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Trügerisches Spiel von Raven, Michelle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.11.2012
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Trügerisches Spiel

Jocelyn Callaghan ist nur knapp einem Mordanschlag der Mafia entkommen und wähnt sich im Zeugenschutzprogramm in Sicherheit. Doch jemand verrät ihre Identität, und Jocelyn gerät erneut in Lebensgefahr. Zurück in San Francisco bittet sie Detective Jay Hunter um Hilfe. Doch damit gerät nicht nur er in Gefahr, sondern auch alle anderen, die ihnen nahestehen ...

Michaela Rabe wurde 1972 in Hannover geboren und studierte Bibliothekswesen. Sie arbeitet als Bibliotheksleiterin in Niedersachsen. 2002 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Michelle Raven ihren ersten Roman. Inzwischen ist sie mit ihren Büchern regelmäßig in den Bestsellerlisten vertreten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 09.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783802590511
    Verlag: LYX
    Serie: Hunter Bd.4
    Größe: 765 kBytes
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Trügerisches Spiel

Prolog

San Francisco

Ungeduldig drückte Jocelyn auf den Knopf, während sie auf die Anzeige blickte, die über der Fahrstuhltür angebracht war. Das verdammte Ding war erst im zehnten Stock und ließ sie hier oben warten. Wie kam es, dass nie ein Fahrstuhl da war, wenn sie es eilig hatte? Sie drückte noch einmal, zweimal, obwohl sie wusste, dass er dadurch nicht schneller kommen würde. In genau zwanzig Minuten würde ihr Training anfangen, und sie war noch drei Häuserblocks von der Bushaltestelle entfernt, wenn sie endlich unten im Foyer ankam. Das Fitnessstudio lag nahe bei der University of California, damit sie nach den Vorlesungen je nach Lust und Laune trainieren konnte, aber sie musste durch die halbe Stadt fahren, wenn sie von ihrem Job als Aushilfssekretärin dorthin wollte. Jetzt im Sommer ging sie nur noch zum Aerobic-Training und joggte lieber im Golden Gate Park, der praktischerweise fast an das Universitätsgelände grenzte.

Jocelyn rückte den Riemen ihrer Tasche zurecht, als ein dezenter Klingelton die Ankunft des Fahrstuhls im fünfzehnten Stock ankündigte. In der steifen und kalten Atmosphäre des Hochhauses im Finanzdistrikt fühlte sie sich immer etwas unwohl. Sie hatte den Eindruck, jeder würde es ihr sofort ansehen, dass sie nicht hierhergehörte, obwohl sie sich sogar zwang, Geschäftskleidung zu tragen. Nun ja, fast zumindest. Viel konnte sie sich von ihrem mageren Gehalt nicht leisten, vor allem, da sie ihr Medizinstudium selbst finanzieren musste. Sie schnitt eine Grimasse und trat in den leeren Fahrstuhl. Immerhin war er geräumig genug, dass sie nicht das Gefühl hatte, in einem Sarg eingesperrt zu sein. Ein Schauder lief über ihren Rücken. Rasch drückte sie auf den Knopf, neben dem Ausgang stand, und tappte ungeduldig mit dem Fuß auf den Teppichboden, während sich der Fahrstuhl gemächlich in Bewegung setzte. Er bremste im nächsten Stockwerk sanft ab und die Tür öffnete sich. Verdammt! Sie hätte doch das Treppenhaus nehmen sollen, auch wenn sie dafür quer durch das halbe Stockwerk hätte laufen müssen.

Resigniert trat sie zur Seite und zwang sich zu einem Lächeln, als ein elegant gekleidetes Paar eintrat. Der Mann sah aus, als hätte er eine gut bezahlte Position in einer der hier ansässigen Firmen, angefangen von den Spitzen seiner sicher sündhaft teuren Schuhe bis zu dem ordentlichen Haarschnitt, der die grauen Schläfen hervorhob. Selbst seine Fingernägel waren manikürt, wie sie sah, als er auf den Knopf zur Tiefgarage drückte. Die Frau war garantiert Anwältin. Jocelyn unterdrückte ein Lachen, als ihr der Gedanke durch den Kopf schoss. Warum sie sich so sicher war, konnte sie nicht sagen, es war wohl die Tatsache, dass ihr Kostüm ihre schlanke Figur vorteilhaft betonte, aber sie trotzdem äußerst dezent wirkte mit der aufwändigen Hochsteckfrisur und der ledernen Aktentasche. Als die Frau ihr zulächelte, blickte Jocelyn schnell zur Seite. Es war ihr unangenehm, beim Starren erwischt zu werden. Und ja, sie kam sich in ihrer Capri-Hose, der schlichten Bluse, den Leinenschuhen und mit ihren zu einem Zopf zusammengebundenen rotblonden Haaren irgendwie minderwertig vor. Ganz zu schweigen davon, dass sie mit ihren dreißig Jahren noch Studentin war, kein Auto besaß und sich ihr Geld als Sekretärin verdienen musste.

Jocelyn biss auf ihre Lippe und schüttelte das Selbstmitleid ab. Sie machte genau das, was sie sich immer gewünscht hatte, und würde sich deshalb nicht schlecht fühlen. Es tat ihr nicht leid, dass sie Kevin durch die Highschool und das anschließende Architekturstudium gebracht hatte. Ihren Bruder so glücklich zu sehen, war jeden Cent wert gewesen. Langsam entspannte sie sich und gewann ihre Selbstsicherheit zurück, die sie sich in ihrer Jugend nach dem frühen Tod ihrer Eltern und den lieblosen Pflegeeltern hart erarbeitet hatte. Als zwei Stockwerke tiefer erneut der Fahrstuhl stoppte und der Klingelton ertönte, sah Jocelyn seufzend a

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