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Todesrauscher von Aechtner, Uli (eBook)

  • Erschienen: 17.03.2016
  • Verlag: Emons
eBook (ePUB)
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Todesrauscher

Hauptkommissar Christian Bär steht vor einem Rätsel. In einer Apfelweinkelterei ist ein Arbeiter im Most ertrunken. Warum kroch der Mann kurz vor dem Abfüllen in den Tank - und wer hat hinter ihm die Luke verschlossen? In die polizeilichen Ermittlungen pfuscht immer wieder Repor terin Roberta Hennig hinein. Bär weiß nicht, ob er sie lieben oder umbringen soll. Noch bevor er das herausfinden kann, geschieht der nächste Mord . . .

Uli Aechtner studierte Germanistik, Philosophie und Kunstwissenschaft in Bonn. Als Journalistin arbeitete sie für das Französische Fernsehen TF1, für den Südwestrundfunk und für das ZDF. Seit mehr als zwei Jahrzenten lebt sie als freie Autorin in der Wetterau.

Produktinformationen

    Größe: 3505kBytes
    Herausgeber: Emons
    Untertitel: Kriminalroman.
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 240
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783863589660
    Erschienen: 17.03.2016
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Todesrauscher

EINS

Herman Rabe liebte die Tanks. Still und behäbig lagen die Riesen nebeneinander im Keller, wo sie den ganzen Raum ausfüllten. Wie drei helle gestrandete Wale. Elegant und futuristisch sahen sie aus, obwohl sie über ein halbes Jahrhundert alt waren. Es waren U-Boot-Druckkörper aus dem Zweiten Weltkrieg, zweckentfremdet für höchst friedliche Zwecke. Seit vielen Jahren kam der Süße hinein, der frisch gepresste Saft, aus dem später der Apfelwein werden sollte.

Liebevoll tätschelte Rabe das rechte Monstrum, bevor er sein Ohr an die Wandung legte. Arbeiter hatten in den vergangenen Tagen immer wieder Geräusche gemeldet, die aus dem Tank zu kommen schienen. Ein unregelmäßiges Klopfen. Als würde im Inneren jemand gegen den Stahl treten.

"Der Geist des U-Boot-Kapitäns", hatte Rabe anfangs geunkt. "Er findet selbst im Most keine Ruhe."

Ein kleiner Scherz, nichts weiter. Die Druckkörper waren nie im Einsatz gewesen, die Firma hatte sie quasi jungfräulich erstanden. Und an Geister glaubte Herman Rabe schon gar nicht. Doch je öfter ihm seine Arbeiter von den seltsamen Morsezeichen berichtet hatten, desto unruhiger war er geworden. Jetzt war er fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen. Die Gelegenheit war günstig. Der Saft hatte sich nun in Wein verwandelt, und das meiste war schon abgefüllt. Nur noch hüfthoch stand der Rest in dem riesigen Tank.

Rabe öffnete die seitliche Luke. Dazu musste er ein großes Kreuz aufdrehen und die Tür nach innen schieben. Sofort stieg ihm der fruchtig-säuerliche Geruch des Apfelweins in die Nase, und er atmete instinktiv flacher. Andächtig lauschte er in den dunklen Bauch des Tanks. Ein leises Gluckern war zu hören, letzte feine Bläschen stiegen hier und da knisternd an die Oberfläche. Und dann vernahm auch er es. Ein dumpfes Klopfen, als würde im Inneren des Tanks etwas gegen die Wand treiben.

Rabe reckte seine Lampe in die Luke und sah in den Tankkörper. Ein ovaler See breitete sich vor ihm aus. Still und undurchdringlich lag er da. Nur dort, wo der Lichtschein entlangglitt, leuchtete er wie pures Gold.

Doch halt, was war das?

Sein Herz setzte einen Schlag lang aus, der Atem stockte ihm, und für einen Moment wurde ihm flau. Direkt unter der Luke, ganz dicht vor ihm und zum Greifen nah, waberte ein Gesicht knapp unter der Oberfläche.

"Tu mir das nicht an, Kapitän", flüsterte Rabe erstickt.

Er klammerte sich an der Luke fest und schloss für einen Moment die Augen, doch es half nichts. Als er sie wieder öffnete, war das Spukgespenst noch immer da. Der Geist des Kapitäns starrte ihn ausdrucklos an, während sein schimmerndes Haar sich im Apfelwein ausbreitete und ihm eine Art Heiligenschein verlieh.

Rabe brauchte einen Moment, um zu begreifen, dass er es nicht mit irgendeinem Ahab, sondern mit seinem Gesellen Clemens Winkler zu tun hatte.

Er war tot, ertrunken im Most.

Hauptkommissar Christian Bär fühlte sich wie zerschlagen. Er hatte den gestrigen Abend damit verbracht, auf seine Nichte Amelie aufzupassen, damit seine große Schwester mal ausgehen konnte. Lara war zwei Jahre älter als er und leitete ein Nagelstudio. Ihre Tochter Amelie zog sie allein groß. Amelies Vater war ihre große Liebe gewesen, nur hatte die Geschichte nicht lange gehalten. Bär sah die Ursachen darin, dass Lara ein wenig störrisch war und Amelies Vater bereits anderweitig vergeben. Er war mit einer Xanthippe verehelicht, was wiederum der Grund dafür sein mochte, dass er bei Lara Zuflucht gesucht hatte. Kurzfristig jedenfalls.

Amelie war inzwischen fünf und ein anstrengender kleiner Racker. Stundenlang hatte sie Bär auf Trapp gehalten. Um sie wenigstens ein bisschen auszupowern, hatte er sich eine Kissenschlacht mit ihr geliefert. Und nachdem es ihm endlich gelungen war, Amelie in ihr Bett zu verfrachten, hatte er wie bewusstlos auf dem Sofa gelegen und in den Flur gehorcht, jeden Moment befürchtend

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