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Tod in zwei Tonarten von Stark, Roland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2013
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Tod in zwei Tonarten

Während des 'Rheingau Musik Festivals' wird die Leiche eines jungen Mannes neben der Seebühne von Schloss Vollrads entdeckt. Einige Tage zuvor ist in Walluf ein erfolgreicher Unternehmensberater verschwunden. Dessen Frau lässt ihr Leben Revue passieren - und hat einen schrecklichen Verdacht: Hat ihr Sohn, ein talentierter junger Pianist, etwas mit dem Mord an seinem Freund und dem Verschwinden seines Vaters zu tun? Kommissar Mayfeld nimmt die Ermittlungen auf. Sein verschrobener Vater, ein ehemaliger Musiker, führt ihn auf die richtige Fährte, und am Ende findet der Kommissar mehr Schuldige als Täter.

Roland Stark, geboren 1956, ist Arzt und Psychotherapeut. Er ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt im Rheingau. Im Emons Verlag erschienen die Kriminalromane 'Tod bei Kilometer 512' und 'Tod im Klostergarten'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 15.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863583408
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Rheingau Krimi Bd.3
    Größe: 3833 kBytes
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Tod in zwei Tonarten

Freitag, 25. Juli

Die Sonne hatte den morgendlichen Dunst über dem Fluss vertrieben. Mayfeld genoss für einen Moment den Blick vom Rauenthaler Rothenberg über die Rebhänge hinab ins Rheintal. Der Hauptkommissar der Wiesbadener Kriminalpolizei wollte die letzten Urlaubstage in seinem Weinberg oberhalb von Eltville verbringen.

Seine Frau Julia hatte vor Jahren ein paar Morgen bester Weinberge geerbt, und sie hatten beschlossen, diese selbst zu bewirtschaften. Den Wein bauten sie im Weingut von Julias Eltern in Kiedrich aus. Der phylitthaltige Boden des Rothenbergs brachte einen besonders aromatischen Riesling hervor, und Mayfeld hatte sich vorgenommen, jedes Jahr einen herausragenden Wein zu erzeugen. Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein, war seine Devise. Dieser Ehrgeiz kostete ihn seither jede Minute seiner Freizeit. Als Leiter des Kommissariats für Tötungsdelikte und vermisste Personen hatte er davon eh zu wenig, und so blieb für Unternehmungen wie den Konzertbesuch am Abend zuvor fast nie genügend Zeit.

"Man hat immer die Zeit, die man sich nimmt", hatte ihn sein Vater belehrt, als er ihm die Konzertkarten schenkte. "Musik war früher mein Leben, und daran will ich wieder anknüpfen", hatte er hinzugefügt. "Vielleicht kann ich einige der gesprungenen Saiten wieder neu aufziehen."

Die schönsten Erinnerungen an seinen Vater stammten aus der Zeit, als dieser noch Klavier spielte, also vor dem Unfall von Mayfelds Schwester Vera. Herbert Mayfeld war ein brillanter Pianist und ein begeisternder Lehrer gewesen, bevor ihn der Tod seiner "kleinen Sonne" in immerwährende Trübnis und öde Verzweiflung gestürzt hatte, die nur von Phasen gereizter Getriebenheit unterbrochen wurden. Vor einem Jahr aber hatte sich eine erneute Wandlung in der Person seines Vaters vollzogen. Hinter dem Mann mit den zwei Gesichtern war wieder der alte Herbert Mayfeld hervorgetreten, und nur der missionarische Eifer, mit dem er seiner Umwelt die segensreichen Wirkungen der Musik und der religiösen Erweckung nahebringen wollte, erinnerte noch an die manischen Phasen der Vergangenheit.

Mayfeld wandte sich wieder seiner Arbeit zu. In den letzten Wochen war es warm gewesen, gleichzeitig hatten ausgiebige Regenfälle für ein üppiges Wachstum der Rebtriebe gesorgt. Die lugten jetzt überall vorwitzig über die Gertdrähte, die zwischen den Stickeln gespannt waren. Wo es möglich war, steckte er die Triebe wieder unter die Drähte, andere kürzte er.

Mayfeld dachte an die Leiche vom Vortag. Er hatte seine Kollegen vom Wiesbadener Polizeipräsidium informiert, Kriminalkommissarin Heike Winkler war eine halbe Stunde nach seinem Anruf vor Ort gewesen. "Lass dir bloß nicht die letzten Urlaubstage verderben", hatte ihn die Kollegin ermahnt, aber er hatte darauf bestanden, dass sie ihn informierte, sobald ihre Ermittlungen etwas ergeben hätten. Jetzt, in der fast meditativen Stimmung, in die ihn die Arbeit im Weinberg versetzte, bedauerte er seinen dienstlichen Übereifer.

Eine Weile widmete er sich den Reben. Dann klingelte das Handy. Warum hatte er diesen Plagegeist bloß mit hier hoch genommen?

Es war Heike Winkler. "Du wolltest es ja nicht anders", entschuldigte sie sich. "Die Identifizierung der Leiche ging recht flott. Ein Wallufer Kollege hat den Jungen erkannt. Es handelt sich bei dem Toten um den einundzwanzigjährigen Patrick Schönhell aus Walluf. Er starb vermutlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag, am 20. Juli. Zumindest ist um zwei Uhr sieben seine Uhr stehen geblieben. Einen vorläufigen Obduktionsbericht gibt es auch schon. Schönhell ist ertrunken. Der Pathologe hat Wasser in seiner Lunge gefunde

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