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Toter Mann Der neunte Fall für Erik Winter von Edwardson, Åke (eBook)

  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Toter Mann

Ein verlassener Wagen im nächtlichen Göteborg, Schüsse auf einen bekannten Autor - nichts scheint zusammenzupassen. Doch Kommissar Erik Winter spürt, dass ein mächtiger Gegner ihn belauert. Sind diese Vorfälle Köder, die ihn auf eine bestimmte Spur locken? Oder geniale Ablenkungsmanöver? Immer tiefer gerät Winter in ein verzweigtes Netz aus Lügen und Intrigen, das ihn weit in die Vergangenheit zurückführt. Dann geschieht ein Mord, und Winter muss von vorn anfangen. Noch längst hat er nicht überall Licht ins Dunkel gebracht, da fordert ihn sein Gegner zum Showdown.

Åke Edwardson, geboren 1953, lebt mit seiner Frau in Göteborg. Einige Monate im Jahr verbringt das Ehepaar im Süden Spaniens, in Marbella. Bevor Edwardson einer der weltweit erfolgreichsten Krimiautoren wurde, arbeitete er als Journalist u. a. im Auftrag der UNO im Nahen Osten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783550920066
    Verlag: Ullstein
    Serie: Erik Winter Bd.9
    Originaltitel: Nästan död man
    Größe: 2458 kBytes
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Toter Mann

1

D as Auto stand da mit laufendem Motor und offenen Türen, die Scheinwerfer auf die Festung am Südufer gerichtet. Eine unwirkliche Szene in der Nacht. Die Fahrbahnen der Brücke gähnten leer. Der Himmel im Westen schien sich endlos auszudehnen. Er schimmerte noch immer rot von der Abenddämmerung, als wollte der gestrige Tag den morgigen Tag nicht loslassen.

Von Norden näherte sich ein anderes Auto. Der Fahrer musste dem stehenden Auto ausweichen. Zwanzig Meter entfernt hielt er an und stieg aus. Er hörte eine Möwe schreien. Es roch nach Öl und Salz und war ganz still, als schwebte die Brücke in einer eigenen Welt. Nur das Geräusch der beiden Motoren war zu hören. Der Mann näherte sich dem Auto. Es schien verlassen, niemand saß darin. Der Fahrersitz war leer. Alle vier Türen standen offen. Sie sahen aus wie Flügel, als wäre das Auto im Begriff, sich in einen Vogel zu verwandeln und von der Brücke abzuheben. Oder in ein riesiges Insekt, schwarz und glänzend. Der Mann sah den Lack aufblitzen, als hätte ein plötzlicher Windstoß die Veränderung bewirkt. Er hörte ein Schiff tuten, vielleicht auch ein Nebelhorn. Unten auf dem Fluss war Leben. Der Nebel war dünn wie Glas. Da ist einer gesprungen, dachte der Mann. Jemand, der unglücklich war und genug hatte, ist hierhergefahren und gesprungen. Das geschah wahrhaftig nicht zum ersten Mal. Die Älvsborgsbrücke ist die Selbstmörderbrücke Nummer eins im ganzen Land. Der Weg hin unter ist weit oder erfolgt von hoch oben, je nachdem, wie man es sieht. Wenn man auf der Wasseroberfläche aufschlägt, ist es, als würde man auf Beton krachen. Von der Brücke zu springen ist eine endgültige Entscheidung. Das ist kein Hilferuf mehr.

Der Mann wählte die Nummer der Zentrale des Landeskriminalamtes. Er erkannte Namen und Stimme des Diensthabenden.

"Hallo, hier ist Lars Bergenhem."

"Hallo, Lars. Du bist aber früh auf."

"Ich bin auf der Älvsborgsbrücke, bei einem Lexus, leer, der Motor läuft noch, die Türen stehen offen. Ich glaube, da ist einer gesprungen."

"Wir schicken eine Funkstreife. Wo steht er?"

"In südlicher Richtung, hinter dem Buckel."

"Okay, die Streife ist schon unterwegs."

Kriminalinspektor Lars Bergenhem trat näher an das verlassene Auto heran. Er war nicht im Dienst und nur zufällig in der Morgendämmerung vorbeigekommen. Es war nicht notwendig, eine Erklärung abzugeben. Er wünschte, es wäre so einfach gewesen.

Der Mann versuchte die größten Wasserlachen zu umgehen. Überall waren Pfützen, Tümpel, fast Seen. Er machte einen großen Bogen um eine Pfütze, die tief wirkte. Im Augenblick war kein Verkehr auf der Straße. Seit Stunden lag die Nacht über der Stadt, drückte auf sie nieder. Er überquerte die Fahrbahn. Er war auf dem Weg, einen Mann umzubringen. Die Vergangenheit ist wie ein Mantel, der schwer auf den Schultern lastet. Man musste ihn in jeder Wetterlage tragen. Er warf einen Blick zum Himmel hinauf. Da oben war eine schwarze Hölle, die die ganze Erde bedeckte. Im Augenblick glaubte er nicht daran, dass es dämmerte oder Morgen war, auf der anderen Seite des Erdballs. Überall war Nacht, seine Nacht. Die Nacht eines anderen. Er spürte die Pistole in seiner Tasche. Die Pistole eines anderen. Warum werfe ich sie nicht in eine der Pfützen? Bei diesem miesen Wetter wird sie erst nächsten Sommer entdeckt, vielleicht nicht einmal dann. Es wird wei

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