text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tod im Heidekloster Kriminalroman von Piazza, Barbara (eBook)

  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)

1,99 €1

0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tod im Heidekloster

Wenn hinter der Dorfidylle mörderische Abgründe lauern: Der Kriminalroman "Tod im Heidekloster" von Michael Reinbold jetzt als eBook bei dotbooks. Norddeutschland, 1948. Der Kirchenorganist einer kleinen Gemeinde bei Lüneburg treibt tot im Klosterteich - das Dorf ist in Aufruhr. Alles spricht dafür, dass er ertränkt wurde, doch wer soll dem alten Mann etwas Böses gewollt haben? Um dem etwas behäbigen Polizeibeamten unter die Arme zu greifen, wird der junge britische Offizier Willoughby mit der Lösung des Falls beauftragt. Als "Fremdling" schlägt ihm allerdings eine Welle des Misstrauens entgegen - bis die Äbtissin des Klosters ihm wertvolle Hinweise liefert. Kann der Mord etwas mit einer mysteriösen Kantate von Bach zu tun haben, die der Organist entdeckt zu haben glaubte? Gemeinsam versuchen Willoughby und die Äbtissin Licht ins Dunkel zu bringen - und geraten selbst in tödliche Gefahr ... "Akribische Recherchen und garantiert gute Unterhaltung!" Preußische Allgemeine Zeitung Jetzt als eBook kaufen und genießen: "Tod im Heidekloster" von Michael Reinbold vereint den Charme englischer Landhauskrimis mit dem Zeitkolorit der Nachkriegsjahre. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Michael Reinbold, geboren 1956 in Lüchow, ist als Historiker an einem Landesmuseum tätig. Er studierte in Göttingen Geschichte und Archäologie und wurde 1986 über ein Thema der Stadtgeschichte Lüneburgs promoviert. In seiner Freizeit schreibt er gern und malt mit Vorliebe Kopien der "Alten Meister". Er lebt mit Frau und Tochter in Oldenburg, Niedersachsen. Michael Reinbold veröffentlichte bei dotbooks seinen Kriminalroman "Tod im Heidekloster".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 360
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783966550178
    Verlag: dotbooks GmbH
    Serie: Blanvalet Taschenbuch 38162
    Größe: 2464 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tod im Heidekloster

Prolog

Harry spürte einen leisen Stich im Herzen. Schon zum dritten Mal innerhalb weniger Minuten fuhr sich Karl mit gespreizten Fingern durchs Stirnhaar und blinzelte kokett zu den Skatspielern am Nachbartisch hinüber. Mutters geradezu prophetisches Urteil fiel ihm ein: Dieser Bengel taugt nichts. Du solltest ihn meiden.

Das war noch in Breslau gewesen, im September 1944, vor dreieinhalb Jahren. Karl diente als Flakhelfer und hatte kurz zuvor seinen siebzehnten Geburtstag gefeiert.

Die Hände des jungen Mannes legten sich um das halb volle Bierglas. Sanft, aber unnachgiebig wie eine Anakonda. "In Hamburg habe ich mich dann natürlich sofort für Medizin eingeschrieben."

Natürlich, dachte Harry, hätte ich mir denken können. Er fragte: "Und das Klavier ganz aufgegeben?"

Karls Schultern zuckten bedauernd. "Meine Wirtin hat eines in ihrem Salon. Ab und zu klimpere ich ein paar Takte darauf. Man brauchte im Grunde wieder einen richtigen Lehrer. Leider fehlt fürs kontinuierliche Üben die Zeit. Das Studium fordert nun einmal seinen Preis. Wir müssen jetzt jedes Semester ..."

Es folgte ein ausführlicher Bericht über seine Lehrveranstaltungen. Medizin interessierte Harry nicht sonderlich. Und dem Sezieren von unterernährten Leichen (worüber sich sein Gegenüber jetzt enthusiastisch verbreitete) konnte er schon gar nichts abgewinnen, zumal ihn bereits der Anblick eines gerupften Huhns mit Schauder erfüllte. Seine Gedanken entfernten sich von Karls Wortschwall. Seltsam, wie gegenwärtig ihm Mutters alte Abneigung gegen den Jungen war.

Lass dich bloß nicht mit so einem ein , hatte sie ihn damals beschworen.

Was heißt einlassen? Wir tauschen schließlich keine Brief marken! Er ist mein Schüler. Wir leben von seinem Geld, du und ich. Noch im Nachhinein bewunderte er seine eigene Courage. Widerworte war Mutter von ihm nicht gewohnt. Karl gönnte sich kaum eine Pause zum Luftholen. Nach und nach drang sein Redestrom wieder in Harrys Bewusstsein.

"... konnte ich in den Semesterferien in der Eppendorfer Klinik ein Praktikum machen und hatte tatsächlich unwahrscheinlichen Dusel: Gleich am ersten Tag ein Selbstmörder!" Wie in seliger Erinnerung ließ der junge Mann seinen Blick lächelnd durch die Gaststube wandern. Was suchte er wohl? Harry glaubte es genau zu wissen: Bewunderung. Egal von wem. Karl war schon immer gefallsüchtig gewesen.

Jetzt zündete er sich wahrhaftig noch eine Chesterfield an, das amerikanische Wohlstandssymbol! Harry selbst rauchte nicht. Wegen Mutters geheiligter Gardinen.

Dass Karl keinen Mangel litt, hatte er bereits heute Morgen geahnt bei ihrer überraschenden Begegnung am Rande des Schwarzmarktes. Harry war von Heiligenwerder in die Stadt gefahren, um einen Organistenkollegen zu treffen, als ihm am Schrangenplatz plötzlich ein Freund aus alten Tagen über den Weg lief. Sie erkannten einander auf Anhieb wieder. Karls Aufzug war filmreif: Eingehüllt in einen Wehrmachtsmantel, den räudigen Filzhut tief ins Gesicht gezogen, in der Hand einen Pappkoffer mit Pepita-Aufdruck, sah er aus wie ein Schieber aus der Wochenschau.

Klar, sagte Karl, sie müssten unbedingt ihr Wiedersehen feiern. Allerdings nicht zu den Geschäftszeiten. Eher abends. Warum eigentlich nicht gleich heute?

Augenblicklich gefiel sich der junge Schwarzhändler in seiner zweiten Hauptrolle als künftiger Mediziner. "Also, Hals beinahe violett, Zunge dick geschwollen ..."

Was hatte Harry in jenem unseligen letzten Kriegsjahr bloß geritten, diesem Halbwüchsigen sein Geheimnis anzuvertrauen? Nicht das ganze natürlich (das kannte nicht einmal Mutter), doch immerhin so viel, dass Karls Habgier geweckt worden war. Beweisen konnte man ihm natürlich nichts. Und selbst wenn: Die sechs welken Bögen aus handgeschöpftem Papier mit ihrer souverän vorwärtsstürmenden, bräunlichen Notenschrift waren entweder längst Staub und Asche oder ab

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen