text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Totentanz für Dr. Siri Dr. Siri ermittelt 3 - Kriminalroman von Cotterill, Colin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2010
  • Verlag: Random House E-Books
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Totentanz für Dr. Siri

Exotisches Laos, rätselhafte Todesfälle und die außergewöhnlichste Ermittlerfigur des Krimigenres Dr. Siri, der so dickköpfige wie brillante Leichenbeschauer von Laos, muss in die Provinz: Ein bizarrer Fund sorgt für Unruhe in Houaphan, einer abgelegenen Bergregion. Nach einem Erdrutsch ragt ein mumifizierter Arm aus einem frisch verlegten Betonpfad. Da der fragliche Weg zum neuen Domizil des Präsidenten führt, ist er geradezu ein Nationaldenkmal. Folglich soll Siri schnell und diskret herausfinden, warum hier offenbar ein Mann lebendig begraben wurde. Zusammen mit seiner Assistentin Dtui kommt er einer Geschichte von Liebe, Magie und Rache auf die Spur. Allerdings ist es nicht dieser Mordfall, der Siri um den Schlaf bringt. Es ist die infernalisch laute Discomusik, die jede Nacht an sein Ohr dringt. Woher kommt sie? Und warum scheint sie außer ihm niemand zu hören? Auch dieses Rätsel wird er schließlich lösen - und sogar selbst ein mitternächtliches Tänzchen wagen. Der dritte Roman aus der einzigartigen Krimiserie mit unwiderstehlichem Charme und Witz. Die Romane der Serie wurden bereits mit dem "Dagger in the Library" und dem "Dilys Award" ausgezeichnet. Colin Cotterill, in London geboren, begab sich nach einer Ausbildung zum Englischlehrer auf eine lange Weltreise. Mittlerweile lebt er in Chumphon, Thailand. Seine in Laos angesiedelte Krimireihe um Dr. Siri wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 01.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641038953
    Verlag: Random House E-Books
    Serie: Dr. Siri Paiboun Bd.3
    Originaltitel: Disco for the Departed
    Größe: 364 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Totentanz für Dr. Siri

1 GÄSTEHAUS NR. 1 Dr. Siri lag unter dem speckigen Moskitonetz und beobachtete die Eidechse bei ihrem dritten Versuch. Zwei Mal schon war das kleine graue Tier die Wand hinaufgeflitzt und hatte sich bis an die Decke vorgewagt. Beide Male war das Undenkbare geschehen. Das Reptil hatte den Halt verloren und war auf den nackten Betonfußboden des Gästehauses geklatscht. Was fast ebenso widernatürlich schien, als wenn ein Mensch der Erdenhaftung verlustig gehen und mit Schmackes an die Zimmerdecke krachen würde. Siri sah den verdatterten Ausdruck in dem runzligen kleinen Gesicht. Die Echse blickte einen Moment lang verwirrt um sich und steuerte dann von Neuem auf die Wand zu. Seit gut vier Wochen fragte sich der staatliche Leichenbeschauer Dr. Siri Paiboun, ob sein neues Ich die Tiere womöglich in ihrem natürlichen Verhalten störte. Zwar mochte es schon vorher zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein, doch erst seit die Promenadenmischung aus der Eisfabrik damit begonnen hatte, in seinem Vorgarten ein Nest zu bauen, nahm er davon bewusst Notiz. Irgendwie war es der Hündin gelungen, sich aus alten Autositzen und Zementsäcken, die sie durch das Gartentor geschleift hatte, ein recht unbehaglich anmutendes Heim zu schaffen. Und da saß sie nun tagaus, tagein und wartete geduldig auf ein Ei, das niemals kommen würde. Eine Woche später dann hatten sich die Mäuse aus den Reisfeldern hinter der Siedlung plötzlich zu einer regelrechten Bande zusammengerottet und angefangen, die Katze seines Nachbarn zu terrorisieren. Und als Siri heute Morgen zu seiner Reise ins Landesinnere aufgebrochen war, hatte er auf dem Dachfirst seines Hauses in Vientiane allen Ernstes eine Henne sitzen sehen. Da es weit und breit keine Leiter gab, ließ das nur einen Schluss zu: Das Federvieh musste aufs Dach geflogen sein. Und nun auch noch die Eidechse. Selbst wenn all das bloßer Zufall war, kam es ihm doch reichlich seltsam vor. Seit Siri um seine schamanische Herkunft wusste, widerfuhren ihm die merkwürdigsten Dinge. Wieder einmal schob er sich den kleinen Finger in den Mund und zählte seine Zähne. Eine Gewohnheit, von der er nur schwer lassen konnte, nachdem er vor einigen Monaten erfahren hatte, dass er etwas Besonderes war. Sie waren vollzählig vorhanden - alle dreiunddreißig. Damit hatte er genauso viele Zähne wie der Magier Prinz Phetsarat; genauso viele wie einige der angesehensten Schamanen; genauso viele wie der leibhaftige Buddha. Siri befand sich also in erlauchter Gesellschaft. Doch obwohl er über die erforderliche Anzahl von Zähnen verfügte, hatte er seine Fähigkeiten noch immer nicht so recht im Griff. Vor Kurzem erst war Siri dahintergekommen, dass der Geist eines alten Hmong-Schamanen namens Yeh Ming in seinem Körper wohnte. Bis dahin hatte er die Begegnung mit den Seelen der Verstorbenen, die ihn bisweilen im Traum heimsuchten, für eine Art Geisteskrankheit gehalten. Er hatte sich gar nicht erst die Mühe gemacht, ihre Botschaften zu deuten. Und folglich auch nicht bemerkt, dass die Geister ihm im Traum Hinweise auf die Ursache ihres Todes gaben. All das hatte sich im letzten Jahr grundlegend geändert. Yeh Ming war aktiver geworden - oder, anders ausgedrückt: erwacht - und hatte den Unmut der bösen Waldgeister auf sich gezogen. Fragliche Geister, die sogenannten Phibob , hatten es auf Siris Urahn abgesehen, und da dieser in Siris Körper wohnte, war Siri unversehens in die Schusslinie geraten. Das Feuer des Übernatürlichen hatte ihn erfasst. Da den alten Chirurgen so leicht nichts mehr schrecken konnte, fand er die mysteriösen Vorfälle über die Maßen amüsant. Sein Leben schien von Tag zu Tag aufregender zu werden. Während andere Leute seines Alters sich in ihr Los ergeben hatten und wie ein abgelaufenes Uhrwerk dem letzten Pendelschlag entgegenkrauchten, war Siri wiedergeboren worden, hinein in eine Welt zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Jeder n

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen