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Todesstollen Der sechzehnte Fall f r August H"berle von Bomm, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.02.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Todesstollen

Es ist eine der gr"áten Eisenbahn-Baustellen Europas: Zwischen Stuttgart und Ulm wird die Schnellbahn-Trasse durch die Schw"bische Alb gebohrt. W"hrend in der baden-w rttembergischen Landeshauptstadt noch immer laut gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 demonstriert wird, ist die Ruhe auf der Albhochfl"che tr gerisch. Denn eines Nachts liegen auf dem Transportband, mit dem das Abraummaterial aus den Stollen gef"rdert wird, Teile eines menschlichen K"rpers. Unfall oder Mord? Kriminalkommissar August H"berle beginnt zu ermitteln. Manfred Bomm wurde im August 1951 im Geislinger Stadtbezirk Eybach geboren und hat bereits f r die Sch lerzeitung Kriminalromane verfasst. Nach einer kaufm"nnischen Ausbildung machte er das Schreiben zum Beruf, wurde Journalist und war viele Jahre bei Tageszeitungen f r die Polizei- und Gerichtsberichterstattung zust"ndig. Vieles, was er dabei erlebte, flieát in seine Kriminalromane ein, die sich seit 2004 zunehmender Beliebtheit erfreuen. Er orientiert sich an der Realit"t, h"lt nichts von berzogenen Gewaltszenen und l"sst stets aktuelle Ereignisse und sozialkritische Gedanken in die Geschichte einflieáen. Seine Schaupl"tze, die bisweilen in die weite Welt hinaus reichen, hat der weit gereiste Autor alle selbst besucht. Stets ist er aber eng mit seiner Heimat, der Schw"bischen Alb, verbunden geblieben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 569
    Erscheinungsdatum: 03.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839249727
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 1844 kBytes
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Todesstollen

2. Kapitel

Philip Mende, gerade erst zum Oberkommissar ernannt, und sein etwas jüngerer Kollege Thomas Keller, der noch auf diese Beförderung warten musste, waren nach dem Notruf gleich losgefahren. Jetzt saßen sie, mit Warnwesten und Schutzhelmen ausgestattet, in der Fahrerkabine des verdreckten VW-Kastenwagens und ließen sich von einem Bauarbeiter in den Stollen bringen. Zuvor hatte ihnen der aufgeregte Mann noch pflichtgemäß die Funktion des Selbstretter-Geräts erläutert, das bei plötzlichem Sauerstoffmangel ein einstündiges Überleben garantiert.

Die beiden Kriminalisten beschlich ein mulmiges Gefühl. Nie zuvor waren sie so weit in einen Berg hineingefahren. Dicke Wassertropfen, die gegen die Windschutzscheibe klatschten, erweckten den Eindruck, das mit rohem Beton verfestigte Deckengewölbe über ihnen sei gar nicht so stabil, wie es aussah. Die Sohle des Stollens, dessen Durchmesser sie auf über zehn Meter schätzten, war ein einziger lehmiger Weg, über den das Fahrzeug holperte und rumpelte, während hinter ihnen im geschlossenen Laderaum allerlei Werkzeuge und sonstige Utensilien bei jeder Unebenheit schepperten und klapperten. Die verschmutzten Scheinwerfer des Transporters warfen nur ein spärliches Licht und tanzten mit jeder Unebenheit über diese unterirdische Piste. Beidseits markierten senkrecht an die Wände montierte Leuchtstoffröhren den Streckenverlauf - bis der Stollen weit vorne in eine Rechtskurve überging und sich tiefer in den Berg senkte. "Da brauchen S' keine Angst zu haben, das hält", hatte der Mann am Steuer, ein altgedienter Bauarbeiter mit zerfurchtem Gesicht, gleich beim Einfahren in den östlichen der beiden Stollen gesagt und hinzugefügt: "Das ist jetzt der Tunnel für die Fahrtrichtung Stuttgart, nebenan wird der für die Gegenrichtung gebaut, nach Ulm. Im Abstand von etwa 20 Metern."

"Gleichzeitig?", fragte Mende nach, der den Mittelplatz auf der Sitzbank eingenommen hatte.

"Ja, gleichzeitig. Deshalb sind immer zwei Schichten im Berg. Und die beiden Stollen", er deutete nach links zu einer gewölbeartigen Ausbuchtung, "die sind in regelmäßigen Abständen durch sogenannte Querschläge miteinander verbunden. Alle 500 Meter."

Als Kommissar Thomas Keller, der bisher schweigend die Tunnelfahrt auf sich hatte wirken lassen, zu husten begann, sah sich der Bauarbeiter veranlasst, auf das riesige Rohr zu deuten, das ein Stück weit in den Stollen hineinführte. "Damit werden die beiden Röhren 'bewettert', wie wir hier sagen. Frischluft kommt da genügend rein, aber Staub lässt sich nicht vermeiden. Manchmal ist's ganz schlimm, wenn gesprengt wird."

"Gesprengt?", wiederholte Mende ungläubig. "Da wird gesprengt, wenn Leute drin sind?"

"Ja klar. Sie können doch nicht jedes Mal kilometerweit rausfahren. Natürlich sind da strenge Richtlinien zu beachten. Und Abstände einzuhalten."

Keller, der von seiner Position aus im diffusen Licht das Gewirr vieler Kabel, Schläuche und sonstiger Installationen an sich vorbeiziehen sah, darunter auch Schaltkästen und Trafostationen, deutete zu einer Vorrichtung, die über ihm dem Stollenverlauf folgte. "Und das Ding da oben ist wohl das Förderband, oder seh ich das falsch?"

"Nein, das sehen Sie nicht falsch. Es läuft aus dem Stollen raus bis zur Deponie und es muss hier drinnen hin und wieder verlängert werden - wenn die Mineure weit genug vorangekommen sind", erklärte der Fahrer und steuerte den Kleinbus links an einem abgestellten Radlader und einem monströsen Bagger vorbei. "'Mineure'", fügte er erklärend an, "so heißen die Jungs, die ganz vorne sind und sich in den Berg beißen, an der 'Ortsbrust', wie es in der bergmännischen Sprache heißt."

"Dieses Förderband", fragte Keller weiter, "das gibt's nur hier im Oststollen, nicht aber auch nebenan im Weststollen?"

"So ist es", bestätigte der Bauarbeiter. "Wir haben nur dieses eine. Das Material vom anderen Stollen wird mit

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