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Tod im Basalt Kriminalroman von Elsaß, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.04.2016
  • Verlag: CoCon Verlag
eBook (ePUB)
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Tod im Basalt

Dem windigen Bauunternehmer Karl Rupp gehört das größte Basaltwerk in der Region. Mit seinen Geschäftspartnern und Mitarbeitern ist er alles andere als zimperlich, seine Frau hat er betrogen und seine Geliebte abserviert. Jetzt liegt er tot am Grund seines Steinbruchs, überrollt von einer Dampfwalze. Schwer zu verkraften, was Kommissar Wetz und Kollege Kramer da vor sich haben. Noch schwerer kommen die Ermittlungen in Gang, zumal bei Kalli privat einiges im Argen liegt. Die plötzlich auftauchende Leiche eines Kindes, das vor fast vierzig Jahren auf geheimnisvolle Weise verschwand, und der Selbstmord eines unbescholtenen Nachbarn lassen die Ermittler tief in Rupps Vergangenheit forschen. Gut, dass Mutti und Tante Jutta immer mit einem guten Rat zur Stelle sind und zur gleichen Zeit deutsche Fußballgeschichte geschrieben wird. Und was wäre Kalli ohne seinen treuen Freund Jockel?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 28.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863148133
    Verlag: CoCon Verlag
    Serie: Karl-Heinz Wetz 2
    Größe: 1618 kBytes
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Tod im Basalt

Montag, 9. Juni 2014

Eine Woche Urlaub in Thüringen, in Meuselwitz an der Schnauder, das war sehr schön. Eine Einladung der Partnergemeinde unseres Ortes. Da sind wir alle hingefahren, na klar. Wir haben viel gehört von machthungrigen Herzögen, und als offizielle Besucher der Stadt wurden wir herumgereicht. Wir hörten Geschichten von Lehnsherren, Hexenpogromen und Braunkohleförderung. So ohne die Silke hat das aber alles keinen Spaß gemacht.

Nachdem ich im vergangenen Jahr den Brudermord in einer Millionärsfamilie gelöst hatte, bin ich oben geschwommen. Mit einer jungen Polizeischülerin ist es dann passiert. Für sie und für mich war es nichts Ernstes, aber Silke hat das ganz anders gesehen. Jetzt kann ich nur hoffen, dass sie mir noch eine Chance gibt. Ich sehne mich ziemlich nach ihr.

Statt Silke sind halt die Mutti und die Tante Jutta mitgefahren. Und sie hatten dort eine tolle Zeit zusammen mit ihren Liebschaften. Die blühten so richtig auf. Ich finde es amüsant, wenn sich Menschen um die siebzig aufführen wie Teenager. Aber ich gönns ihnen.

Der erste Tag nach dem Urlaub ist immer ein bisschen komisch. Viel Arbeit wartet, aber die Kollegen haben mir doch ein wenig gefehlt.

In der Polizeidirektion treffe ich gleich auf Biggi. Mit ihr hatte ich vor Silke eine Affäre. Wir haben aber beide beschlossen, dass ein Mal genug ist und wir trotzdem Freunde sein können. Sie ist auch gerade erst aus dem Urlaub zurückgekommen, sie war mit ihrem neuen Freund eine Woche auf Gran Canaria. Alles war toll, "nicht nur das Wetter", zwinkert sie mir zu, und das freut mich, weil sie schon ein paar unglückliche Beziehungen hinter sich hat. Wir trinken Kaffee aus der sündhaft teuren Maschine von Polizeidirektor Dr. Roth. Der muss sich heute in Wiesbaden persönlich um den Fortgang seiner Karriere kümmern. Dr. Roth ist ein Karrieremensch, den sie aus Frankfurt nach Friedberg in die Provinz versetzt haben. Nachdem er in der Großstadt einigen Leuten auf die Füße getreten ist, bekam sein steiler Aufstieg einen Knick. Das wieder auszubügeln, fordert Roths ganze Energie. Aber dafür lässt er uns ziemlich in Ruhe.

Die Kaffeemaschine schäumt die Milch so schön auf, das kriegen die sonst nur in Italien hin. Wenn der Roth weg ist, dann wollen alle an die Maschine. Und Biggi ist eben die Vorzimmerdame von Dr. Roth und darf die Maschine bedienen. Wie ich so meinen Latte Macchiato schlürfe, stürzt Edgar Schwatz rein. Das ist der Kripochef und nach Roth der wichtigste Mann in der Polizeidirektion.

"Wetz, wo treiben Sie sich rum? Ich hab Sie die ganze Zeit schon gesucht. Sie werden gebraucht. In Echzell hat man einen Toten gefunden. Sieht übel aus. Fahren Sie da mal hin! Und nehmen Sie Kramer mit, der braucht Praxis."

Oh nee, ausgerechnet Kramer. Das ist der Neue, der einem so auf die Nerven geht, weil er mit seinen Mutmaßungen dauernd daneben liegt. Und die äußert er leider ziemlich oft. Der Bursche ist Mitte zwanzig, kann ganz gut schießen und schnell laufen. Der ist aber so dürr, dass selbst meine zierliche Silke den aus den Socken hauen könnte. Kramer hat Jura studiert und will sich für "künftige Aufgaben" qualifizieren. Ein Theoretiker, wie er im Buch steht. Der ist so schlau, er weiß nicht nur alles, er weiß alles sogar besser.

Kramer wartet schon im Hof bei unserem neuen Opel-Dienstwagen.

"Ich fahr lieber mit meinem Eigenen", rufe ich.

Und so trabt er zu mir herüber. Über den Wagen lästert er: "Coole Karre. Noch aus dem letzten Jahrtausend?"

"Junger Mann, das ist ein Mercedes 280 S, Baujahr 1986. So eine Qualität wird schon lange nicht mehr gebaut, das ist ein Auto, von dem Staatsmänner träumen, und keine 'coole Karre'."

"Oh Entschuldigung, ich wusste ja nicht ... Ich bin übrigens der Robert."

"Prima Robert, ich bin der Herr Wetz. Kannst aber auch 'Chef' zu mir sagen."

Den Rest der Fahrt schweigen wir. Von der Polizeidirektion in Friedberg

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