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Tod im Barranco Kanaren-Thriller von Braem, Harald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.11.2014
  • Verlag: Zech Verlag
eBook (ePUB)
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Tod im Barranco

Eine Reihe mysteriöser Verbrechen sorgt auf den Kanareninseln La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria für Aufregung. Wer steckt dahinter? Die Polizei steht vor einem Rätsel. Ein getöteter Drogenkurier im Barranco. Ein homosexuelles Urlauberpaar. Ein Schriftsteller mit seiner Freundin auf der Suche nach der richtigen Location auf Gomera. Ein kauziger alter Mann mit Fernglas. Und der Wahnsinn geht erst richtig los... Der neue Kanaren-Thriller des Bestsellerautors Harald Braem. Harald Braem, Jahrgang 1944, ehem. Professor für Design und Kommunikation in Wiesbaden, ist Direktor des Kult-Ur-Instituts für interdisziplinäre Kulturforschung, Autor zahlreicher Bücher und langjähriger Kanarenkenner. Er verfasste Romane, Erzählungen, Sach- und Kinderbücher sowie Filmbeiträge. Im Zech Verlag sind außerdem von Braem erschienen: Tanausú, König der Guanchen, Auf den Spuren der Ureinwohner, Der Vulkanteufel und Der Kojote im Vulkan.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 24.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788494150197
    Verlag: Zech Verlag
    Größe: 389 kBytes
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Tod im Barranco

1 Roque de Agando, La Gomera

Der graue Renault Express quält sich im ersten Gang schaukelnd über die staubige Sandpiste. Die Straße im Barranco de Pastrana ist in einem erbärmlichen Zustand. Überall Löcher, Steine, Geröll, tiefe Rinnen. Schon bei Tag eine Zumutung. Jetzt, in der Nacht, ein riskantes Abenteuer. Ständig Steigungsstrecken und Kurven, überhängende Felsen. Im tanzenden Licht der Scheinwerfer tauchen kurz bizarre Kakteen auf, die wie Gespenster mit ihren Stachelarmen winken, einzelne Palmen und überwucherte Lavahänge. Plötzlich ein Haus. Die Fensterläden geschlossen. Eine verloren wirkende Straßenlaterne. Ein parkender Landrover. Kisten und Säcke. Zwei streunende Katzen. Danach wieder Dunkelheit. Fahler Mondschein. Die Häuser von Pastrana kleben irgendwo unsichtbar an den Bergen. Es gibt in dieser Nacht keine Zeugen.

Der Mann am Steuer wirkt entschlossen. Bis jetzt hat er kein einziges Wort gesprochen. Zwischen seinen Lippen klebt eine Zigarette. Er raucht kalt. Er will sie erst später anzünden, wenn alles erledigt ist. Jetzt ist er viel zu angespannt. Er fährt hochkonzentriert, in Armen und Schultern verkrampft, den Blick starr auf die Piste gerichtet.

Seine Klamotten stinken. Der ganze Wagen stinkt, obwohl sie mit offenem Fenster fahren. Wenn alles vorbei ist, werde ich mir eine frische Hose besorgen, ein T-Shirt und Schuhe. Und vorher im Meer baden. Den ganzen Dreck abwaschen. Wieder einen klaren Kopf bekommen...

Der andere starrt ebenfalls in die Nacht. Er hockt verkrampft im Sitz, stützt sich mit beiden Armen am Armaturenbrett ab, um heftige Stöße abzufedern. Ab und zu flucht er leise und spuckt seitlich aus dem Mundwinkel. Er weiß, dass seinem Partner diese Angewohnheit missfällt, aber das ist ihm im Moment scheißegal.

Er verflucht den Tag, die Nacht und sich selbst. Er fühlt sich im falschen Film. In einer Endlosschleife. Er meint immer wieder dieselben Bilder zu sehen, dieselben Kakteen, dieselben Felsen, dieselben Kurven. Ein kurzer Blick auf die Armbanduhr zeigt, dass die Zeit langsam kriecht. Die Minutenziffern kleben im Display.

"Dauert's noch lange?" fragt er, ohne den Kopf zu drehen. Er bekommt keine Antwort. Hat auch keine erwartet. Sein Partner redet nicht gern. Dafür ist er bekannt. Aber an der Fahrweise merkt er, dass sie dem Ziel endlich näher kommen. Der Motor stottert bereits, so langsam rollt der Wagen jetzt, beinahe suchend. Die Piste endet abrupt in einem Palmenhain, von dem aus nur noch ein schmaler, steiler Maultierpfad zwischen zerklüfteten Felsen in die Berge führt. Benchijigua.

Der Fahrer lässt den Renault in die einzig dafür geeignete Stelle rollen, wendet, steht wieder in Fahrtrichtung. Er schaltet den Motor ab. Plötzlich ist es unglaublich still. So still, dass das jäh einsetzende Zirpen der Grillen überlaut die Nerven fetzt.

Er sagt: "Es ist so weit. Setz die Lampe auf."

Der Mann zieht sich ein Band mit schwenkbarem LED-Strahler über die Stirn und reicht dem anderen ein baugleiches Teil. Er grinst mit verzerrtem Gesicht, ohne die Zigarette aus dem Mundwinkel zu lassen.

"Alles okay?"

"Todo bien."

"Dann lass uns starten. Vamos."

Sie machen sich an die Arbeit, müssen endlich ihre Fracht loswerden. Und es liegt noch ein ganzes Stück Fußmarsch vor ihnen. Sie zerren den Sack aus dem Kofferraum. Heben das Opfer auf ihre Schultern. Es ist schwer. Beide keuchen hintereinander her, als sie links einer schmalen, kaum erkennbaren Trittspur folgen, die das unruhige Licht der Stirnlampen berührt. Sie führt mit leichtem Gefälle in den Barranquillo del Rincón, einem Seitenarm des großen Barrancos. Verdammtes Gestrüpp, mannshohes, trockenes Schilfgras, Kakteen, Tabaibas, Stachelgewächse. Zum Glück keine Agaven. Immer weiter. Rascheln, als ob Tiere unterwegs wären. Aber es ist nur der Wind. Die beiden Männer ächzen unter ihrer Last.

Es dauert eine Ewigkeit, bis sie den ri

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