text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tod auf der Kohleninsel von Rüskamp, Arnd (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.05.2017
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
8,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tod auf der Kohleninsel

Kann man so tun, als wäre nichts geschehen, wenn eine Freundin ermordet wird? Der Duisburger Ex-Polizist Theo Bosman und die kellnernde Anwältin Betty Harmes können es nicht. Sie ermitteln auf eigene Faust, um dem Mörder auf die Spur zu kommen: zwischen A 40 und Schimmi-Gasse, zwischen Rhein und Ruhr - und am Ende wird in Amsterdam alles anders als gedacht ... Arnd Rüskamp ist am südlichen Rand des Ruhrgebiets am Baldeneysee geboren. Er hat Publizistik studiert, war Reporter und Moderator, Soldat und Biker, Autor und Verleger. Er lebt im Ruhrgebiet und in seiner Teilzeitheimat zwischen Schlei und Ostsee. Dagmar Maria Toschka, Pädagogin und Betriebswirtin, ist durch und durch Rheinländerin. Sie wurde am Niederrhein geboren, für den sie auch schon touristisch werben durfte, und lebt heute mit ihrem Mann in Köln, wo sie eine Praxis für Gesprächs- und Schreibtherapie führt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 24.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960412151
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Ruhr Krimi
    Größe: 3021 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tod auf der Kohleninsel

Fund auf der Kohleninsel

Bernard Bosman holte weit aus und schleuderte einen Knüppel mit aller Kraft über die Kohlehalde hinweg. Sein Hund schoss sofort nach vorn. Der Knüppel drehte sich langsam vor dem violettfarbenen Himmel und verschwand nach einigen Umdrehungen im Gegenlicht der untergehenden Sonne trudelnd hinter der schwarzen Kuppe. Blacky, der temperamentvolle Labrador, folgte dem Stock mit kurzen Sätzen, Kohlenstaub stieg auf, als er über den Grat sprang.

Bernard Bosman atmete tief ein und ging leicht in die Hocke, um das Glitzern der Sonnenstrahlen im Staub der Kohle besser sehen zu können. "Morgen male ich das", murmelte er.

Blacky bellte. Das war ungewöhnlich. Der ehemalige Polizeihund, der Bernard von seinem Vater anvertraut worden war, bellte, wenn er einen Angreifer stellte oder einen Fund anzeigte, aber nicht, wenn er apportierte.

Bernard lief um die etwa sechs Meter hohe Halde, an deren Fuße er gehockt hatte, herum. Als er auf der anderen Seite ankam, musste er blinzeln. Die untergehende Sonne blendete ihn. Blacky bellte noch immer. Als Bernard ihn erreichte, verstand er, warum. Der Sommerabend hatte seine Unschuld verloren.

Er stolperte einige Schritte zurück und zog sein Handy aus der Hemdtasche, tippte kurz auf das Kontaktfoto seines Vaters. Freizeichen.

Theo Bosman, nur gut zwei Kilometer entfernt, hörte den Refrain von "The Rising". Er öffnete die Augen und las in der oberen rechten Ecke seines Gesichtsfeldes: "Horst Schimanski". Weiß auf blau. Dann verstand er. Er lag in der Schimmi-Gasse. Bruce Springsteen hörte auf zu singen.

Theo Bosman griff sich an den Kopf. Ein taubes Gefühl. Benommen schaute er nach links und rechts. Keine Menschenseele. Ein Schiffsdiesel schickte sein beruhigendes Tuckern vom Rhein rüber. Er richtete sich auf, war unsicher auf den Beinen, stützte sich mit der linken Hand an einer Hauswand ab. Erneut meldete sich sein Handy. Er fingerte es aus der Innentasche seiner alten Lederjacke. Das Display zeigte seinen Sohn Bernard.

"Papa, du musst kommen. Auf die Kohleninsel. Hier liegt eine Leiche", rief Bernard. Seine Stimme zitterte, während er hastig mit Blacky an der Leine in Richtung seines Schiffs lief.

Theo wollte mit seinem Sohn sprechen, konnte es aber nicht. Seine Zunge streikte. Taumelnd lief er die paar Schritte zum Geländer, das den Vinckekanal von der Promenade trennte. Seine Finger kribbelten. Bei seiner letzten Ohnmacht war das auch so gewesen. Mit der rechten Hand wischte er sich fahrig über die Augen. Sein Blick schweifte über das Heck des Museumsdampfers "Oskar Huber", über das graue Wasser im Hafenbecken und die Speditionsinsel hinweg auf den Rhein. Ruhrort, an einem lauen Augustabend. Ruhrort, wie an jedem anderen Tag. Das geschäftige Treiben klang bereits aus.

Langsam spürte Theo Bosman seine Zunge wieder und versuchte, sich zu sortieren. Sein Sohn hatte also eine Leiche gefunden. Er holte das Handy wieder hervor, der Anruf war beendet. Er rief zurück. Aber Bernard ging nicht ran. Wo war der Junge? Wo lag sein Schiff, die "Alma", überhaupt?

Bernard und seine Frau Lea waren gestern Nacht erst aus Rotterdam zurückgekommen. So viel wusste er. Er wählte die Nummer seiner Schwiegertochter. Freizeichen, sonst nichts.

Theo Bosman sah sich um. An der Hauswand seiner Stammkneipe lehnte sein Fahrrad. Er hatte ein Bier bei Hübi getrunken. Er schaute auf seine Armbanduhr. Einundzwanzig Uhr dreiundfünfzig. Als das heute-journal begann, hatte er die Kneipe verlassen. Es waren also rund acht Minuten vergangen, in denen er offensichtlich ohnmächtig geworden war, Bernards Nachricht entgegengenommen und erfolglos versucht hatte, die Kinder zu erreichen.

Kohleninsel. Eine Leiche. Warum hatte Bernard nicht die Polizei gerufen? Was hatte er damit zu tun? Es half nichts, er musste da rüber. Gute zehn Minuten, länger würde er mit dem Rad nicht bis zur Kohleninsel brauchen.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen