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Tod am Aphroditefelsen Sofia Perikles' erster Fall von Kostas, Yanis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.01.2019
  • Verlag: Atlantik Verlag
eBook (ePUB)
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Tod am Aphroditefelsen

Sommer auf Zypern: Eine gute Zeit, um heimzukehren, denkt Sofia Perikles. Sie ist jung, hübsch und eine erfolgreiche Elitestudentin. In ihrer Heimat jedoch erwartet sie alles andere als die steile Karriere im Innenministerium, die sie sich erhofft hat. Dank eines politischen Scharmützels findet sie sich in einem öden Kaff im griechisch-türkischen Grenzgebiet wieder - als Dorfpolizistin. Schon glaubt Sofia, sich arrangieren zu müssen mit einem eher gemächlichen Leben rund um die Dorfkneipe und mit den eigenartigen Bewohnern des Ortes, deren befremdlichster ausgerechnet ihr knorriger Chef ist, der auf keinen Fall beim Rakí-Trinken gestört werden will. Doch da geschieht ein Mord, und Sofia ist auf einmal mittendrin in den Ermittlungen, ohne jemals zuvor als Polizistin gearbeitet zu haben. Eine Aufgabe, die die Tochter aus gutem Hause in tödliche Gefahr bringt. Yanis Kostas wurde 1982 in Berlin geboren. Seine Mutter ist Deutsche, sein Vater griechischer Zypriot. Er arbeitet als Reporter und Journalist und berichtet aus ganz Europa über politische und gesellschaftliche Ereignisse. Unter anderem Namen hat er bereits einige sehr erfolgreiche Frankreich-Krimis veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 07.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455004304
    Verlag: Atlantik Verlag
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Tod am Aphroditefelsen

Dío - 2

Was hatte sie vor ihrem Abflug in London-Heathrow gute Laune gehabt. In Vorfreude auf die Heimat, auf alte Schulfreunde, auf launige Dachterrassen-Partys bei Nikolaos in Nikosia, auf ein kleines Techtelmechtel mit Lefteris um der alten Zeiten willen. Und auf ihren allerersten richtigen Job: Junior Security Advisor im Innenministerium der Republik Zypern. Wenn das nicht toll klang. Sie hatte sich in Gedanken schon die Visitenkarte ausgedruckt. Oben das herrschaftliche Wappen des Landes, darunter der Name der Behörde, dann ihre Berufsbezeichnung. Und über allem prangte ihr Name: Sofia Perikles.

Ihr Vater hatte sie vor sechs Monaten angerufen, kurz nach Weihnachten. Die Auslandsbotschaften waren gebeten worden, in den Botschaftsländern zypriotischen Nachwuchs für eine höhere Beamtenlaufbahn zu rekrutieren. Junge topstudierte Kräfte, die zurückgelockt werden sollten in die Heimat. Das passte perfekt. Ihr Studium war fast Geschichte. Intelligence and International Security am King's College in London. Davor ein Jahr lang in Berlin etwas Vergleichbares. Nun fühlte sie sich bereit fürs Innenministerium in Nikosia, bereit, für einige Jahre zur Neuorganisation des Polizeiwesens beizutragen.

Sie hatte sich beworben und wurde prompt genommen. Einziger Haken: Sie verpflichtete sich für mindestens drei Jahre. Kein Problem, dachte Sofia. Endlich raus aus London - weg von Dauerregen und von Fisch, der nicht mal frittiert zu ertragen war. Sie wollte wieder im Warmen leben und frischen Fisch aus dem Mittelmeer essen, Fisch, den alte Wirte in lauschigen Restaurants über offenem Feuer oder in zypriotischem Olivenöl grillten. Zumindest für eine Weile.

Der Vertrag war unterschrieben, das Gehalt einigermaßen akzeptabel.

Acht Tage vorm Abflug fand ihre Abschiedsfeier statt. Erst Vorglühen, dann Zwischenglühen und irgendwann in der Nacht fielen sie und ihre Freunde im Plan B in Brixton ein, wo ein angesagter DJ aus Berlin auflegte. Sie tanzte, knutschte mit Carl, heulte und trank viel zu viel. Dann heulte sie wieder, all ihre Freundinnen heulten mit, und sie tanzten noch mehr. Morgens um halb zehn war Sofia aus dem Laden gestolpert. Ihr Display zeigte acht Anrufe in Abwesenheit. Eine Pariser Nummer.

"Papa", sagte sie halblaut zu sich selbst. Und rief zurück.

"Mensch, Sofia. Warum meldest du dich jetzt erst?"

Er hatte diesen Ton, den er so oft angeschlagen hatte, als sie noch ein kleines Mädchen war. Er zog das A in Sofia dann wie einen Kaugummi.

"Was ist denn, Papa? Wir waren ... frühstücken", sagte sie, konnte aber selbst nicht an den Erfolg dieser Lüge glauben. Ihre Zunge fühlte sich schwer an, und die griechischen Wörter holperten darüber wie eine noch zu erfindende Fremdsprache.

"Hast du es nicht gesehen? Das Ergebnis?" Er klang äußerst ungläubig.

"Welches Ergebnis? Hat AEL verloren?" Sie rechnete nach. Gestern war Sonntag gewesen. AEL Limassol, ihr gemeinsamer Lieblingsfußballverein, hatte Sommerpause. War also reichlich unwahrscheinlich.

"Verdammt, Sofia. Die Wahl ..."

Die Wahl. Ich blöde Kuh, dachte sie. Sie hatte tatsächlich die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Zypern vergessen. Weil sie sich ungefähr so sehr für Politik interessierte wie für zypriotische Volkssagen. Das passte zwar nicht unbedingt zu ihrer Studienrichtung, aber im Studium hatte sie sich deutlich mehr mit richtiger Politik beschäftigt - mit dem Nahostkonflikt, mit Donald Trump, mit dem Brexit - und nicht mit den zyprischen Normen für den Olivenanbau.

"Papa, mach mal halblang, was ist denn passiert?" Sie ahnte Schlimmes, wusste aber rein gar nicht, um was es sich handeln könnte.

"Die Kommunisten", stöhnte er, und es klang, als hätte er schwere körperliche Schmerzen.

"Was ist mit den Kommunisten?", fragte sie, weil s

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