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Unter Haien von Neuhaus, Nele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.08.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)

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Unter Haien

'Action und Spannung like Grisham zu seinen besten Zeiten.' krimi-couch.de
New York, 1998: Die junge Investmentbankerin Alex Sontheim ist durch harte Arbeit und Zielstrebigkeit dort angekommen, wo sie immer hinwollte: ganz oben. Als sie den milliardenschweren Geschäftsmann Sergio Vitali kennenlernt, beginnt eine heiße Affäre. Alex genießt es, am Leben der wirklich Mächtigen teilzuhaben und gibt zunächst nichts auf die Stimmen, die sie vor Vitali warnen. Doch dann bringt eine ungeheuerliche Entdeckung Alex in tödliche Gefahr.
Entdecken Sie auch SOMMER DER WAHRHEIT, einen fesselnden Roman, den Nele Neuhaus unter dem Namen Nele Löwenberg geschrieben hat!

Nele Neuhaus, geboren in Münster / Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman Schneewittchen muss sterben brachte ihr den großen Durchbruch, heute ist sie die erfolgreichste Krimiautorin Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und, unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg, Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 30 Ländern. Vom Polizeipräsidenten Westhessens wurde Nele Neuhaus zur Kriminalhauptkommissarin ehrenhalber ernannt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 12.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843714792
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3394 kBytes
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Unter Haien

Februar 1998 - New York City

Vincent Levy stand am Fenster seines Büros im 30 . Stockwerk des LMI -Building und starrte nachdenklich hinaus. An diesem düsteren Februarnachmittag reichte die Sicht kaum bis zur Verrazano Narrow Bridge im Osten. Die Freiheitsstatue reckte ihren Arm in die Luft, und die Schiffe, die auf der Hudson Bay unterwegs waren, zogen schaumige, weiße Streifen ins aufgewühlte schwarze Wasser. Schneeflocken wirbelten durch die Luft, und ein eisiger Ostwind pfiff um die Glasfronten der Wolkenkratzer Manhattans. Vincent Levy war Anfang 50 und bereits der vierte Levy in der Firma. Sein Urgroßonkel hatte das Bankhaus Levy & Villiers 1902 gegründet, das dank einer umsichtigen und konservativen Geschäftspolitik beinahe ein Jahrhundert lang unbeschadet durch alle Stürme und Skandale der Finanzwelt gelangt war. Doch im Gegensatz zu seinen Vorgängern war Vincent Levy nicht damit zufrieden gewesen, eine angesehene Privatbank zu leiten. Schon Mitte der achtziger Jahre hatte er damit begonnen, die ehrwürdige Privatbank in eine Investmentfirma zu verwandeln. Aus dem Bankhaus Levy & Villiers war die Holding Levy Manhattan Investment geworden. Gemeinsam mit einem finanzkräftigen Teilhaber, der die Erfolg versprechenden Zukunftsaussichten eines global operierenden Finanzriesen erkannt hatte, hatte Levy Mitbewerber aufgekauft und viel Geld in die neueste Computertechnologie investiert, die es LMI ermöglichte, auf allen bedeutenden Finanzplätzen der Welt präsent zu sein. Levy fürchtete sich nicht vor spektakulären Neuerungen. Mit strategischem Geschick, Weitblick und gut getarnter Rücksichtslosigkeit war es ihm gelungen, LMI innerhalb von 15 Jahren zu einer Investmentfirma mit weltweit mehr als 2000 Mitarbeitern zu machen. Jede Abteilung hatte einen fähigen Leiter, der es verstand, das Optimum aus seinen Leuten herauszuholen: Ob Auslandsanleihen, Derivatehandel, Programm- und Wertpapierhandel, OTC , Konsortialgeschäfte, Index- und Risikoarbitrage, Futureshandel oder Beteiligungsfinanzierungen - LMI hatte sich einen ausgezeichneten Ruf erworben. Eigene Broker auf dem Parkett der NYSE und rund 200 Händler im Handelsraum im 14 . Stock sorgten für gewaltige Umsätze und Gewinne. Doch obwohl LMI in vielen Geschäftsbereichen zu den Großen am Markt gehörte, war es Levy trotz aller Investitionen und Bemühungen bisher nicht gelungen, auf dem Gebiet, das ihm persönlich am meisten am Herzen lag, einen echten Profi anzuwerben. Im Bereich der M & A mischten an der Wall Street andere die Karten. Beim derzeit herrschenden Übernahmeboom flossen gigantische Geldströme an LMI vorbei in andere Taschen - ein schier unerträglicher Zustand! Aber das konnte sich in naher Zukunft ändern, denn gestern Abend hatte er erfahren, dass Alexandra Sontheim, der hellste Stern am M & A-Himmel der Wall Street, ihren Arbeitgeber Morgan Stanley im Streit verlassen hatte und einen neuen Job suchte. Es klopfte an der Tür, und Levy wandte seinen Blick von der Hudson Bay ab.

"Hallo, St. John", sagte er zu seinem Besucher und nahm hinter seinem Schreibtisch Platz, "setzen Sie sich."

"Was gibt's, Vince?", fragte Zachary St. John in seiner gewohnt respektlosen Art, die Levy immer wieder missfiel. Er musterte den Leiter der leider noch so unbedeutenden M & A-Abteilung von LMI . St. John war kein Ass, was seinen Job betraf, aber zweifellos kannte er an der Wall Street alle und jeden. Seitdem er vor gut neun Jahren über Franklin Myers von Drexel Burnham Lambert zu LMI gekommen war, hatte er Kontakte zu beinahe allen Leuten geknüpft, die im oberen Management von LMI arbeiteten. Der Präsident von LMI mochte den Mann nicht, denn St. John war ein aalglatter, geldgieriger Op

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