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Unschuldig wie der Schnee Ein Fall für Lacey Flint - E-Book Only Kurzgeschichte von Bolton, Sharon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.05.2014
  • Verlag: Manhattan
eBook (ePUB)
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Unschuldig wie der Schnee

Ein brillanter E-Book Only Kurzkrimi der britischen Bestsellerautorin Sharon Bolton mit DC Lacey Flint und DI Mark Joesbury. In einer kühlen Novembernacht beobachtet DC Lacy Flint, wie in einem Park in ihrer Londoner Nachbarschaft ein junger Mann von fünf Maskierten angegriffen wird und bei lebendigem Leib verbrennt. Sie eilt ihm sofort zu Hilfe, doch es ist zu spät: das Opfer, Aamir Chowdbury, ein junger pakistanischstämmiger Assistenzarzt, erliegt noch an Ort und Stelle seinen Verletzungen. Weil die Täter Masken trugen, kann Lacy sie nicht identifizieren. Um die schnell ins Stocken geratenen Ermittlungen weiter voranzutreiben, muss Lacy zu unkonventionellen Methoden greifen, die ihr bald selbst zum Verhängnis zu werden drohen ... Sharon Bolton wurde im englischen Lancashire geboren, hat eine Schauspielausbildung absolviert und Theaterwissenschaft studiert. 'Todesopfer', ihr erster Roman, wurde von Lesern und Presse begeistert gefeiert und machte die Autorin über Nacht zum neuen Star unter den britischen Spannungsautorinnen. Ihrem ersten Triumph folgten mittlerweile acht weitere Thriller - darunter vier mit der grandiosen Ermittlerin Lacey Flint -, in denen Sharon Bolton ihr brillantes Können immer wieder unter Beweis stellte. Sie wurde bereits für zahlreiche Krimipreise nominiert und für 'Schlangenhaus' mit dem Mary Higgins Clark Award ausgezeichnet sowie mit dem Dagger in the Library für ihr Gesamtwerk. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Oxford.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 92
    Erscheinungsdatum: 26.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641120092
    Verlag: Manhattan
    Größe: 587 kBytes
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Unschuldig wie der Schnee

H ätte es nicht geschneit, so hätte ich die Frau in Schwarz vielleicht gar nicht gesehen. Vielleicht wäre sie in der Tintenschwärze eines Londoner Dezembers verborgen geblieben, wie ein Mysterium, dessen Zeit erst noch kommen muss. Doch der Himmel wurde düster und verfärbte sich gelblich, er senkte sich ein paar Kilometer auf die Erde herab, bis wir fast spüren konnten, wie er schwer auf uns lastete. Und dann riss er auf, und weiße Flocken begannen zu fallen. Sie wirbelten überall um die Frau in Schwarz, huschten an ihrem wallenden schwarzen Gewand vorüber und bedeckten die Welt um sie herum. Wie ein Fotonegativ, wie das Gegenteil der handelsüblichen Vorstellung von einem Gespenst, so stand die schlanke Gestalt schweigend und allein im Schnee. Aber sie war da, unbestreitbar.

Es heißt, der Schnee deckt alles zu, was es an Gemeinem und Schäbigem und Hässlichem auf der Welt gibt, und das stimmt wohl auch. Er bedeckte das versengte Gras, wo ein Sterbender seinen letzten Atemzug getan hatte. Eine Zeitlang verbarg er sogar die widerwärtige Geschichte, weshalb er umgekommen war. Er bedeckte die Fußspuren der Frau in Schwarz, nur wenige Augenblicke, nachdem sie sie hinterlassen hatte. Doch unter dem weißen Teppich bleibt die Hässlichkeit erhalten, und der Schnee wird schmelzen, und es kommt der Tag, an dem sie wieder sichtbar wird.

An dem Abend, als es begann, war ich gerade von der Arbeit gekommen. Ich war eben im Begriff, meinen Wagen abzuschließen und hineinzugehen, die Füße hochzulegen und jenen mentalen Schalter von "Arbeitsmodus" auf "Absacken" zu stellen. Eigentlich hatte ich voll und ganz damit gerechnet, dass dies ein ganz gewöhnlicher Donnerstagabend sein würde, und davon hatte ich in letzter Zeit wahrlich nur wenige erlebt.

Erst vor Wochen, vor so wenigen Wochen, dass der Nachgeschmack sich noch immer bitter und widerlich ganz hinten in meinem Rachen hielt, hatte ein Serienmörder wie eine Dampframme in London gewütet. Eine Weile hatten wir geglaubt, wir hätten es mit einem Killer zu tun, der die berühmtesten und grausamsten Morde nachstellte, die die Welt jemals erlebt hat – die Morde des berüchtigten Jack the Ripper. Und dann war uns klar geworden, dass es noch viel, viel schlimmer war. Gerissen, wendig und brutal einfallsreich führte der Mörder die Polizei an der Nase herum, in Wendungen, die immer enger wurden, bis der einzige Mensch in dem immer kleiner werdenden Kreis anscheinend ich war.

Es war vorbei, der Mörder war gefasst und der Gerechtigkeit überantwortet worden, doch diejenigen von uns, die an dem Fall gearbeitet hatten, lernten gerade, dass die Flecken, die Blut hinterlässt, wenn es lange und heftig genug fließt, sich nicht so leicht wegwaschen lassen. Wir waren wohl alle ein bisschen traumatisiert, glaube ich. Mehr als nach allem anderen verlangten wir nach Normalität, und ein paar kurze Wochen lang wurde sie uns beschert.

An alle Einsatzfahrzeuge in der Nähe des Larkhill-Park, Kennington. Verdächtiger Vorfall gemeldet. Sofortiges Eingreifen erforderlich. Gehen Sie mit äußerster Vorsicht vor.

Ich fuhr kein Dienstfahrzeug – Detectives benutzten ihre eigenen Wagen –, und streng genommen war dies ein Funkspruch für die Streife, aber der Larkhill-Park war ganz in der Nähe, ganz hinten an der Straße, in der ich wohne. Fußbälle, die in dieser Gegend kräftig gekickt werden, sind schon in meinem Garten gelandet. Das hier schien mir etwas zu sein, was ich nicht ignorieren konnte.

Ich gab meinen Namen an, oder vielmehr das, was dieser Tage als mein Name gilt – nämlich Detective Constable Lacey Flint 2769 –, und sagte der Zentrale, ich w&a

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