577 kBytes
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Tiefe Stiche

2

JUNI

Die Party ist in vollem Gange. Obwohl von der Band noch jede Spur fehlt, ist der Platz bereits voller Menschen in bunter Sommerkleidung. Viele haben Plastikbecher in der Hand, es wird gelacht, geredet, alte Bekannte werden mit großem Hallo begrüßt. Als die Band, die das Vorprogramm bestreitet, die Bühne betritt, ertönt lauter Jubel. Kurze Zeit später hallen die ersten Klänge der E-Gitarre über den Platz.

"Echt gut, die Band", sagt Lois, nachdem sie eine Weile zugehört haben. "Wie heißen die eigentlich?"

"Keine Ahnung. Aber ist ja auch egal, solange sie gut spielen."

Onno, der mit einem Bier in der Hand neben ihr steht, trägt ein elegantes Outfit, das sie für diesen Anlass nicht unbedingt ausgewählt hätte. Sie selbst trägt eine alte Jeans und ein schwarzes T-Shirt darüber.

Als sie einen Bekannten entdeckt, winkt sie ihm kurz zu, dann wendet sie sich an Onno.

"Das war eine gute Idee von dir, hierherzukommen. Ich war noch nie bei Zomer op het Plein ."

"Das kommt daher, dass du immer nur arbeitest", sagt Onno. "Du läufst mit Scheuklappen durch die Gegend." Er nimmt einen Schluck von seinem Bier und fügt hinzu: "Du flüchtest dich in deine Arbeit. Du versuchst krampfhaft, alles unter Kontrolle zu behalten. Das ist dir schon bewusst, oder?"

"Bitte, Onno, nicht jetzt."

"Ich sage nur, wie es ist. Das ist doch nicht normal, dass du nie zu einer Party gehst."

"Jetzt bin ich doch hier."

"Weil ich dich hergeschleppt habe. Ansonsten würdest du wahrscheinlich gerade Überstunden machen. Oder laufen gehen."

"Ich werde dir für immer dankbar sein."

"Sehr schön, genau das wollte ich hören." Onno grinst ihr liebenswürdig zu. "Willst du noch was trinken?"

"Ja, warum eigentlich nicht. Heute mach ich mal was ganz Verrücktes und trinke noch eine Cola light."

"Ich bin sofort zurück. Nicht heimlich abhauen!"

Mit einem Lächeln schaut Lois ihm nach. Trotz des Gedränges kann sie seine lange Gestalt noch bis zur Bar verfolgen. Onno hat natürlich recht, es ist wirklich absurd, sich nicht mehr Freizeit zu gönnen. Es scheint fast so, als hätte sie verlernt, das Leben zu genießen. Wenn man sich lang genug in der Arbeit vergräbt, passiert das, ohne dass man es selbst bemerkt.

Sie richtet ihren Blick wieder zur Bühne, wo die Band voller Hingabe spielt. Dahinter ragt in der warmen Nachmittagssonne der Kirchturm der majestätischen Grote Kerk hervor, deren bemalte Glasfenster das Licht einfangen und es in tausend Farben brechen. Sie kann sich noch gut erinnern, wie sie einmal mit ihrem Vater die Kirche besucht hatte, als gerade die Steinfliesen herausgenommen worden waren, weil Heizungsrohre darunter verlegt werden mussten. Während der Bauarbeiten konnte man über Holzdielen in der Kirche herumgehen und die Skelette und Kleidungsreste besichtigen, die von Einwohnern der Stadt Alkmaar aus vorigen Jahrhunderten stammten. Ihr Vater, ein Geschichtsliebhaber mit Leib und Seele, war so fasziniert, dass er jeden Tag kam. Sie selbst fand den Anblick ziemlich makaber. Und in gewisser Weise auch respektlos. Sie fühlte sich wie ein Voyeur, und noch heute beschleicht sie dasselbe Gefühl, wenn sie bei der Arbeit mit Leichen konfrontiert wird.

Ein Klopfen auf die Schulter reißt Lois aus ihren Gedanken. Neben ihr steht Mirjam in Gesellschaft eines Mannes, den sie nicht kennt.

"Na, bist du gerade in Gedanken dein Sündenregister durchgegangen?", neckt sie Mirjam.

"Hey, schön dich zu sehen!", sagt Lois freudig überrascht. "Wie geht es dir? Und wie geht es Britt?"

"Prima, danke. Wir arbeiten nach und nach auf, was geschehen ist, und Britt bekommt psychologische Unterstützung. Es ist ja alles noch ziemlich frisch", antwortet Mirjam. "Die Entführung an sich hat Britt gut verkraftet, aber die ganze Gewalt, die sie mit ansehen musste, die hat ihr zugesetzt. Das muss sie erst noch für sich ver

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