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Totenweg Kriminalroman von Fölck, Romy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.02.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Totenweg

Achtzehn Jahre hat sie geschwiegen - bis der Albtraum erneut beginnt ... Eine junge Polizistin. Ein Kriminalhauptkommissar kurz vor der Pensionierung. Nichts verbindet sie - außer dem nie aufgeklärten Mord an einem jungen Mädchen. Für ihn ist es ein Cold Case, der ihn bis heute nicht loslässt. Für sie: ein Alptraum ihrer Kindheit. Denn sie fand damals die Leiche und verbirgt seither ein furchtbares Geheimnis. Achtzehn Jahre hat sie geschwiegen - bis ein weiteres Verbrechen geschieht und die Vergangenheit sie einholt ... In einer Herbstnacht wird der Vater der Polizistin Frida brutal niedergeschlagen und liegt seither im Koma. Ein Mordversuch? Sie kehrt in ihr Heimatdorf in der Elbmarsch zurück, auf den Obsthof ihrer Eltern, mit denen sie kaum Kontakt hat. Dort trifft sie auch Kriminalkommissar Haverkorn wieder. Beinahe zwanzig Jahre sind seit ihrer letzten Begegnung vergangen, seit dem Mord an Fridas bester Freundin Marit, die im alten Viehstall am Totenweg erdrosselt wurde. Der Täter wurde nie gefunden. Frida fällt die Rückkehr ins Dorf schwer: die Herbststürme, die Abgeschiedenheit, das Landleben zwischen Deichen, Marsch und Reetdachhäusern. Ihre alte Schuld scheint sie hier zu erdrücken: dass sie Marits Mörder kennt, aber niemandem davon erzählte ... Dunkle Geheimnisse zwischen Deichen, Marsch und abgelegenen Gehöften - der 1. Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Ein Kriminalroman, der von der ersten bis zur letzten Zeile fesselt - atmosphärisch, psychologisch, hochspannend und mit einem überzeugenden Ende.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 23.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732540228
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Elbmarsch-Krimi 1
    Größe: 1454 kBytes
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Totenweg

1

Der Umkleideraum war leer. Frida zog die Tür hinter sich zu und knöpfte erschöpft die Uniform auf. Sie hatte viele Jahre im Streifendienst gearbeitet, bevor sie 2015 das Studium an der Hamburger Polizeiakademie begonnen hatte. Aber diese Praktikumswochen im Polizeikommissariat 11 schlauchten sie zunehmend. St. Georg war ein heißes Pflaster. Bei jedem einzelnen Einsatz musste sie hoch konzentriert sein. Und das, obwohl sie sich nach ihrer Schicht auf Streife die Nächte mit dem Lernen für die Abschlussprüfung an der Akademie um die Ohren schlug.

Frida öffnete den Spind und nahm ihr Smartphone aus einem Fach. Drei Anrufe in Abwesenheit. Einmal Kai, der sich wahrscheinlich mit ihr verabreden wollte. Zweimal die Nummer ihrer Eltern. Frida zögerte. Legte das Smartphone auf die Bank, zog die Schuhe aus. Sie nahm es wieder in die Hand und wählte die Nummer in der Elbmarsch.

"Frida, endlich!" Marta Paulsen klang erleichtert.

"Mama, ist was passiert?"

"Ich wollte nur mal deine Stimme hören. Du meldest dich ja nie!"

"Ich hab viel zu tun."

"Wir auch. Dein Vater arbeitet sechzehn Stunden am Tag."

Frida schwieg.

"Seit dem Sommer versprichst du, auf den Hof zu kommen."

"Sobald ich ein Wochenende frei habe, besuche ich euch."

"Das sagst du seit Monaten! Wenn du noch länger wartest, sind wir gestorben."

Frida seufzte. "Du übertreibst." Nach ein paar Sätzen beendete sie das Telefonat. Warum fuhr sie nicht für einen Nachmittag in die Marsch? Ihre Mutter würde ohnehin nicht lockerlassen, bis sie für ein paar Stunden zu ihnen kam.

Sie schrieb Kai eine Nachricht, dass sie am Abend gern etwas kochen würde. Hoffentlich schnitt er nicht wieder das Thema an, weshalb sie bei ihrem letzten Treffen nach dem Sex gegangen war. Warum machen wir es nicht öffentlich? Wollen wir uns nach einer gemeinsamen Wohnung umsehen?

Frida gefiel es, wie es zwischen ihnen war. Ungezwungen und unverbindlich. Zu viel Nähe ertrug sie nicht. Keiner sollte wissen, dass sie etwas miteinander hatten. Don't fuck the company . Das brachte immer Schwierigkeiten, etwas mit einem Kollegen zu haben. Wenn Kai das nicht verstand, würde sie es beenden. Was immer "es" auch war.

Sie zog sich um und warf den Spind zu. Dann las sie Kais Antwort im Eingang. Worauf hast du Lust?

Sie schrieb: Auf dich und ein schönes blutiges Stück Fleisch .

Das Gebäude der Polizeiakademie am Braamkamp war ein grauer fünfstöckiger Bau. Er grenzte an das Polizeigelände in der Carl-Cohn-Straße, in dem einige Hundertschaften der Hamburger Bereitschaftspolizei stationiert waren. Vor einigen Jahren waren die Hochschule der Polizei und die Landespolizeischule zur Polizeiakademie zusammengelegt worden. Laut einem damaligen Presseartikel war es ihr Ziel, die Studenten nicht nur auszubilden, sondern auch zu formen. Frida hatte dieser Satz ein Lächeln abgerungen. Als ob man erwachsene Menschen noch formen konnte. Sie hatte sich kurz darauf selbst an der Akademie beworben und den Einstellungstest bestanden. Die zehnjährige Erfahrung bei der Schutzpolizei war neben ihren exzellenten Klausurergebnissen und der hervorragenden Beurteilung ihres Vorgesetzten ausschlaggebend gewesen, dass sie sofort zum Studium zugelassen worden war. Nun war sie im vierten Semester und absolvierte den Praxisteil am Polizeikommissariat.

Frida stellte ihren klapprigen Jeep auf dem Parkplatz ab und lief die Stufen hinab, die zum Hintereingang des Polizeiausbildungszentrums führten. In der Kantine eilte sie an den Getränke- und Snackautomaten vorbei, vor denen ein paar Studenten im Gespräch standen. Sie erkannte einen ihrer Kommilitonen und nickte ihm, ohne stehen zu bleiben, zu.

Die Kantine war ein offener Raum mit hohen Fenstern, in dem der warme Ton von Fußboden und Möbeln dominierte. Ein leichter Essensgeruch lag in der Luft, obwohl die Aus

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