text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Unter dem Messer Thriller von Parsons, Kelly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Unter dem Messer

Es ist der große Tag von Dr. Rita Wu. Die renommierte Chirurgin des Turner Hospitals soll vor Fachpublikum die erste vollständig robotergesteuerte Operation vorführen. Doch kurz vor der OP hört sie in ihrem Kopf die Stimme eines Mannes, den sie nur zu gut kennt: Morgan Finney, Leiter eines Biotechnologiekonzerns. Er teilt Rita mit, dass ihr ein Nano-Implantat injiziert wurde, wodurch er mit ihr sprechen und ihr Verhalten beeinflussen kann. Und er hat mit Rita noch eine Rechnung offen, denn er macht sie für den Tod seiner Frau verantwortlich ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 461
    Erscheinungsdatum: 30.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561179
    Verlag: Bastei Lübbe AG
Weiterlesen weniger lesen

Unter dem Messer

RITA

Es herrschte Dunkelheit. Und dann ertönte ihr Name.

"Dr. Wu?"

Eine Stimme drang forschend durch das Dunkel, durchschnitt es wie ein Suchscheinwerfer. Die Dunkelheit fühlte sich vertraut und wegen dieser Vertrautheit beruhigend an - die störende, misstönende Stimme nicht. Rita wandte sich davon ab und umklammerte die Dunkelheit, als wäre sie ein kleines Mädchen, das sich ans Bein der Mutter presst. Aber die Stimme ließ nicht locker.

"Dr. Wu?"

Es handelte sich um eine Frau.

Immer noch Finsternis, aber nach und nach stellten sich aus dem Nichts Empfindungen ein.

"Soll ich Hilfe holen?" Eine zweite Stimme, ebenfalls weiblich. Rauchiger. Heiserer.

"Nein. Sie atmet. Und sie ist warm. Sie schläft nur. Aber du könntest Decken holen, ja?"

"Okay."

Sich entfernende Schritte. Ein knappes, mechanisches Klicken , als hätte jemand die Verriegelung eines Kühlschranks geöffnet. Ein warmer Lufthauch.

... klingt wie ein Deckenwärmer in einem Operationssaal ...

Sich nähernde Schritte. "Hab welche."

"Dr. Wu?"

Eine Hand an ihrer Schulter, eine Hand, die sie auf das Bewusstsein zuschubste. In ihrem Mund herrschte ein durchdringender Kupfergeschmack vor, als hätte sie Münzen gelutscht, und in ihrem Kopf tobten Schmerzen, die ihre linke Schläfe umhüllten und sich zum linken Ohr schlängelten. Ohne die Augen zu öffnen, nahm sie wahr, dass sie auf einer gepolsterten Fläche flach auf dem Rücken lag. Ihre Arme ruhten an ihren Seiten.

"Dr. Wu?" Die Hand, die ihre Schulter schüttelte, übte mehr Druck aus.

Rita öffnete die Augen. Die Dunkelheit kapitulierte vor blendendem Licht. Die Schmerzen in ihrem Kopf wuchsen sich zu Höllenqualen aus - zu einem Eispickel, der sich einen Weg durch ihr linkes Auge bahnte, bis er hinten durch den Schädel wieder austrat.

Scharf sog Rita die Luft ein. Gott, diese Schmerzen . Die Helligkeit glich einem tollwütigen Hund, der sich in ihre Augen krallte. Sie presste die Lider fest zu und stöhnte. Ihr Magen drehte sich um, als hätte das Licht durch ihre Augenhöhlen weiter durch ihre Kehle gefasst und ihren Eingeweiden einen kräftigen Ruck versetzt.

Oh Gott.

"Dr. Wu?" Die erste Stimme, die eine düstere Nische ihres umwölkten Hirns als vertraut registrierte, klang besorgt, zugleich jedoch eindringlich. "Alles in Ordnung?" Pause. "Kann ich Ihnen irgendwie helfen?"

Die Schmerzen gestalteten es schwierig, sich zu konzentrieren. Nein, nicht nur die Schmerzen. Auch etwas anderes. Ihr Gehirn glich einem aufgewühlten Schlammbad von eingehenden und ausgehenden Empfindungen, so verworren, dass Pein allein keine Erklärung dafür bot, als wären all ihre Gedankengänge in einen Mixer geworfen worden, der auf höchster Stufe arbeitete.

Warum? , fragte ein Teil ihres Verstands.

Wen interessiert's? , antwortete ein anderer Teil. Sie gestattete sich, zurück in die angenehme Leere zu sinken.

"Dr. Wu." Wieder die erste Stimme - mittlerweile fordernder, lauter.

So verlockend sich das Unterbewusstsein anfühlte, es schied als Option aus. Rita öffnete die Lider und stöhnte, kniff die Augen angesichts des grellen Lichts wieder zusammen.

"Wendy", sagte die erste Stimme. "Schwenk das Licht aus ihrem Gesicht."

"Klar", erwiderte die Frau mit der rauchigen Stimme.

Das Licht ließ nach und mit ihm die Schmerzen im Kopf. Rita blinzelte und blickte in ein angespanntes Gesicht empor, das über ihr schwebte. In einem geistesgegenwärtigeren Zustand wäre sie vermutlich überrascht gewesen. Vielleicht sogar verblüfft. So jedoch konnte sie nur ein vages Gefühl von Verwirrung aufbringen.

Die erste Stimme und die Hand, die beruhigend auf Ritas Schulter lag, gehörten Lisa Rodriguez, einer ihrer OP -Pflegerinnen. Lisa gehörte

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen