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Tote ruhen nicht von Scott, Lisa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.05.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Tote ruhen nicht

Mary DiNunzio von der Frauenanwaltskanzlei Rosato & Partner hat einen kniffligen Fall übernommen. Der italienische Fischer Amadeo Brandolini wurde während des Zweiten Weltkriegs von der US-Regierung in einem Lager interniert, wo er sich das Leben nahm. Jahrzehnte später beauftragt nun sein Sohn Tony die Anwältin Mary, eine Entschädigung für das seinem Vater zugefügte Leid zu erstreiten. Nach tagelanger fieberhafter Durchforstung von Archiven und Dokumenten gewinnt Mary die Gewissheit, dass Amadeo sich nicht selbst getötet hat. Offenbar stand der Fischer gewissen Leuten und ihren kriminellen Machenschften im Wege. Als die gewitzte Anwältin der Lösung des Falles greifbar nahe kommt, gerät sie selbst in größte Gefahr ... 'Lisa Scott muss man einfach gelesen haben! Ihre Geschichten sind unglaublich spannend, ihre Figuren unverwechselbar, und ihr Witz trifft pfeilgenau ins Schwarze!' (Janet Evanovich, Autorin der Stephanie-Plum-Krimis)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 30.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955304423
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1783 kBytes
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Tote ruhen nicht

1

"Rosato & Associates", sagte Mary DiNunzio in den Hörer und hätte sich gleich danach am liebsten selbst in den Hintern getreten, weil sie abgenommen hatte. Der Anrufer war der Tobende Tom, ein Mann, der die Polizei von Philadelphia, den Kongress der Vereinigten Staaten und einen stadtbekannten Homosexuellen verklagen wollte. Er hatte das Büro schon zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten angerufen, und Mary hatte Mitleid mit ihm. Offensichtlich hatte er heute seine Beruhigungspillen nicht genommen. Aber soeben hatte er eine der wenigen Anwältinnen der Stadt erreicht, die es ablehnten, gegen Homosexuelle zu Felde zu ziehen.

"Hier spricht Mr. Thomas Cott!", schrie er. "Und wer sind Sie?"

"Mary DiNunzio. Wir haben gestern miteinander telefoniert –"

"Holen Sie Ms. Benedetta Rosato!"

"Ms. Rosato ist bereits nach Hause gegangen, Sir." Mary sah auf die Uhr. 22 Uhr 16. Schon vor Stunden waren alle gegangen, und bis jetzt waren die Büroräume herrlich ruhig gewesen. "Das Büro ist geschlossen."

"Was machen Sie dann noch dort, Ms. Mary DiNunzio?"

Gute Frage, Mr. Thomas Cott. Mary machte wieder einmal Überstunden, las, bis ihre braunen Augen rot waren und ihre Kontaktlinsen so trocken wie knusprige Cornflakes. Die Papiere lagen wild verstreut auf dem Konferenztisch, der aussah, als sei ein juristischer Schneesturm darüber hinweggefegt, und ihr kräftiger Körper war so lange in dem Drehstuhl eingezwängt gewesen, dass sie sich wie ein Hackfleischbällchen fühlte. "Mr. Cott. Ich werde Ihre Nachricht entgegennehmen und Bennie sagen –"

"Ich weigere mich, eine einzige weitere. Nachricht zu hinterlassen! Holen Sie Ms. Benedetta Rosato ans Telefon! Ich verlange Auskunft darüber, warum sie mich nicht vertreten will! Sie ist auf Verfassungsrecht spezialisiert, das steht im Computer!"

"Im Computer?"

"In der Bibliothek! Auf der Website, Ihrer Website! Genau dort! Das nennt man Irreführung der Öffentlichkeit! Was ist mit meinen verfassungsmäßigen Rechten? Sie haben nichts zu bedeuten? Ich bedeute nichts?"

"Mr. Cott. Kein Anwalt kann jeden Fall annehmen", antwortete Mary und zögerte dann. Bennie hatte ihren Angestellten eingeschärft, sich mit dem Tobenden Tom nicht einzulassen, aber wenn sie es ihm erklären konnte, würde er vielleicht aufhören, sie ständig anzurufen. "Ich glaube, Bennie hat Ihnen bereits erläutert, dass sie nicht glaubt, dass Ihr Fall vor Gericht bestehen kann. Sie hat schon viele Prozesse geführt, und ihr Ruf in Fragen des Verfassungsrechts ist ausgezeichnet, also –"

"Diese Richter haben doch Dreck am Stecken! Jeder von denen spielt ein falsches Spiel, jeder! Die ganze Justiz ist ein einziger Sumpf aus Untreue und Korruption! Sie stecken alle mit dem Bürgermeister unter einer Decke!"

"Mr. Cott. Die Richter unseres Bezirksgerichts spielen kein falsches Spiel, und Ihr Fall käme sowieso vor das Bundesgericht –"

"Ihr könnt mich nicht für dumm verkaufen, ihr alle! Holen Sie Ms. Benedetta Rosato sofort ans Telefon! Ich weiß, dass sie da ist! Sie muss da sein, denn sie ist nicht zu Hause!"

Mary zog die Augenbrauen zusammen. "Woher wissen Sie, dass sie nicht zu Hause –"

"Ich bin hingegangen! Zu ihrem Haus! Ich hab an die Tür geklopft, hab darauf gewartet, dass sie mir aufmacht! Die Fenster waren dunkel!"

Mary spannte unwillkürlich die Arme an. "Woher hatten Sie ihre Adresse?"

"Sie steht im Telefonbuch

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