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Todesarie Ein Baden-Württemberg-Krimi von Binder, Sibylle L. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.07.2016
  • Verlag: Silberburg-Verlag
eBook (ePUB)
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Todesarie

Musikjournalistin Juliane ist natürlich darauf gefasst, dass die Sopranistin bei der "Rigoletto"-Premiere an der Stuttgarter Oper erwürgt wird und im Sack landet. Blöd ist nur, wenn das zu früh passiert und die Sängerin dann tatsächlich tot ist. Und noch blöder ist es, wenn diese Sängerin eine Freundin von ihr war und obendrauf der Regisseur der Oper verdächtigt und verhaftet wird. Der wiederum ist Julianes ehemalige, aber unvergessene und sehr große Liebe. Juliane beginnt nachzuforschen und stellt dabei fest, dass das Leben ihrer Freundin mindestens so kompliziert war wie ihr Tod. Da ist der Gesangslehrer, der eine berechtigte Abneigung gegen seine Schülerin hatte; da ist der trauernde Witwer, den die Verstorbene nach allen Regeln der Kunst betrogen hat; da ist der Assistent des Witwers, der eigene Interessen pflegt; da ist der jugendliche Liebhaber, der auch einiges zu verbergen hat, und schließlich ist einer davon hinter Juliane her ... Sibylle Luise Binder, Anfang 50 und in Stuttgart zuhause, ist seit einem Vierteljahrhundert als Journalistin und Autorin tätig. Neben einer ganzen Reihe von Sachbüchern über Pferde und Reiten hat sie Mädchenbücher und Krimis geschrieben. Tiere faszinieren sie schon seit ihrer Kindheit - und daher hat die Reiterin und Züchterin von Warmblutpferden neben Hunde- und Katzen- auch Zirkuserfahrung. Wenn sie nicht mit Tieren befasst ist, beschäftigt sie sich gerne und ausführlich mit Oper und Geschichte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 29.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842517509
    Verlag: Silberburg-Verlag
    Größe: 621 kBytes
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Todesarie

1. D ER A UFTRAG

"O h nein, Gerry, das ist nicht dein Ernst!" Ich zappelte auf dem unbequemen Stuhl im Büro meines Ressortleiters hin und her. "Kannst du nicht gehen?"

"Ich?" Gerhard Forster schaute mich an, als ob ich ihm etwas Unanständiges vorgeschlagen hätte. "Du weißt, dass ich mit dem Gejaule in der Oper nichts am Hut habe! Das ist dein Ressort, Juliane, und ich verstehe überhaupt nicht, warum du dich so anstellst. Was ist denn dein Problem?"

Ich seufzte. Da hatte ich schon vor zwei Wochen einen unserer freien Mitarbeiter auf die Premiere angesetzt und der war mehr als glücklich darüber, einen so schönen, wichtigen Job übernehmen zu dürfen. Doch eben hatte mich mein Boss mit der nicht so frohen Mitteilung überrascht, dass der Freie mit einem frisch operierten Blinddarm im Marienhospital lag, woraus sich logisch ergab, dass ich zur Premiere zu gehen hatte. Schließlich konnte die Stuttgarter Allgemeine ein solches Großereignis wie eine neue Produktion des "Rigoletto" zur Eröffnung der Wintersaison im Großen Haus der Stuttgarter Staatstheater nicht ignorieren, auch wenn die zuständige Musikredakteurin lieber überall statt dort hingegangen wäre.

"Ach, Gerry!" Ich hoffte immer noch, meinen Vorgesetzten überreden zu können, für mich zu übernehmen. "Ich habe da wirklich ein Problem. Die Hauptdarstellerin ist eine Freundin von mir. Wir kennen uns seit anno juck und wir haben sogar mal in einer WG zusammengelebt."

Gerhard Forster lehnte sich zurück und faltete die Hände über dem Bauch. "Schatzi, wenn man das zum Kriterium machen würde, könnten wir ja nichts in der Region rezensieren! Ich kenne meine Jazz-Vögelchen und Literaten und bin mit vielen von denen seit Jahren befreundet. Das gehört doch zum Job! Woher würden wir Infos kriegen, wenn wir nicht so und so viele Freunde und Bekannte in dem Bereich hätten, in dem wir tätig sind?" Ich wollte etwas einwerfen, doch Gerhard hob die Hand und bremste mich. "Mädel, nu sträub doch nicht gleich wieder das Gefieder! Du hast doch deinen Leuten in den fünfzehn Jahren, die du jetzt diesen Job machst, auch schon beigebracht, dass sie mit Kritik leben müssen."

"Ja, schon ..."

Es half wohl nichts: Ich musste meinem Chef die Wahrheit sagen.

"Gerry, mein Hauptproblem ist in diesem Fall der Regisseur." Noch einmal tief Luft holen. "Philipp Boch und ich - wir haben uns mal sehr gut gekannt, bevor er seine jetzige Frau geheiratet hat. Und unsere Beziehung ist damals mit einem ziemlichen Knall auseinandergegangen und ..." Ich zögerte und setzte neu an. "Schau, wenn ich ihn verreiße, wird er denken, dass ich immer noch sauer wegen damals bin. Und wenn ich ihn lobe ..."

"... glaubt er, du bist immer noch von ihm beeindruckt?" Gerhard grinste. "Verrat mir eines, Mäuschen: Wie bist du die letzten Jahre drum herumgekommen, deinen Ex zu rezensieren? Ich habe ja von Klassik nicht viel Ahnung, aber der Mann ist eine Institution in Stuttgart - den kenne selbst ich. Du erzählst mir jetzt hoffentlich nicht, dass der nur in unserer Klatsch- und Tratsch-Spalte, aber nicht im Feuilleton stattfindet?"

"Nein, natürlich nicht", beruhigte ich meinen Ressortleiter. "Wir haben - ich zitiere aus unserem Blatt - 'Deutschlands besten Bariton seit Dietrich Fischer-Dieskau' des Öfteren abgefeiert. Und das Porträt von ihm, das wir vor vier Jahren zu seinem Fünfzigsten gedruckt haben, kam von Herrn Spatz, meinem geschätzten Vorgänger, der sehr beglückt darüber war, wieder einmal seinen Lieblingssänger interviewen zu dürfen."

"Tja - aber den Spatz kannst du nicht zu dieser Premiere schicken. Der ist inzwischen so taub, dass er Wagner und Mozart nicht mehr unterscheiden kann!"

Ich seufzte und schaute Gerhard Forster so schmelzend wie möglich an. "Kannst du wirklich nicht?"

"Goldstück, deine Gewissensnot rührt sogar mein verhärtetes Herz. Aber ich habe heute Abend eine Verabr

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