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Todeswoge Ein Ostsee-Krimi von Peters, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.06.2018
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Todeswoge

Verschollen an der Ostsee. Emma Klar, ehemalige Polizistin und nun Privatdetektivin in Wismar, bekommt einen scheinbar einfachen Auftrag. Eine Frau macht sich um einen alten Schulfreund Sorgen, weil er sich lange nicht gemeldet hat. Emma stellt fest, dass Ingo Beyer tatsächlich verschwunden ist. Beyer stand einmal wegen Kindesmordes vor Gericht, er wurde jedoch freigesprochen. Hat sich nun jemand an ihm gerächt? Oder plant er einen neuen Mord? Als Emma eine Leiche findet, glaubt sie, einem Serientäter auf der Spur zu sein, und bittet Johanna Krass vom BKA um Unterstützung. Ein sehr atmosphärischer Kriminalroman - von der Autorin der Bestseller 'Hafenmord' und 'Deichmord'.

Katharina Peters, Jahrgang 1960, schloss ein Studium in Germanistik und Kunstgeschichte ab. Sie ist passionierte Marathonläuferin, begeistert sich für japanische Kampfkunst und lebt am Rande von Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 15.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841215154
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Serie: Emma Klar .3
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Todeswoge

1

Emma war mit dem ersten Licht zu Fuß zum Holzhafen aufgebrochen. Novembernebel schlich durch die Gassen, schluckte Farben und Geräusche, verwischte die Konturen; das Möwengeschrei klang dumpf und leise, und selbst die Gerüche schienen gedämpft. Wie mein Innerstes, dachte sie.

Am Abend zuvor hatte sie Johanna ihre endgültige Entscheidung am Telefon mitgeteilt, und obwohl sie sich fest vorgenommen hatte, den Entschluss nicht zu diskutieren, war es der Kollegin dann doch gelungen, sie in ein längeres Gespräch zu verwickeln, das partout kein Ende nehmen wollte.

"Ich will keine Stelle beim BKA ", hatte sie in selbstsicherem Ton erklärt. "Weder in Berlin noch in Wiesbaden oder ..."

"Es gibt andere Möglichkeiten, das weißt du. Ich kann einiges bewirken, gerade jetzt."

Hauptkommissarin Johanna Krass war nach den geklärten Mordfällen vom Salzhaff zur Leiterin der Abteilung für verdeckte Einsätze des BKA befördert worden und hatte hauptberuflich wieder in Berlin zu tun. Sie klang hochzufrieden, tatendurstig, fast euphorisch, was nicht zuletzt auch damit zu tun haben dürfte, dass sie endlich ihre verhasste Vorgesetzte losgeworden war, die sich darüber sehr wahrscheinlich ähnlich ausgelassen freute, wie Johanna lachend erzählt hatte.

"Ich weiß, das hast du schon mehrfach betont, und ich freue mich, dass es für dich so gut läuft", entgegnete Emma.

"Das könnte es für dich auch. Immerhin haben wir es deiner Hartnäckigkeit zu verdanken, dass kein Unschuldiger sitzt." Sie räusperte sich. "Auch wenn deine eigenmächtige und riskante Vorgehensweise ... Aber lassen wir das jetzt. Vielleicht brauchst du nur etwas Bedenkzeit."

"Ich hatte Bedenkzeit, Johanna. Und das Ergebnis ist eindeutig: Ich will nicht zurück in den Polizeiapparat."

"Warum nicht? Du kriegst alle Freiheiten, die du für nötig hältst."

"Das ist Quatsch."

"Na gut - ich würde dafür sorgen, dass ..."

"Nein."

Emma hörte, dass Johanna tief durchatmete. "Du willst also tatsächlich als private Ermittlerin in Wismar bleiben? Davon kannst du kaum leben, selbst wenn du in der Rostocker Detektei aushilfst", warf sie ein.

"Ich brauche nicht viel."

"Das Modell war gut, als es darum ging, hochbrisante und komplizierte Fälle im OK -Bereich mit Rückendeckung und finanzieller Unterstützung des BKA voranzutreiben, aber was willst du jetzt noch dort? Hauptberuflich untreue Ehemänner oder -frauen beschatten? Geld eintreiben? Florian ..."

"Hat sich anders entschieden, ich weiß", unterbrach Emma sie schnell. Dieses Thema wollte sie auf keinen Fall mit Johanna diskutieren.

"Das war schlau."

"Es war das Richtige für ihn."

"Ich dachte, ihr beide ..."

Emma blendete den Rest des Satzes aus, und irgendwann brach Johanna ab. Einen Moment herrschte ein unbehagliches Schweigen. Das BKA hatte Florian eine sechsmonatige Fortbildung angeboten, und die Aussichten auf ein Stellenangebot standen sehr gut für ihn. Emma hatte ihn nicht aufgehalten, und das war wohl verletzender als alles andere gewesen. Seit er weg war, hatten sie gerade zweimal telefoniert - kühl, distanziert, verunsichert. Es war vorbei, bevor es richtig begonnen hatte, und die Verblüffung über das seltsam unaufgeregte Ende war größer als der Schmerz.

"Falls du es dir doch noch anders überlegst, melde dich", sagte Johanna schließlich.

"Mach ich."

"Und wenn ich sonst etwas für dich tun kannst oder du Hilfe brauchst, lass es mich wissen."

"Ja. Danke."

Johanna traute dem Frieden nicht, und Emma konnte es ihr nicht verdenken. Die intensive Zusammenarbeit der letzten Monate hatte sie einander nähergebracht, und Johanna - diese widerborstige, scharfsinnige und höchst eigenwillige Kommissarin - war wohl auf ihre ganz eigene Art besorgt, und zwar nicht nur, weil

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