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Tote schweigen, sie reden nicht von Gurschke, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.02.2016
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Tote schweigen, sie reden nicht

Dr. Tombrowski führt auf Gran Canaria im Meer biologische Versuche durch und kommt dabei ums Leben. Der BND ermittelt, denn auch die Formel eines biologischen Kampfstoffes, an dem der Forscher gearbeitet hatte, ist verschwunden. Die Spur führt nach Ostberlin, wo der BND aufgrund der Stasi-Bespitzelung nicht viel ausrichten kann. Also machen sich der Privatdetektiv Patrick Kidd und Tombrowskis Tochter Karen daran, den Tod ihres Vaters zu untersuchen. Auch Karens Mutter, die in Ostberlin lebt, scheint in den Fall verwickelt zu sein. Hat sie etwa die geheime Formel? Als Kidd in Ostberlin neue Erkenntnisse gewinnt, eskaliert die Situation und er gerät in Lebensgefahr. Die Jagt auf ihn beginnt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 29.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990484197
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 3159 kBytes
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Tote schweigen, sie reden nicht

Tote schweigen, sie reden nicht - 1

J osè Fernandez warf einen Blick auf die Zeitung, die vor ihm auf dem Tisch lag, und blätterte sie durch. Langsam, gemächlich, wie ein Mensch, der viel Zeit besaß. Ab und zu schaute er auf die Standuhr neben dem Fernseher, die leise tickte. Er las nur die aktuellen Berichte, das Weltgeschehen und den Sportteil. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Börsenberichte überschlug er. Als Letztes vertrieb er sich die Zeit mit dem Kreuzworträtsel auf der vorletzten Seite.

Kurz vor fünf Uhr nachmittags erhob er sich, um in seiner Stammkneipe El Ponto, einem kleinen Restaurant am Hafen von Playa de las Canteras, etwas zu trinken. Er überprüfte sein Aussehen im Flurspiegel und verließ die Wohnung.

Hibiskusduft schlug ihm entgegen, als er die Haustür hinter sich dicht zog und hinaus in den Vorgarten trat.

Es war ein wunderschöner, prachtvoller Tag, wie die meisten Tage auf Gran Canaria. Die Sonne schien durch die gefiederten Blätter der Palmen und warf helle Streifen auf den grünen Rasen. Die leichte Brise, die vom Meer her zum Land strich kühlte nicht, trieb feuchte Hitze vor sich her. Der Lärm des Hafens klang nur gedämpft herüber. Bis auf das heisere Krächzen der Möwen, die über den Booten kreisten, blieb es still.

Fernandez atmete die herbe, nach Salz riechende Luft tief ein und schlenderte die etwas abfallende Straße hinunter, die von kleinen, weißen Häusern gesäumt wurde. Nur wenige Menschen verliefen sich. Urlauber spazierten über dem Boulevard an den Souvenirläden vorbei und betrachteten die Auslagen in den Schaufenstern. Fischer hockten im Schatten der Bäume und flickten die Netze. Hühner scharrten im Sand. Unter dem Abdach einer baufälligen Scheune nagte ein zottiger Schäferhund lustlos an einem fleischlosen Knochen.

Fernandez, ein alter, magerer, von Sonne, Salzwasser und Wind geradezu gegerbter Mann, fuhr sich über das zerknitterte, von tiefen Runzeln bedeckte Gesicht und knöpfte sein Hemd über der Brust auf. Reglos blieb er in der grellen Sonne im Sand stehen. Die Luft flimmerte. Über den Büschelgräsern der lang gezogenen Dünen wehte der Wind, trieb mehligen Staub vor sich her. Das Meer rauschte leise. Aus der Ferne tönte das laute Dröhnen eines Schiffshorns.

Am Stand standen Kinder, die Möwen mit Brot fütterten, die im Tiefflug kreischend über das Wasser schossen. Manchmal duckten sie sich und schrien laut. Sie kehrten ihm den Rücken zu.

Fernandez stutzte, legte die Hände wie einen Schirm über die Augen und blinzelte gegen das Sonnenlicht an auf die Brandung. Auf den Wellen tanzte ein lebloser Körper. Langsam trieb er näher. Wenig später spülte er an Land.

Fernandez kratzte sich, zog die Brauen auf und ging darauf zu. Erschrocken blieb er stehen. Er presste die Lippen zusammen, schlug ein Kreuz und fluchte laut. Dann krampfte er die Finger ineinander und bekreuzigte sich erneut. Vor seinen Füßen lag ein Taucher. Die Augen hinter der Taucherbrille waren weit aufgerissen, starr, rund, glanzlos, ohne Leben. Der Mann war tot. Daran gab es keinen Zweifel. Weder er, noch jemand anders, konnten ihm noch helfen. Er nahm den Blick von dem leblosen Körper. Hastig drehte er sich um. So schnell er konnte eilte er zum Haus zurück.

Der Hafen lag im Schein der untergehenden Sonne, als die Mordkommission von Las Palmas eintraf. Alles war wie mit einem Goldhauch überzogen. Die rostroten Dächer, die schneeweißen Giebel, Bäume, die sich im Wind wiegten, blühende Büsche, sogar die noch von der Hitze glühende Straße, die zwischen den Gebäuden durch zu den Bergen führte.

In der kleinen Einfahrt, die zwei Molen umsäumten, wimmelte es von Segelbooten und Jachten. Barkassen umkreisten einen Dampfer mit Urlaubern an Bord, die sich am Oberdeck tummelten. Außerhalb der Kaim

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