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Tragödie auf einem Landfriedhof Kriminalroman von Lang, Maria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.11.2015
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Tragödie auf einem Landfriedhof

Maria Lang, die schwedische Agatha Christie! Schneeflocken fallen. Kamine prasseln. Im Dörfchen Västlinge wird Weihnachten gefeiert. Einzig die Leiche im örtlichen Lebensmittelladen stört die Idylle ... Für alle Fans von Miss Marple und Hercule Poirot! Und natürlich Inspector Barnaby ... Schwedische Spannung zu Weihnachten. Maria Lang (1914-1991, eigentlich Dagmar Maria Lange) gilt als erste Krimikönigin Schwedens. 1949 debütierte sie mit 'Nicht nur der Mörder lügt', danach veröffentlichte sie bis 1990 jedes Jahr ein weiteres Buch, insgesamt 42. 'Nicht nur der Mörder lügt' sowie 'Tragödie auf einem Landfriedhof' gehören zu den sechs Lang-Romanen, die 2013 in Schweden neu verfilmt wurden und gerade international neu entdeckt werden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 09.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641171261
    Verlag: btb
    Originaltitel: Tragedi på en Lantkyrkogård
    Größe: 2795 kBytes
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Tragödie auf einem Landfriedhof

ERSTES KAPITEL

D as Pfarrhaus von Västlinge lag im Schatten der von einem kleinen Friedhof umgebenen Kirche. Von Tords Arbeitszimmer in der oberen Etage aus ließ ich meinen Blick über die Reihen von Gräbern, Kreuzen und Grabsteinen schweifen; dahinter, zwischen den schwarzen Zweigen der Bäume, konnte man hier und dort das mächtige graue Kirchengemäuer erahnen. An jenem wolkenverhangenen Dezembertag mutete alles trüb und tot und beklemmend an. Nur ein Motorrad, das mit voll geöffneter Drosselklappe über die Landstraße bretterte, und der Rauch aus dem Schornstein eines weißen Wohnhauses auf der anderen Straßenseite durchbrachen die Stille und Eintönigkeit der kargen Flachlandschaft.

Fröstelnd überlegte ich, wie es sich anfühlen mochte, tagein, tagaus, Jahr um Jahr an diesem Ort zu leben, und wandte mich dann vom Fenster ab, um meinen Onkel zu mustern.

Tord Ekstedt war achtundvierzig Jahre alt, hatte graue Augen, ein verschmitztes Lächeln, und sein dunkles Haar changierte an den Schläfen allmählich ins Weiße. Wäre er nicht so hager und schlaksig und sein scharf geschnittenes, asketisches Gesicht nicht so blass gewesen, hätte man ihn durchaus für gutaussehend halten können. Trotzdem war ich versucht zu behaupten, dass mein Vater mit seinen sechzig Jahren, dem silbergrauen Haar und dem professoralen Auftreten jünger und vitaler wirkte.

In diesem Augenblick befanden sich die beiden Brüder in einem halb ernst, halb scherzhaft gemeinten Streitgespräch, und ich horchte auf, als Tord mit für ihn ungewöhnlichem Nachdruck erklärte:

"Nein. Ich gedenke keineswegs, wieder zu heiraten. Ich bin die letzten zwei Jahre allein gewesen und damit gut klargekommen. Außerdem solltest du doch der Letzte sein, der vom Segen einer zweiten Ehe predigt, lieber Johannes! Irre ich mich oder bist du nicht seit mittlerweile achtzehn Jahren Witwer? Allzu sehr scheinst du unter deinem Junggesellendasein also nicht zu leiden."

"Das", entgegnete Professor Johannes M. Ekstedt, "ist doch etwas völlig anderes. Du bist nicht irgendein Privatmann, sondern verantwortlich für zwei Pfarreien und Herr über dieses herrliche Pfarrhaus - außerdem musst du an Lotta denken. So wie ich das sehe, braucht ein elfjähriges Mädchen ohne Mutter in einer solchen Umgebung jemand, der sich ordentlich um sie kümmert."

Mit einer kaum merklichen Geste bedeutete Vater, dass er mit "einer solchen Umgebung" das imposante Pfarrhaus mitsamt seiner düsteren Umgebung meinte.

Einige Augenblicke saß Tord schweigend da. Als er sich dann äußerte, waren seine Worte mit Bedacht gewählt, dennoch verriet sein Tonfall, wie sehr ihn dieses Thema aufwühlte.

"Lotta fehlt es an nichts, das versichere ich dir. Das Jahr nach Gudruns Tod war nicht leicht für sie, aber jetzt haben wir zum Glück eine patente Haushälterin gefunden. Hjördis Holm kümmert sich ausgezeichnet um sie, und Lotta hat sie sehr ins Herz geschlossen. Dass Lotta ein wenig altklug und verschlossen ist und die meiste Zeit in ihrer Fantasiewelt lebt, dagegen kann man nichts tun. So war sie übrigens schon, als Gudrun noch lebte."

Vater antwortete nur mit einem vieldeutigen "Hm". Weil das Gespräch danach immer wieder ins Stocken geriet und ich mir überlegte, dass es womöglich wieder in die Gänge käme, wenn ich die Brüder unter sich ließe, zog ich mich diskret zurück und ging meine kleine Cousine suchen.

Sie war nicht in ihrem Zimmer und auch sonst nirgendwo in der geräumigen oberen Etage. Also stieg ich die mit Teppich belegte Treppe in der Mitte des Hauses hinunter, zögerte einen Moment und öffnete dann die Tür zu einem der größten und behaglichsten Zimmer, die ich je gesehen habe. Der Salon, wie es genannt wurde, erstreckte sich über die gesamte Längsseite des Hauses, hatte hohe, in drei Himmelsrichtungen hinausgehende Fenster und mutete sogar an einem ungemütlichen Wintertag wie diesem hell und heimelig an. Mit ihrem so unkonventionellen wie u

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