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Traue niemandem Thriller von Taylor, Louise (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2018
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Traue niemandem

Nach einer schweren Ehekrise scheint sich zwischen Jo und ihrem Mann Max alles zum Guten zu wenden. Bis Jo auf der Straße von einer Unbekannten angesprochen wird. Die Fremde weiß mehr über Jo und ihre kleine Tochter Elise, als ihr lieb ist. Kurz danach beginnt der Albtraum: Jo fühlt sich ständig beobachtet, doch keiner glaubt ihr. Selbst Max hält sie für paranoid. Die bedrohlichen Vorfälle häufen sich, jemand verwüstet ihr Haus. Jo fürchtet um das Leben ihrer Tochter und flieht mit Elise. Dabei lässt ein Gedanke sie nicht los: Ist es wirklich die Unbekannte, von der die größte Gefahr ausgeht? Louise Taylor ist das Pseudonym einer britischen Autorin, die bereits zahlreiche erfolgreiche Bücher veröffentlicht hat. Sie studierte Psychologie, arbeitete als Designerin und widmet sich seit 2014 ausschließlich dem Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in Bristol.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 04.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492991421
    Verlag: Piper
    Originaltitel: The Escape
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Traue niemandem

KAPITEL 3

S obald der Summer ertönt und die Tür aufspringt, sprinte ich durch die Kita, weiche Garderobenständern, einer Pappmaschee-Hommage an die kleine Raupe Nimmersatt und mehreren Mitarbeitern aus.

"Elise?" Eine Schweißperle rinnt mir den Rücken hinunter, während ich an dem Schloss des Törchens zum "Zweijährigen-Raum" fummle. Ein halbes Dutzend winziger Augenpaare sieht interessiert und alarmiert zu mir auf. Aber keines gehört zu meiner Tochter.

"Alles in Ordnung, Jo?" Sharon, eine Frau mit einem straff zurückgebundenen Pferdeschwanz und einem noch strafferen Lächeln, hält ein Bilderbuch in der Hand und sieht von ihrem Platz vor den Kindern aus zu mir hoch. Eine andere Kita-Mitarbeiterin, eine süße Achtzehnjährige namens Bethan, schaut von dem Tisch auf, den sie gerade abwischt. Sie lächelt mir zur Begrüßung zu, aber auch sie wirkt irritiert.

"Jo?", wiederholt Sharon. Erneut suche ich die Gesichter der Kinder ab, nur für den Fall, dass ich eines übersehen habe.

"Wo ist Elise?"

Ich warte die Antwort nicht ab. Stattdessen öffne ich die Tür zum Garten. Er ist leer und der Sandkasten verlassen; farbenfrohes Plastikspielzeug liegt auf dem Sand verteilt, beleuchtet vom Licht einer Sicherheitslampe.

"Jo?" Sharon taucht neben mir auf, einen angesäuerten Ausdruck auf dem Gesicht. "Was ist los? Ich bin sicher, Elise ist in ..."

"Mummy!"

Der quengelige Ruf von der anderen Seite des Raumes lässt mich herumfahren. Und da ist sie, mein kleines Mädchen. Die dunkelblonden Haare noch zu den zwei Zöpfchen gebunden, die ich ihr heute Morgen gemacht habe. Sie hält die Hand ihrer Betreuerin Alice umklammert. Ich mag Alice. Sie ist freundlich und warmherzig, und sie belehrt mich nicht über Pünktlichkeit, wenn ich mal fünf Minuten zu spät dran bin.

"Ich habe Pipi gemacht", sagt meine Tochter stolz, als ich durch den Raum auf sie zuhaste.

"In die Toilette", fügt sie hinzu, als ich sie hochhebe und das Gesicht in die wohlige Wärme ihres Nackens drücke.

"Es war ihre Idee", sagt Alice. "Sie meinte, dass sie keine Windeln mehr tragen will."

"Mein Gott." Ich halte meine Tochter ganz fest und streichle ihr wieder und wieder über das Haar. "O mein Gott."

"Jo?" Alices Tonfall verändert sich. "Ist alles in Ordnung? Sie sehen sehr blass aus. Ist es Ihr Stiefvater? Ist etwas passiert?"

Ich möchte ihr erzählen, dass ich eben noch wie eine Verrückte durch Bristol gefahren bin, der festen Überzeugung, dass die Frau, die sich in meinem Wagen breitgemacht hatte, meiner Tochter etwas angetan haben könnte. Dass ich Max wieder und wieder angerufen habe und er nicht drangegangen ist. Ebenso wenig wie seine Chefin Fiona. Dass ich versucht habe, die Polizei zu erreichen, aber nicht atmen konnte, geschweige denn reden, und dass ich deshalb wieder aufgelegt habe, bevor ich verbunden wurde. Dass ich wegen meiner zitternden Hände mehrere Anläufe gebraucht habe, um den Schlüssel in die Zündung und das Auto zum Laufen zu bekommen. Von alledem möchte ich Alice erzählen, aber noch dringender muss ich Elise nach Hause bringen. Erst dort werden wir beide in Sicherheit sein.

"Jo!" Alice ruft mir hinterher, während ich durch die Kita eile, Elises Beine um die Hüften, das kleine Gesicht an meinen Hals gepresst. "Sie haben sie nicht ausgetragen. Und Sie haben ihren Mantel vergessen."

Ich taste nach der Verriegelung der Tür. Draußen warten andere Eltern darauf, hereingelassen zu werden, und beobachten mich durch die Verglasung. Ihr Lächeln verwandelt sich in Frustration. Meine Finger gehorchen mir nicht mehr, so sehr zittere ich. Schließlich taucht Sharon neben mir auf. Sie drückt mir Elises Beutel und Mantel in die Hand und öffnet die Tür mit einem einzigen kontrollierten Ruck an der Verriegelung. Ich murmle den anderen Eltern eine Entschuldigung zu, als sie beiseitetreten, um mich hinauszulassen.

"Na, die

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