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Treffinger und der Mörder aus der letzten Reihe Roman von Nink, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.06.2019
  • Verlag: Limes
eBook (ePUB)
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Treffinger und der Mörder aus der letzten Reihe

Mit einem Mörder über Irlands grüne Hügel ... Thomas Treffinger ist Busfahrer. Aus Leidenschaft. Christkindlmarkt, König der Löwen, Pfälzer Weinfeste - hat er alles gemacht. Und jetzt? Bietet sein Chef plötzlich Auslandsreisen an. Die erste soll nach Irland führen, zu den Höhepunkten der Grünen Insel - Burgen, Klöster, historische Pubs. Mit dabei: Reiseleiterin Mara, fünfzig Senioren und Treffingers Tante Emmy, die Stammkundin bei Schuler Reisen ist. Aber bereits am zweiten Tag stolpern sie über einen Toten. Dann gibt es eine zweite Leiche. Und bald eine dritte. Ganz allmählich keimt in Treffinger ein Verdacht: Könnte es sein, dass er einen Mörder durch Irland fährt? Stefan Nink fliegt, fährt und läuft für Magazine, Radiostationen und Buchverlage über den Planeten. Seine Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet und in 17 Sprachen übersetzt. Er hat über dreißig Reisebücher veröffentlicht. Wenn er zu Hause ist, steht er samstags bei Heimspielen von Mainz05 im P-Block.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 24.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641205904
    Verlag: Limes
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Treffinger und der Mörder aus der letzten Reihe

1

"Und diesen Inspector Barnaby lieben doch auch alle. Doch, das wird funktionieren. Ganz sicher. Kein Grund zur Beunruhigung. Ich setz uns mal noch nen Kaffee auf."

Schuler hob sich aus seinem Stuhl und schob sich am Schreibtisch vorbei Richtung Kaffeemaschine. Dass er dort jetzt erst einmal die Filtertüten suchen musste und dann das Pulver und dann zwei Tassen, gab Treffinger Zeit zum Nachdenken. Theoretisch.

Die Realität sah leider anders aus. Er war viel zu müde, um sich zu konzentrieren. Vor gut zwei Stunden war er, mit sechs Stunden Verspätung, aus Hamburg zurückgekehrt. Die übliche Wochenendfahrt, 148 Euro, Drei-Sterne-Hotel, Stadtführung, Hafenrundfahrt und mit Aufpreis Karten für den König der Löwen , Freitagnachmittag hin, Sonntagnachmittag zurück, Ankunft 23 Uhr, plusminus. Wenn alles glattlief. Wenn man nicht in einen Stau geriet. Wenn sich auf der A1 ein paar Kilometer vor einem nicht dreizehn Autos ineinander verkeilten. Sie hatten fünf Stunden gestanden, weil die Autobahn komplett gesperrt worden war und sämtliche Abschleppwagen der Umgebung anrücken mussten, um die Unfallfahrzeuge aus dem Weg zu räumen.

Anschließend waren sie eine weitere Stunde im Schritttempo gekrochen, bis der Stau sich aufgelöst hatte, und aus der Ankunft spätabends war eine frühmorgens geworden. Dann musste ausgeladen und der Bus durchgecheckt werden. Mittlerweile war es acht. Und er war noch immer nicht zu Hause, sondern saß bei seinem Chef.

Schuler hatte ihn vom Parkplatz weg direkt ins Büro gerufen; Treffinger war gerade erst ausgestiegen. Seit wie vielen Jahren arbeitete er jetzt für den Busunternehmer? Seit acht? Neun? Und wie oft war es vorgekommen, dass Schuler ihn nach einer Fahrt abgefangen hatte? Ein einziges Mal. Damals, als es einen Unfall mit einer Rentnerin gegeben hatte und sie ihre Reise um einen Tag hatten verlängern müssen. Und jetzt eben heute.

Treffinger hatte geahnt, dass sein Chef keine guten Nachrichten für ihn hatte. Und im Büro hatte Schuler gleich losgelegt: die Dumpingpreise bei den Billigfliegern, die ständigen "Für 29 Euro quer durch Deutschland"-Angebote bei der Bahn und die neuen Busunternehmen, die eigentlich genau dieser Bahn Konkurrenz machen sollten und nun auch ihnen die Kunden abluchsten. Natürlich hatte er nicht abluchsen gesagt - Schuler verwendete ein Vokabular, als sei er eigentlich Regierungssprecher. Oder Börsenanalyst. "Zielführende Entscheidungen treffen", "alternativlose Ausgangsbedingungen", "zeitnah handeln", mit solchen Floskeln warf er um sich. Wenn Schuler einem mitteilen wollte, dass sein Unternehmen kurz vor dem Bankrott stand, nannte er das "eine Verschlechterung der monetären Perspektive".

"Am Ende des Tages wird Schuler-Reisen durch die Diversifizierung des Angebotsportfolios aber wieder exzellent aufgestellt sein." Er stellte eine Tasse vor Treffinger, an der mehrere kleine Ecken fehlten. Außerdem hatte sie Risse. Treffinger fixierte den feinen Strich, der durch die Keramik verlief, als könne er dadurch ein Zerspringen der Tasse verhindern. Er führte sie vorsichtig zum Mund. Der Kaffee schmeckte erstaunlich gut.

"Wir werden im kommenden Quartal beginnen. Mit attraktiven Angeboten außerhalb unserer normalen Produktpalette. Carla wird unsere Webseite überarbeiten." Schuler klopfte mit dem Zeigefinger auf den Bildschirm seines Computers, als sei die Webseite des Unternehmens etwas, das seine Tochter dort drinnen untergebracht habe. "Und natürlich bekommen alle unsere Stammkunden regelmäßig einen Newsletter. Ich habe vor zwei oder drei Wochen schon einen rausgeschickt. Die unmittelbare Resonanz war absolut positiv."

"Ok, Chef." Nach zwei, drei Schluck Kaffee fühlte sich Treffinger wieder halbwegs wach. So wach jedenfalls, dass er etwas sagen konnte zu Schulers Plänen, die er ihm in den vergangenen Minuten dargestellt hatte. Und die "Goldene Busfahrerregel N

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