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Underground Ein Jack-Reacher-Roman von Child, Lee (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2012
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Underground

Niemand verletzt tödlicher als einstige Freunde ... New York City, zwei Uhr nachts. Jack Reacher sitzt in der U-Bahn. Neben ihm befinden sich noch fünf weitere Personen im Abteil. Vier davon sind harmlos. Die fünfte erregt Reachers Aufmerksamkeit. Minutenlang beobachtet er sie genau - und ist sich sicher, eine Selbstmordattentäterin vor sich zu haben. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes, und ausgerechnet Reacher selbst gerät ins Kreuzfeuer ... Lee Child wurde in den englischen Midlands geboren, studierte Jura und arbeitete dann zwanzig Jahre lang beim Fernsehen. 1995 kehrte er der TV-Welt und England den Rücken, zog in die USA und landete bereits mit seinem ersten Jack-Reacher-Thriller einen internationalen Bestseller. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Anthony Award, dem renommiertesten Preis für Spannungsliteratur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 10.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641061159
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Jack Reacher Bd.13
    Originaltitel: Gone Tomorrow (13 Reacher)
    Größe: 1074 kBytes
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Underground

13

Ich ließ mir zum zweiten Mal Kaffee nachschenken. Jake starrte die Bedienung an, als hätte er noch nie davon gehört, dass so etwas möglich war. Sie verlor schließlich das Interesse an ihm und ging weg. Jake schob mir die Visitenkarte wieder hin. Ich nahm sie und steckte sie ein. Er sagte: "Das gefällt mir nicht."

Ich sagte: "Mir würde es auch nicht gefallen."

"Ich sollte zurückgehen und mit dem NYPD reden."

"Sie hat sich erschossen, Jake. Das ist das Fazit. Mehr brauchen sie nicht zu wissen. Wie, wo oder warum ist ihnen egal."

"Sie sollten sich aber darum kümmern."

"Schon möglich. Aber sie tun's nicht. Täten Sie's denn?"

"Wahrscheinlich nicht", sagte er. Ich sah seinen Blick leer werden. Vielleicht ließ er sich alte Fälle durch den Kopf gehen. Große Häuser, schattige Alleen, Rechtsanwälte, die von unterschlagenen Mandantengeldern ein Luxusleben führten, die Gelder nicht mehr zurückgeben konnten und vor Schande, Skandal und Entzug der Anwaltszulassung flüchteten. Oder Lehrer, von denen eine Schülerin ein Kind bekam. Oder Familienväter mit homosexuellen Freunden in Chelsea oder im West Village. Die örtlichen Cops, taktvoll und mitfühlend in den hübschen stillen Häusern, besichtigten die Tatorte, überprüften die Fakten, tippten Berichte, schlossen die Akten, vergaßen, wandten sich dem nächsten Fall zu, kümmerten sich nicht um wie, wo oder warum.

Er fragte: "Haben Sie eine Theorie?"

Ich sagte: "Für eine Theorie ist's noch zu früh. Bisher haben wir nur Tatsachen."

"Welche Tatsachen?"

"Das Pentagon hat Ihrer Schwester nicht hundertprozentig vertraut."

"Das ist eine verdammt schlimme Unterstellung."

"Sie hat auf einer Watchlist gestanden, Jake. So muss es gewesen sein. Sobald ihr Name eingegeben wurde, haben die Feds ihre Pferde gesattelt. Gleich drei Kerle. Das war ein festgelegtes Verfahren."

"Sie sind nicht lange geblieben."

Ich nickte. "Das heißt, dass sie nicht sehr misstrauisch waren, nur vorsichtig. Vielleicht hatten sie irgendeine kleine Sache im Kopf, ohne selbst wirklich daran zu glauben. Sie sind hergekommen, um sie ausschließen zu können."

"Was für eine Art Sache?"

"Informationen", antwortete ich. "Das ist alles, was das Human Resources Command hat."

"Sie haben sie verdächtigt, Informationen weitergegeben zu haben?"

"Sie wollten es ausschließen."

"Das bedeutet, dass sie's irgendwann für möglich gehalten haben."

Ich nickte erneut. "Vielleicht ist sie im falschen Büro gesehen worden, wo sie den falschen Karteischrank geöffnet hat. Vielleicht hätte es eine harmlose Erklärung gegeben, aber sie wollten eben sichergehen. Oder es ist irgendwas verschwunden, und sie haben nicht gewusst, wen sie beobachten sollten, und deshalb alle beobachtet."

"Welche Art Informationen?"

"Keine Ahnung."

"Wie eine kopierte Akte?"

"Kleiner", sagte ich. "Eine zusammengefaltete Notiz, ein USB -Stick. Irgendetwas, das in der U-Bahn von Hand zu Hand weitergegeben werden könnte."

"Sie war eine Patriotin. Sie hat ihr Land geliebt. So was hätte sie nie getan."

"Und sie hat es auch nicht getan. Sie hat niemandem etwas gegeben."

"Dann haben wir also nichts."

"Wir haben Ihre Schwester mit einem geladenen Revolver in der Tasche, Hunderte von Meilen von zu Hause entfernt."

"Und verängstigt."

"Bei dreißig Grad in einer Daunenjacke."

"Und zwei herumgeisternde Namen", sagte er. "John Sansom und Lila Hoth, wer, zum Teufel, sie auch ist. Und Hoth klingt ausländisch."

"Auch nicht mehr als früher Markakis."

Er verstummte wieder, und ich trank einen Schluck Kaffee. Der Verkehr auf der Eighth Avenue nahm zu. Die Hauptverkehrszeit begann allmählich. Die Sonne war aufgegangen. Ihre Strahlen fielen nicht parallel zur Fahrbahn ein. Sie trafen in flachem Winkel auf und warfen lange Schatten.

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